SPD-Aufstellungsversammlung zur Bürgermeisterwahl mit klarem Votum

"Wenn es einer kann, dann Falk Sluyterman"

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Im Juli 2013 hatte Falk Sluyterman (rechts) das VW-Lenkrad in den Schongauer Stadtfarben vom damaligen Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl symbolisch erhalten. „Ich bin nicht gewillt, es so schnell wieder abzugeben.“ Nun steht für den Amtsinhaber und seine SPD um Fraktionsvorsitzende Ilona Böse (links) der Wahlkampf an. Dafür sprachen sich 94 Prozent der Mitglieder aus.

Schongau – Es soll immer noch Schongauer geben, die diesen Namen nicht korrekt aussprechen. Geläufig ist er ihnen aber allen. Sechs Jahre, nachdem seine erste Amtszeit begann, tritt Falk Sluyterman bei der Kommunalwahl im März 2020 erneut als Bürgermeisterkandidat an. Das bestätigte die Aufstellungsversammlung des Schongauer SPD-Ortsvereins am gestrigen Donnerstag  auch formell.

Ob er eine zweite Amtszeit anstrebt, damit habe er sich vor rund einem Jahr intensiv zu beschäftigen begonnen, schilderte Sluyterman am Donnerstag. Die vier für ihn maßgeblichen Fragen: „Macht es mir noch Spaß? Bin ich gesundheitlich und altersmäßig bereit für weitere sechs Jahre? Gibt es Projekte, die ich zu Ende bringen und neu anstoßen will? Genieße ich den Rückhalt in der Bevölkerung?“

Klares Ergebnis

All das habe er bejahen können, erklärte der 50-Jährige. „Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann“, zitierte er, hielt aber fest, dass die Bürgerschaft seine gute Arbeit zu schätzen wisse und erkenne, wie gut Schongau Kontinuität auf dem Bürgermeistersessel tue. „Ich spüre keine Wechselstimmung.“ Dass sie mit Sluyterman ins Bürgermeisterrennen gehen wollen, machten auch die im Ballenhaus stimmberechtigten SPD-Mitglieder unter Wahlleitung des Kreisvorsitzenden Dominik Streit deutlich: 31 sprachen sich dafür aus, bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme. Weitere Aspiranten gab es keine.

Eine tolle Persönlichkeit bescheinigte der seit zwei Jahren in Schongau wohnende SPD-Landratskandidat Alexander Majaru seinem Genossen Sluyterman. Dieser sei Vorbild, menschlich wie politisch. Schongau habe alles, was es zum Leben braucht. „Besonders viel Anteil an diesen Dingen, die uns selbstverständlich erscheinen, hat einer: Falk.“

Dieser packe auch unangenehme Themen an, ohne nach Wählerstimmen zu haschen, lobte Fraktionsvorsitzende Ilona Böse. Angelehnt an den Wahl­slogan „Weil er Bürgermeister kann – Falk Sluyterman“, sagte sie: „Wenn es einer kann, dann Falk Sluyterman.“ Dass er es kann, wollte Sluyterman in seiner Rückschau auf seine bisherige Amtszeit belegen.

Darin führte er eine Vielzahl an Projekten auf und verwies auf die großen Verdienste, die Stadtrat und Verwaltung gelten. So nannte er unter anderem den Teilneubau Grundschule mit Hort und Mensa, die Generalsanierung des Münzgebäudes, den Parkplatz am Buchenweg und den neuen Bahnberg-Fußweg, die neue Wasserversorgung, die Reaktivierung von Veranstaltungen wie Volksfest, Bundeswehr-Vereidigung auf dem Marienplatz und Zeugnisabschlussfeiern in der Lechsporthalle, den ständigen Dialog mit der Bürgerschaft und weiteren Wohnraum durch „maßvolle Nachverdichtung“. Bei letzterem Punkt verwies er auf 74 im Jahr 2018 geschaffene Wohneinheiten und derer bereits über 100 im laufenden.

Eier und Kompetenz

Die Wirtschaft in Schongau sei gut aufgestellt, die Stadt unterstütze diese im ihr gesetzten Rahmen nach Kräften. Im Rahmen der Anti-Strabs-Demos hatte einer der Kundgebenden einen Bürgermeister „mit Eiern“ gefordert. „Bekommen hat er einen mit juristischer Kompetenz“, fand Sluyterman. Der jahrelange Widerstand gegen das Landrats­amt sei als Erfolg zum Wohle der Bürger zu werten, am Ende hatte der Gesetzgeber ein Einsehen.

Er stehe für Zuverlässigkeit, Durchsetzungsvermögen, Engagement, juristische Kompetenz und Verwaltungserfahrung, sei Ideengeber und Visionär. „All das muss man haben, um unsere Stadt weiter voranzubringen.“ 

Die wichtigsten Herausforderungen ab 2020

Voranbringen will er ab 2020 einiges: Die Aufwertung des Stadtmauerumfelds – insgesamt eine Aufgabe, die sich über zehn bis 15 Jahre hinziehen dürfte – sehe der nächsten Etappe am Sonnengraben entgegen. Er wolle den Tourismus stärken und ausbauen, den zuletzt zugunsten anderer Projekte etwas ins Hintertreffen geratenen sozialen Wohnungsbau angehen, die Zusammenarbeit im Mittelzentrum weiter intensivieren, die vorliegenden Pläne zur städtebaulichen Aufwertung von Münz- und Weinstraße realisieren, Generalsanierung der Mittelschule und des Feuerwehrgerätehauses begleiten, das Heilig-Geist-Spital fit für betreutes Wohnen machen und den ÖPNV verbessern. Dass die Themen Bahnhofsumfeld und Fuchstalbahn der Bahn unterstehen, mache sie zum Geduldsspiel – auch für den Bürgermeister.

In seinem Amt arbeite er geleitet von den SPD-Grundwerten, aber stets parteiübergreifend. Parteilose Kandidaten halte er für eine „Modeerscheinung“, verteilte er einen kleinen Seitenhieb an den ohne Parteibuch ausgestatteten CSU-Kandidaten Hans Rehbehn. „An der Behauptung, ohne Mitgliedschaft ließe sich besser parteiübergreifend arbeiten, ist nix dran.“

Mit Blick auf den Wahlkampf und Sluytermans Sternzeichen Löwe beschrieb Böse: „Er läuft dann zu Höchstform auf, wenn ein Konkurrent versucht, ihm seinen Platz streitig zu machen.“

Aussicht auf Tanzeinlage

Gewinne er die Bürgermeisterwahl, tanze er, der ehemalige Waldorfschüler, seinen Vornamen, versprach der amtierende Rathauschef. „Wenns ein richtig gutes Ergebnis wird, dann sogar den ganzen“: Falk Sluyterman van Langeweyde.

ras

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