Stilles Leiden

Handlungsbedarf bei der Schongauer St.-Anna-Kirche 

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Sabine Weigand, denkmalschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag (sitzend), ließ sich von Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer (links) und Bauamtsmitarbeiter Robert Thomas (5. v. links) berichten, wie es um die St.-Anna-Kirche steht.

Schongau – Prachtstück ist sie keines mehr, die St.-Anna-Kirche in Schongau. Zumindest auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinsehen entfaltet sie durchaus Charme, doch eine Sanierung ist notwendig. Davon überzeugte sich am Montag auch Sabine Weigand, denkmalschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag.

Die Politik und besonders die bayerische Staatsregierung behandle den Denkmalschutz zu stiefmütterlich, befand Weigand. Dass außer ihren Grünen keine weitere Fraktion einen denkmalschutzpolitischen Sprecher stellt, zog sie als Beleg heran. Die CSU müsse sich fragen lassen, ob sie ein Raumfahrtprogramm wolle „oder lieber die Dinge hier unten richten“. „Kirchenobjekte, die an Kommunen abgestoßen werden sollen, fallen uns immer mehr vor die Füße“, fasste sie zusammen.

Nun ist die St.-Anna-Kirche eben nicht Eigentum der Kirche, sondern der Heiliggeist-Spitalstiftung. Weil diese nicht über das Geld für eine Sanierung verfügt, ist die Stadt gefordert. Doch auch hier sind die Kapazitäten begrenzt – finanziell wie organisatorisch. Immerhin: „Für die nächsten fünf Jahre sind Mittel eingestellt“, schildert Robert Thomas vom Stadtbauamt. Viel konkreter, auch in Hinblick auf mögliche Fördergelder, sei noch nichts. „Mittelfristig werden wir das anpacken.“ Vor allem der Turm schaue zwar bemitleidenswert aus, weise innen aber keine größeren Schäden auf.

Wie eine Sanierung ablaufen könnte, ist noch kaum absehbar. Ebenso wenig wie die entsprechenden Kosten, so Stiftungsleiter Christian Osterried. Wünschenswert sei es aber, erklärt Thomas, im Zuge der dringenden Fassadenarbeiten einen UV-Schutz an den Fenstern vorzunehmen, was wiederum Voraussetzung für eine Rettung der Altarbilder im Inneren sei.

Dass dort wieder mehr Leben neben den in der Regel wöchentlichen Gottesdiensten einkehrt, wünschte sich Zuhörerin Heide-Maria Krauthauf: „Die Schongauer haben kaum Bezug zu ihrer St.-Anna-Kirche.“ 

ras

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