Nach teils hitziger Aussprache

Schongaus neues Aushängeschild

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So sieht es aus, das neue Logo der Stadt Schongau. Vor allem der sogenannte Claim war Gegenstand zäher Diskussionen.

Schongau – Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Doch genau das taten Schongaus Stadträte am vergangenen Dienstag – und zwar ausgiebig. Am Ende setzten sich die anderen Fraktionen gegen die CSU durch. Denn es ging es längst nicht mehr nur um Farbgebung und Schriftband, sondern um den ganzen Entstehungsprozess des neuen Aushängeschilds.

Die Idee war ursprünglich folgende: Vertreter des Stadtrats sollten gemeinsam mit der Peitinger Firma rb media bei einem Workshop ein neues Logo kreieren, um dieses dann dem großen Gremium vorzulegen. „Ein guter Weg“, lobte Ilona Böse (SPD) und ein „tolles Zusammenarbeiten“.

Wirtschaftsförderin Meike Petro hatte zuvor beide Varianten vorgelegt. Eine „sehr einfache, modernere“ und eine „verspieltere“. Welcher der beiden Vorschläge zu favorisieren sei, sei „Geschmackssache“, befand Stephan Hild (UWV), der sich unterm Strich „auch froh“ über das Zustandekommen zeigte. Für Variante zwei schien sich das Gros der Räte durchaus erwärmen zu können. Doch dann trat Michael Eberle stellvertretend für die CSU auf den Plan.

„Das zerfließt hier ja fast in Harmonie“, fasste er zusammen, um dann zur großen Kritik auszuholen. Logo eins sei von vorn bis hinten ungeeignet. Das zweite „modern aber nichtssagend“. Vor allem das Schriftband, der sogenannte Claim, missfiel ihm. Dass dieser je nach Verwendungsfeld flexibel anpassbar sei – aus „Leben am Lech“ könne jederzeit „Kultur am Lech“, „Wirtschaften am Lech“ und dergleichen werden – hatte Petro zuvor zur großen Stärke erklärt.

„Leben am Lech gibts in Landsberg und sogar in Lechbruck, aber bei uns eher nicht“, fand Eberle. Die Altstadt liege nun mal auf dem Berg. Er verwies auf einen seiner Meinung nach ebenso einzigartigen wie treffenden Claim: „Tor zum Pfaffenwinkel“. Also genau jenen Slogan, der schon seit Jahren verwendet wird.

Alter Claim unter neuem Logo – damit schien ein Gutteil der Anwesenden leben zu können. Doch vor allem bei der ALS regte sich Unmut über das Vorgehen der CSU, die keinen Vertreter zum Workshop ent­sandt hatte. Alles Für und Wider sei bereits dort ausgetauscht worden, ein Wiederholen deshalb vergeudete Zeit, meinte Tobias Kalbitzer. Das sah Friedrich Zeller (SPD) ähnlich: „Bei so einer Diskussion im Stadtrat kann nix gscheides herauskommen.“ Bettina Buresch verwies darauf, dass der Workshop als Arbeitsschritt gedacht war, um den Prozess im Stadtrat zu verschlanken während Eberle davor warnte, „alles outzusourcen“ und die Entscheidungshoheit des Gremiums zu untergraben.

Am Ende schien das Motto: Der Rest gegen die CSU. Mit 14:7 Stimmen sprach sich der Stadtrat für Variante zwei ohne Änderungen – also mit angedachtem Lech-Claim – aus.

ras

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