Teure Pflege, wenig Personal

Schongauer Heilig-Geist-Spital: Pflegesätze werden erneut erhöht

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Den Pflegenotstand bekommt auch das Schongauer Heilig-Geist-Spital zu spüren.

Schongau – Pflege ist teuer, Fachkräfte sind Mangelware. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Pflegesätze erneut erhöht werden. Christian Osterried, Einrichtungsleiter der Heiliggeist-Spital-Stiftung stellte dem Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung die neuen Kostenberechnungen vor.

Es ist ein jährliches Vorgehen, dass die Heimkostensätze mit den Pflegekassen neu verhandelt werden, so der Einrichtungsleiter. Die jüngsten Verhandlungen fanden nun Ende Juni statt. Die durchschnittliche Erhöhung liegt, laut Osterried, bei 3,2 Prozent. Im Einzelnen bedeutet das im Rüstigensatz 31,94 Euro pro Monat mehr, bei Pflegegrad I 60,54 Euro. Besonders hart trifft es die Pflegegrade II bis V, hier wird ein monatliches Plus von fast 100 Euro (98,26 Euro) fällig. Die neuen Beiträge sollen für die Zeit vom 1. September 2019 bis 31. August 2020 gelten. Der Stadtrat stimmte den neuen Pflegesätzen einstimmig zu.

Ein weiteres Problem für die Einrichtung stellt der Mangel an Personal dar. Aufgrund der fehlenden Fachkräfte konnten im vergangenen Jahr acht Bewohnerplätze nicht belegt werden. „Die Auslastung lag daher 2018 bei nur 93,34 Prozent“, so Osterried. Eine andere Möglichkeit habe es nicht gegeben, da die Bewohner ansonsten nicht ausreichend betreut gewesen wären.

Eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht. Hinzu komme, dass in nächster Zeit zudem drei oder vier langjährige Mitarbeiter in Rente gehen. Angst vor Konkurrenz aus Richtung des neuen Marie-Eberth-Heims hat Osterried jedoch nicht, wie er betont. Immerhin zahle man nach Tarif. „Wie schwer mag es dagegen für den neuen Betreiber sein?“, fragte Friedrich Zeller (SPD) im Hinblick auf das neue Heim am Krankenhaus, das Ende Juli an eben diesen, die compassio A+R GmbH, übergeben werden soll. „Wie soll das funktionieren?“, so Zeller, worauf der Heimleiter Christian Osterried allerdings keine Antwort geben konnte.

Stefan Konrad (SPD) wollte von dem Einrichtungsleiter wissen, ob es denn eine Möglichkeit gebe, wie die Stadt dabei unterstützen könne, neue Fachkräfte zu finden. Man werde den Fokus künftig verstärkt auf die Ausbildung legen und diese professioneller aufstellen, so Osterried. Ansonsten: „Machen Sie Werbung für uns“, bat der Heimleiter. Bürgermeister Falk Sluyterman kündigte an, sogar auf Facebook demnächst einen Aufruf zu starten.

Erst einmal schlucken musste Ilona Böse (SPD) bei der Erhöhung von 100 Euro im Monat, die die Bewohner trifft. Andererseits wolle man schließlich auch, dass die Pflegekräfte gut bezahlt werden. „Da bleibt uns nix anderes übrig“, so Böses Ansicht.

Finanziell hingegen stehe die Einrichtung ganz gut da. „Im Ergebnis stimmt‘s“, fasst Osterried den Jahresabschluss 2018 zusammen. Die Gewinn- und Verlustrechnung weise für alle Stiftungseinrichtungen einen Jahresgewinn in Höhe von 51.706,74 Euro auf, legte der Einrichtungsleiter dem Stadtrat dar. „Der Kurs stimmt“, bestätigte auch Bürgermeister Falk Sluyterman. „Wir sind froh, Sie als Steuermann zu haben“, sagte er in Richtung Osterried.

asn

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