Lehrmittelraum befallen

Schongauer Grundschule hat ein Schimmel-Problem 

+
Bis auf weiteres wegen Schimmelbefall geschlossen: Der Lehrmittel-Raum im Keller der Schongauer Grundschule.

Schongau – An Baustellen mangelt es in der Schongauer Grundschule aktuell nicht. Doch als wäre der Teilabriss samt Neubau nicht schon schwierig genug, kämpft man nun auch noch mit einem Schimmel-Problem. Immerhin: Eine Gefahr für die Gesundheit der Schüler scheint nicht zu bestehen.

Die Kammer des Schreckens befindet sich im Keller des Blocks C. Was einst ein ungenutzter Lagerraum war, beherbergt seit März 2016 die Lehrmittel der Staufer-Grundschule. Diese waren zuvor im Block A untergebracht. Der dortige Raum jedoch wurde anderweitig benötigt, nachdem der mittlerweile abgerissene Block B im Frühjahr wegen Statikproblemen hatte geräumt werden müssen.

Das Problem: Seit Mitte November darf niemand mehr das Lehrmittelzimmer betreten. Darauf weist ein handschriftlicher Zettel hin, unterschrieben von Schulleiterin Ursula Heitmeier. Angeordnet, so lässt sich dem Text entnehmen, habe dies die Stadt. Der Grund ist ernst: Schimmelbefall.

Wie die Pressesprecherin der Stadt, Yvonne Voigt, auf Nachfrage des Kreisboten mitteilt, sei man im November von der Grundschule informiert worden, dass einige Bücher von Schimmel befallen seien. Das Stadtbauamt habe daraufhin einen Experten mit der Untersuchung beauftragt. Dieser habe vor Ort an den Lehrmitteln „auf Grund der nicht optimalen Lagerbedingungen und der relativ hohen Luftfeuchtigkeit“ tatsächlich einen „beginnenden Schimmelbefall“ festgestellt.Einige Bücher, die direkt mit der feuchten Wand in Berührung standen, seien bereits stark befallen gewesen, so Voigt. 

Dass es mit dem Raumklima nicht zum Besten bestellt war, hatte man bei der Stadt offensichtlich gewusst. Denn einige Wochen zuvor war extra ein Luftentfeuchtungsgerät installiert worden. Wie sich zeigte, ohne Erfolg. Damit sich die Keime nicht im Schulgebäude ausbreiten, wurde der Raum abgesperrt und unter Unterdruck gesetzt.

Um ganz sicherzugehen, dass keine Gefahr für die Gesundheit der Schüler besteht, ließ die Stadt laut Voigt Mitte Dezember zudem in je einem Klassenzimmer pro Stockwerk die Raumluft analysieren. Der Untersuchungsbericht, der in der vergangenen Woche eingegangen sei, habe keinen Hinweis auf eine Schimmelpilzbelastung ergeben, betont die Pressesprecherin.

Rund 5000 Euro hat die Stadt bislang für die Untersuchungen ausgegeben. Noch einmal so viel soll laut Thomas Ola vom Stadtbauamt die für die Faschingsferien geplante Reinigung und Desinfektion der Lehrmittel und des Raums durch eine Fachfirma kosten. Aktuell werden dazu Angebote eingeholt. 

Die Kosten dürften allerdings noch weiter steigen. Zwar lasse sich der Schaden an den Lehrmitteln noch nicht genau abschätzen. Man gehe aber davon aus, dass insbesondere alle offenen Textilien und Materialien aus Papier mehr oder weniger mit Schimmelsporen kontaminiert seien und diese – soweit es sich nicht um besonders wertvolle Materialien handle – „mit einem verhältnismäßigen Aufwand nicht zu reinigen und zu desinfizieren sind“, befürchtet Ola. Für die Wiederbeschaffung der betroffenen Lehrmittel sei deshalb voraussichtlich mit Kosten im oberen vierstelligen Bereich zu rechnen.

Als Lehrmittelzimmer hat die Kammer des Schreckens in jedem Fall ausgedient. Die Bücher sollen anderweitig untergebracht werden. Doch das ist gar nicht so einfach. Denn in der Grundschule selbst fehlt es aktuell an Platz. Erst im zweiten Quartal würden im Verwaltungsgebäude Räume frei, die für die Lagerung genutzt werden könnten, so Ola. „Für die Übergangszeit sind wir noch im Gespräch mit den Leitungen der Nachbarschulen.“

Christoph Peters

Aktualisiert am 19. Januar, 9.25 Uhr

Auch interessant

Meistgelesen

Positive Bilanz nach zwölf Tagen Historischer Markt
Positive Bilanz nach zwölf Tagen Historischer Markt
Chancenlos im Wasser
Chancenlos im Wasser
Bauarbeiten an Hohenpeißenberger Ortsdurchfahrt
Bauarbeiten an Hohenpeißenberger Ortsdurchfahrt
Borkenkäfer-Population rund um Schongau wächst rasend schnell
Borkenkäfer-Population rund um Schongau wächst rasend schnell

Kommentare