Schongauer Schulzentrum: Vorentwurfsplanung vorgelegt

20,5 Millionen Euro für Grundschul-Neubau und Mittelschul-Erweiterung

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So sieht der Vorentwurf zum Schulzentrums-Umbau aus: Als erstes ist 2017 die Grundschule dran (1), dann folgt in weiteren Bauabschnitten die Realschule(2), das Gmynasium (3) und schließlich die Mittelschule (4).

Schongau – Es ist ein Mammutprojekt, das auf Schongau zukommt: Von 2016 bis 2021 wird das Schulzentrum umgebaut und erweitert. Für die Stadt bedeutet das eine gewaltige finanzielle Anstrengung. Allein für den von ihr zu tragenden Teilneubau der Grundschule sowie die Erweiterung der Mittelschule rechnen die Architekten mit Kosten in Höhe von mindestens 20,5 Millionen Euro. Kein Wunder, dass manch Stadtrat ob dieser Summe schwer schlucken musste und nach Einsparpotential suchte. Viel kam dabei allerdings nicht heraus.

Vor einem Jahr hatte die ARGE Balda Architekten & Maier Neuberger Projekte einen eindrucksvollen Erfolg einge-fahren. Ihren Entwurf, den sie für den Architektenwettbewerb zum Schulzentrum-Umbau eingereicht hatte, fand die Jury so gut, dass sie hinter dem Sieger statt eines zweiten nur zwei dritte Plätze vergab. Viel Vorschusslorbeeren für das Architekten-Team also, das sich sogleich an die neue Aufgabe machte.

Die ersten Ergebnisse bekamen die Stadträte in der jüngsten Sitzung des Gremiums zu sehen. Architekt Franz Balda und Projektleiter Martin Wellnhofer stellten die Vorentwurfsplanung samt Kostenschätzung für den Teilneubau der Grundschule und den Anbau an der Mittelschule vor. Bei letzterem sowie für die zusätzliche Unterbringung einer zweiten Hortgruppe an der Grundschule hatten die Architekten noch einmal an das Reißbrett gemusst. „Wir haben aber alle Interessen einarbeiten können“, schickte Balda gleich vorweg. Anschließend ging der Architekt ins Detail. 

Bevor die Bauarbeiten am Schulzentrum überhaupt beginnen können, muss ab dem kommenden Jahr erst einmal das Fernwärmenetz in Angriff genommen werden. Von 2017 bis 2019 folgt dann im ersten Bauabschnitt der Neubau der Grundschule sowie der Anbau an die Realschule. „Wir haben alles so geplant, dass der Schulbetrieb in der Zeit weitergehen kann“, sagte Balda. 

Im zweiten Bauabschnitt, der von 2018 bis 2020 dauert, sollen als erstes die Container abgerissen werden. An ihrer Stelle entsteht dann der Gymnasium-Anbau. Im dritten Bauabschnitt werden schließlich die alten Grundschul-Räume – einzig der Y-Bau bleibt stehen – und der marode Kollegstufentrakt am Gymnasium abgerissen. Als letztes folgt die Erweiterung der Mittelschule. 

Kurz gab der Architekt auch noch einmal einen Überblick über die geplante Gestaltung der Gebäude. Im Herz der aus vier Würfeln bestehenden neuen Grundschule befindet sich die Aula, die über zwei Stockwerke reicht. Bei Bedarf lässt sie sich durch die beiden benachbarten Musik- und Mehrzweckräume zu einem großen Veranstaltungssaal erweitern. In einem weiteren Quader ist die Sporthalle, die über eine Galerie verfügt, untergebracht, in den beiden übrigen die Klassenräume sowie die Mensa. Letztere teilt sich die Grundschule mit der Realschule. 

Die Unterrichtsräume sind stark auf Gruppenarbeit ausgerichtet. Vier Klassenzimmer bilden gemeinsam mit zwei Gruppenräumen jeweils ein Forum. Insgesamt gibt es drei dieser Cluster. „Damit kommen wir weg vom klassischen Frontalunterricht“, sagte Balda. Lob gab es dafür prompt von Gregor Schuppe (ALS). „Das ist sehr gelungen“, lobte der Grundschullehrer. Im ersten Stock haben die Architekten den Hort integriert, der Zugang zur Dachterrasse auf der Sporthalle hat und diese als Spielplatz nutzen kann. Das Gebäude verfügt außerdem über Balkone, die die Wartung ermöglichen und als Fluchtweg dienen. 

Weniger aufwendig ist der Anbau der Mittelschule. Der Quader umfasst fünf Räume, wovon sich einer laut Balda aufgrund einer Raumhöhe von vier Metern auch für den Sportunterricht eignet. Anders als im Wettbewerb angedacht entsteht er nicht auf der Ost- sondern auf der Westseite. „Dadurch müssen wir deutlich weniger in den Bestand eingreifen“, begründete der Architekt die Änderung. 

Deutliche Spuren hinterlassen werden die Bauarbeiten auf jeden Fall aber in den Außenanlagen. Deshalb müsse hier auf jeden Fall etwas geschehen, sagte Balda. Seine Idee: Jede Schule erhält ihren eigenen Bereich. Ein zentraler Weg dient als Verbindung. Vorgesehen ist neben einer Obstwiese auch ein Soccer-Platz. 

Zuguterletzt präsentierte Balda, was das alles die Stadt kosten wird. Allein für die Grundschule kalkuliert der Architekt mit 17,2 Millionen Euro. Für die Mittelschule kommen noch einmal 3,3 Millionen Euro hinzu. Das dürfte jedoch nicht der Endpreis sein. Allein die Preissteigerungen bis zum Baubeginn machen noch einmal rund 1,2 Millionen Euro aus. Balda plant zudem ein Risikobudget von rund 1,7 Millionen Euro ein. Immerhin: „Die Kosten haben Substanz, es ist eine scharfe Zahl“, betonte der Architekt. 

Laut Stadtbaumeister Ulrich Knecht kann die Stadt mit einer Förderung zwischen 35 und 40 Prozent rechnen. Doch das beruhigte manch Stadtrat nicht. So schienen für Michael Eberle (CSU) die Kosten für Mobilar (597000 Euro) und Pflanzen- und Saatgut (511000 Euro) zu hoch angesetzt. Streit gab es außerdem um die wegfallenden Parkplätze auf dem Gelände der Grundschule. Dies sei bewusst so entschieden worden, um Platz zu schaffen“, erklärte Sebastian Dietrich vom Stadtbauamt. Wo genau und wie viel Ersatz geschaffen werde, stehe aber noch nicht fest, fügte Stadtbaumeister Ulrich Knecht hinzu. 

„Wir sollten jetzt nicht anfangen, ein gutes Konzept zu zerpflücken“, forderte hingegen Ilona Böse (SPD) und erhielt Unterstützung von Helmut Hunger (CSU). „Wir haben uns das Optimum rausgesucht, aber natürlich nicht was den Preis angeht. Beides zusammen funktioniert nicht.“ Am Ende segnete das Gremium die Planung mit 23:1 Stimmen ab.

Christoph Peters

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