Fazit nach vier Monaten:

"Das Juze wird gebraucht"

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Frischer Wind weht seit Oktober im Schongauer Juze: Leiterin Nicole Heller-Chmiel und die Jugendlichen haben auch bereits eine Garderobe gebaut.

Schongau – Seit vier Monaten stehen die Türen des Jugendzentrums in der Lechstadt wieder regelmäßig offen. Mit der neuen Leiterin Nicole Heller-Chmiel zog nach achtmonatiger Pause im Oktober wieder Leben in das Haus ein. Die 36-Jährige zieht nach den ersten Monaten ein positives Fazit.

„Besser als erwartet“ wird das offene Angebot im Jugendzentrum an der Bürgermeister-Lechenbauer-Straße 2 seit seiner Wiederöffnung Anfang Oktober wahrgenommen, freut sich Heller-Chmiel. Die 36-Jährige kommt gerade „frisch von der Uni“, erst Ende September machte sie ihren Abschluss. Die neue Juze-Leiterin studierte soziale Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe in Heidenheim, Schongau ist ihre erste Stelle.

Täglich pendelt Heller-Chmiel nun von Buchloe, wo sie mit ihrem Mann lebt, in die Lechstadt. Als sie das Jugendzentrum zum ersten Mal betrat, sei sie beeindruckt gewesen von der tollen Örtlichkeit und davon, dass alles renoviert sei. „Die neue Küche ist der Hammer“, sagt sie. Beeindruckt ist die Leiterin aber auch von den vielen Besuchern, die seit der Wiederöffnung ihre Freizeit in dem Jugendzentrum verbringen. Das zeigt ihr deutlich: „Das Juze wird gebraucht.“ Auch einige Stammbesucher gibt es mittlerweile, wie zum Beispiel Kevin, der „eigentlich jeden Tag hier ist, wenn das Juze offen hat“. In der Zeit, als die Einrichtung geschlossen war, habe er recht wenig gemacht und sei viel zu Hause gesessen, sagt der 16-Jährige.

Kevin liegt damit voll im Altersdurchschnitt. Laut Heller-Chmiel sind die meisten Besucher zwischen 15 und 17 Jahre alt. Aber auch 12-Jährige und bereits über 18-Jährige finden den Weg in die Bürgermeister-Lechenbauer-Straße 2. Dort stehen den Jugendlichen Dart, Billard, Kicker, eine Playstation sowie Karten- und Brettspiele zur Verfügung.

Alkohol hingegen – in manchen Jugendzentren ein Problem – spielt in Schongau keine Rolle. „Ich habe noch nie Alkohol oder einen Betrunkenen hier gesehen“, sagt Heller-Chmiel. Auch Besucher Kevin findet: „Wer trinken will, soll woanders hingehen.“

Überhaupt herrsche im Schongauer Jugendzentrum ein „angenehmes Klima“ und eine „Atmosphäre, wie man sie sich wünscht“, sagt Heller-Chmiel. So hat die 36-Jährige mit den Jugendlichen bereits eine Garderobe gebaut und vor Weihnachten in der neuen Küche Plätzchen gebacken. Erstaunlicherweise seien da viele Jungs mit Eifer dabei gewesen. Auch ein Werkraum, den man nun gemeinsam herrichten will, steht in dem Jugendhaus zur Verfügung. Generell würde sich Heller-Chmiel wünschen, dass auch mehr Mädchen den Weg ins Juze finden würden.

Das nächste Projekt, das ansteht, ist die Gestaltung des Kies­platzes vor dem Eingang. Hier sollen für den Sommer Sitzmöbel aus Paletten entstehen. Eine bereits vorhandene Markise soll die Sitzecke abrunden. Bei einer Besprechung am Freitag wurden erste Details für die Umgestaltung besprochen.

Im Sommer wird sich das Jugendzentrum am Hammersound Festival in Peißenberg beteiligen. Wie genau, das steht laut Heller-Chmiel noch nicht fest. Denkbar wäre ein Info-Stand und Hilfe „bei allem, was so anfällt“.

Geöffnet ist das Jugendzentrum derzeit Montag bis Donnerstag von 12.30 bis 18.30 Uhr und am Freitag von 14 bis 22 Uhr.

Astrid Neumann

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