Schongauer Leonhardi-Ritt

Hoch zu Ross durch die Altstadt

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Viele Zuschauer wollten sich den imposanten Zug durch die Altstadt nicht entgehen lassen und säumten die Straßen.

Schongau – Wer sich nicht verzählt hatte, musste auf über 200 Paar Hufe kommen, oder mehr als 100 Pferde, die am Samstag durch die Straßen der Schongauer Altstadt klapperten. Auch heuer folgten wieder zahlreiche Pferdebesitzer mit ihren Tieren und Kutschen dem Umritt und der Pferdebenediktion zu Ehren des Heiligen Leonhards, die vor bald 40 Jahren mit nur vier Pferden begonnen hatte.

Erstmalig zogen die Pferde, angeführt von den drei Kreuzreitern, durch die Christophstraße und um den Marienplatz zum Bürgermeister-Schaegger-Platz, wo heuer ein Gottesdienst unter freiem Himmel stattfand. Dazu versammelten sich Reiter und Zuschauer auf dem Platz, um der Predigt von Stadtpfarrer Norbert Marxer zu lauschen. Hier durften auch die Ehrengäste – neben Bürgermeister Falk Sluyterman war heuer erstmals auch die Landrätin Andrea Jochner-Weiß in der Kutsche – aus ihrem Landauer aussteigen.

Bei einem strahlend blauen Himmel und, zur Jahreszeit nicht ganz passenden lauschigen Temperaturen, erinnerte der Pfarrer an den Schutzheiligen, dem man nun gedenke. Der heilige Leonhard lebte vor mehr als 1400 Jahren in Franken und soll vom Erzbischof von Reims erzogen worden sein.

Leonhardi-Ritt in Schongau - die Bilder

Vor allem gilt Leonhard als der Schutzheilige der Gefangenen, deren Ketten auf seine Anrufung hin zersprangen, wie es heißt. Auch der Stadtpfarrer erinnerte an diese Begebenheit, steht doch im Schongauer Friedhof der Pferde-Brunnen, der den Heiligen zeigt, mit einer geschmiedeten Eisenfessel. Und auch wenn heute hierezulande niemand mehr in Eisen gelegt werde, so Marxer, sei man dennoch Gefangene. Gefangene etwa der materiellen Sucht und der Gier.

Während die Stadtkapelle den Gottesdienst musikalisch umrahmte, etwa mit dem Leonhardilied, zelebrierte der Pfarrer die Eucharistie, ehe es zu einem nochmaligen Umritt durch die Stadt ging, an deren Ende die Benediktion der Pferde durch Marxer stand.

gau

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