Schongauer Krankenhaus erweitert Spektrum

Neuer Leitender Oberarzt: Ein Fachmann für die Lunge

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Der neue Leitende Oberarzt Christian Sturm bei der Visite auf der Intensivstation der Schongauer Klinik.

Schongau – Gastroenterologie, Kardiologie, Nephrologie, Geriatrie, Diabetes, internistische Intensivmedizin: Die Liste der Schwerpunkte im Bereich der Inneren Medizin am Schongauer Krankenhaus ist lang. Jetzt ist mit der Pneumologie noch ein weiterer dazugekommen. Verantwortlich dafür zeichnet der Internist und Lungenfacharzt Christian Sturm. Er verstärkt seit 1. März das Team von Chefarzt Dr. Wilhelm Fischer als neuer Leitender Oberarzt.

Mit Sturms Engagement schließt die Klinik eine Lücke in der Region. Denn für eine Behandlung beim Spezialisten mussten Patienten bislang weit fahren. Die nächsten niedergelassenen Ärzte haben ihre Praxen in Landsberg und Weilheim, das nächste Krankenhaus mit einer Pneumologie ist die Garmischer Klinik. Gerade für Ältere ein Problem, weiß Sturm. „Es ist alles andere als angenehm, wenn ein 80-Jähriger soweit fahren muss, um seine Atemnot abklären zu lassen.“

Dass die Bedeutung der Pneumologie in den vergangenen Jahren zugenommen hat, liegt auch an der immer älter werdenden Bevölkerung. Laut Sturm leiden mittlerweile bereits rund zehn Prozent der über 40-Jährigen an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), die deshalb oft als Altersasthma bezeichnet wird.

Die vielleicht auf den ersten Blick harmlos klingende Lungenentzündung sei in Westeuropa sogar die Infektionskrankheit, welche die meisten Todesopfer fordere. Und Lungenkrebs stehe in Deutschland bereits an dritter Stelle der häufigsten Krebsarten, betont der Lungenfacharzt.

Generell befasst sich die Pneumologie mit Erkrankungen der Lunge, des Rippenfells, der Atemmuskeln, des rechten Herzens inklusive des Lungenkreislaufes sowie der allergischen Erkrankungen der Atemwege.

All diese Krankheiten können künftig am Schongauer Krankenhaus genau diagnostiziert und behandelt werden. Rund 50 000 Euro habe man dafür allein in neue Geräte investiert, sagt Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann. Auch beim Pflegepersonal soll kräftig aufgestockt werden, um dem neuen pflege­intensiven Bereich Rechnung zu tragen „Wir werden heuer erstmals 14 Auszubildende übernehmen“, kündigt Lippmann an.

Der Aufbau der Pneumologie ist für den Geschäftsführer ein weiterer wichtiger Baustein, um langfristig die Zukunft der nach wie vor defizitären Gesellschaft zu sichern. „Wir müssen ein breites Spektrum an Spezialisten anbieten, um für die Bevölkerung der erste Anlaufpunkt zu sein“, betont er. „Dafür müssen wir bereit sein, Geld in die Hand zu nehmen. Ich bin froh, dass der Kreistag diesen Kurs unterstützt.“ Denn auch nach der Schließung des Standorts Peißenberg sei man „noch lange nicht in ruhigen Gewässern“, warnt er.

Nachdem in den vergangenen Jahren viele Finanzmittel in die Erneuerung der Gebäude geflossen seien, gelte es jetzt verstärkt, diese mit Leben und Qualität zu füllen. Der Geschäftsführer kündigt deshalb schon einmal an, dass mit dem neuen Schwerpunkt Lungenheilkunde nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sei. „Wir werden sicher bald weitere setzen.“

Christoph Peters

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