Optimistische Planung

Schongauer Sommer: Vorbereitungen im Gange, Erfolgsaussichten unklar

Schongauer Sommer Historischer Markt Mittelaltermarkt
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Mehr Handwerk, so lautet das Rezept, das die Besucher zum Historischen Markt locken soll. Doch wie viele Personen dürfen im August überhaupt auf den Volksfestplatz? Von dieser Frage hängt maßgeblich ab, ob das Mittelalterspektakel 2021 stattfinden wird.
  • vonRasso Schorer
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Schongau – Die Planungen laufen nicht nur, sie sind auch weit fortgeschritten. Das Programm des Schongauer Sommers nimmt Gestalt an, der Macher des Historischen Markts ist zuversichtlich. Klar ist aber auch ihm: Unter einer gewissen erlaubten Besucherzahl ist eine Durchführung wirtschaftlich sinnlos. 

Street Food Festival, Christkindlmarkt, Trachtenfeste, Grüne Sonne – die Liste der 2020 abgesagten Veranstaltungen ließe sich beliebig ergänzen. Wer nun glaubte, mit Ablauf des alten Jahres würden die Lücken im Kalender schlagartig weniger, der sieht sich auch in den ersten Monaten 2021 getäuscht. Auch, ob der Schongauer Sommer wird steigen können, ist aktuell noch unklar.

Ausgerechnet der 20. Historische Markt hatte im Vorjahr ausfallen müssen, nun will Manfred Wodarczyk dieses Jubiläum vom 6. bis 15. August nachholen. Täglich von 12 bis 24 Uhr, so der Plan des Organisators.

Vollständig in trockenen Tüchern sieht er dabei schon das gastronomische Angebot. Dieses habe sich in den vergangenen Jahren bewährt. „Toll und abwechslungsreich“, so seine Zusammenfassung.

Programm recht weit

In Sachen Musik legt Wodarczyk sich auf die Marke von neun Interpreten, verteilt auf zwei Bühnen, fest. Nachdem sich mit der Auflösung der Band Furunkulus ein Stammgast verabschiedete, sind Die Feuervögel – samt einem ehemaligen Furunkulus-Mitglied – neu dabei. Mit The KingsPipers sei er noch im Austausch, schildert Wodarczyk. Außerdem laute das Rezept in diesem Jahr: „Mehr Handwerk, mehr Kunsthandwerk“.

Auch in Hinblick auf die Sonnenschirme sei schon alles klar – 2018 hatten die Schattenspender nicht den Vorgaben entsprochen; bei hochsommerlichen Temperaturen mussten sie abgebaut werden.

Komplett stehe das Programm noch nicht, so Wodarczyk, letzte Gespräche laufen. Rund 70 Prozent aller Verträge seien aber schon unter Dach und Fach. „Alle kommen gern nach Schongau und loben die besondere Atmosphäre.“

Das gilt auch für die Besucher, die in diesem Jahr – wenn überhaupt – aber wohl nur bis zu einer gewissen Anzahl auf den Volksfestplatz strömen dürfen. „Da muss man schauen, was uns das Gesundheitsamt zugesteht“, weiß Wodarczyk, der hier bis Ende Juni oder Anfang Juli mit einer verbindlichen Entscheidung rechnet. Auch deshalb wird erstmals ein Zaun dafür sorgen, dass nur aufs Gelände kommt, wer seinen Eintritt gezahlt hat.

Erstmals mit Eintritt

Wegezoll beim Historischen Markt, das ist neu. „Wir werden es aber bezahlbar halten“, verspricht Wodarczyk. Drei bis vier Euro pro Tag für jede Person ab 16 Jahren könne er sich vorstellen. Anderswo greife man weit tiefer in den Geldbeutel. Außerdem soll es ein Zehn-Tages-Ticket für rund 15 Euro geben.

In den vergangenen Jahren sei es stets ein Hin- und Herrechnen gewesen, beschreibt der Organisator. Der Grat zwischen Gewinn und Verlust war für den Schongauer Sommer e.V. schmal. „100.000 Euro und aufwärts kann der Verein allein nicht mehr schultern.“

Schließlich wolle das Publikum immer wieder neue Attraktionen erleben, dazu komme der Aufwand mit Kasse, Security und Ordnunsgpersonal. „Auch die Handwerker verlangen etwas, die kommen nicht umsonst.“ Dass fortan und „sicher auch in den nächsten Jahren“ Eintritt verlangt wird, liege also auch, aber nicht nur an Corona.

Einen Fingerzeig zur weiteren Planung sollen diese Woche erste Gespräche im Landratsamt geben. „Mindestens 1.000 Leute, die gleichzeitig rein dürfen, müssen es aber auf jeden Fall sein“, stellt Wodarczyk klar. Seine Zuversicht will er sich beibehalten: „Wenn ich nicht optimistisch bleibe, kann ich es gleich ganz lassen.“

Einen Trailer hat der Historische Markt 2021 bereits. Weitere Informationen finden sich unter www.schongauer-sommer.de.

Rasso Schorer

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