"Echt schwer"

Schongauer Plantsch: Noch keine Wiederöffnung zum 8. Juni

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Ab 8. Juni dürfen Freibäder wieder öffnen, das Plantsch steckt aber noch bis Ende Juli in vorgezogenen Revisionsarbeiten. Haben die aktuell geltenden Auflagen bis dahin Bestand, wird auch für die Gäste einiges zu beachten sein.

Schongau – Ab Montag, 8. Juni, dürfen die Freibäder in Bayern wieder zum erfrischenden Sprung ins Wasser einladen. Das Schongauer Plantsch aber bleibt erst einmal komplett geschlossen. Dort hatte man die für den Herbst geplante achtwöchige Revisionsschließzeit vorverlegt, die Arbeiten laufen. Damit auseinandergesetzt, wie eine Öffnung, die derzeit für Ende Juli angedacht ist, aussehen könnte, haben Geschäftsführer Andreas Kosian und sein Team sich freilich schon jetzt – und dabei einige Herausforderungen ausgemacht.

Die momentan geltenden Auflagen würden dazu führen, dass der Aufenthalt im Plantsch zunächst ein anderer wäre, als er es in der Vergangenheit war. Zunächst einmal gilt eine Maximalbelegung der Wasser- und der Liegeflächen. Diese erfolgt nach einem festen Schlüssel und ergibt fürs Plantsch eine maximale Besucherzahl von 405 im Freibad. 135 Personen fänden samt vorgeschriebenen Abständen gleichzeitig im Wasser Platz, zusätzlich 270 auf der Wiese. Ein theoretischer Ansatz, der den Vorgaben der DGfdB (Deutsche Gesellschaft für das Badewesen) folgt.

Verantwortbare Kapazität

In seinen Augen sei dies aber eine reine Rechengröße, erklärt Kosian. „In den Beckenbereichen ist diese weder praktisch umsetzbar, noch von uns als Betreiber verantwortbar.“ Denn berücksichtige man die jeweilige Beckenform samt Einbauten oder Sicherheitsbereichen und, dass die Gäste sich nun mal im Wasser unterschiedlich bewegen, wolle er fürs Plantsch lieber deutlich niedriger ansetzen.

Bei 52 Personen liege so die zusammengerechnete gleichzeitige Kapazität der Becken im Freibad­bereich, hat Kosian errechnet. 30 im Schwimmer-, 15 im Nichtschwimmer- und sieben im Familienbecken. Insgesamt hätte das Plantsch so eine verantwortbare Kapazität von gleichzeitig 156 Gästen – allerdings auch nur bei schönem Wetter. So werde er es dem neuen Verwaltungsrat vorschlagen, „entscheiden muss in solchen maßgeblichen Dingen das Gremium.“

Im Schwimmerbecken beispielsweise würde die Regelung gelten, dass je zwei Bahnen zusammengefasst werden, auf denen höchstens zehn Schwimmer gleichzeitig im Uhrzeigersinn unterwegs sein könnten. Die Rutsche lasse sich unter Umständen öffnen, in Dusch- und WC-Bereichen könnten sich nur maximal zwei Personen gleichzeitig aufhalten. Tagestarife werde es einstweilen keine mehr geben, sondern nur noch einen fixen Stundensatz für alle Gäste. Zu buchen wäre vorab – verbindlich und online.

Auflagen im Widerspruch

„Es ist zur Zeit echt schwer, einen verantwortbaren und auch noch bezahlbaren Weg zu finden“, schildert Kosian. „Lässt man so viele wie möglich rein, wird zwar der Schaden kleiner, aber ich stelle mir unter Verantwortung was anderes vor.“ Gleichzeitig widerspreche sich vieles, was auf die Bäder einprassle. „Beispielsweise kann doch kaum ab 8. Juni eine Öffnung von Bädern vereinbar sein mit der Tatsache, dass die Kontaktsperren bis 29. Juni verlängert werden.“ Er wisse von den Betreibern großer Bäder, beispielsweise in München, dass sie wegen dieser Auflagenkonflikte ihre Bäder nicht am 8. Juni öffnen werden.

Dieser Termin hat für die Wiederöffnung des Plantsch aber ohnehin eine weniger wichtige Bedeutung, als die laufenden Revisionsarbeiten, die vor allem die Erneuerung der Badewassertechnik beinhalten. Wegen der Planungsunsicherheit aufgrund der Corona­krise hatte man sich dazu entschlossen, die für den Herbst geplante achtwöchige Schließzeit vorzuverlegen, sodass, sofern die politische Beschlusslage es erlaubt, hernach ein ununterbrochener Betrieb bis zum Herbst 2021 durchgeführt werden könnte. Dies bedeutet, dass das Plantsch voraussichtlich bis Ende Juli 2020 geschlossen bleibt, auch das Freibad.

Bis eine Notöffnung des Freibads Realität wird, könnte sich also noch viel tun. Das Erlebnisbecken stünde dafür aber voraussichtlich noch nicht zur Verfügung. „Das hängt mit den Umbauten zusammen“, erklärt Kosian. Bei einem reinen Badeweltbetrieb, also in der Wintersaison, käme das Plantsch bei den derzeit geltenden Rahmenbedingungen auf nur 62 vertretbar einzulassende Gäste.

Wann die Sauna ihrerseits wieder Gäste zum Schwitzen empfängt, ist noch offen. Ihr Ausbau gilt als wichtiger Antrieb für die aufstrebende wirtschaftliche Entwicklung, die das Plantsch in den vergangenen Jahren nahm. Zuletzt war dies im Januar in einer Stadtratssitzung klar geworden, in der Kosian mit dem Jahresabschluss 2018 das bislang beste Geschäftsjahr der Plantsch-Geschichte vorweisen konnte.

ras

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