Stadtrat für erweiterte Fußgängerzone

Konzept 5 ist nicht genug

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So sieht die beschlossene Planung für die Umgestaltung des Marienplatzes aus.

Schongau – Die Fußgängerzone am Schongauer Marienplatz rückt näher. Am Dienstag segnete der Stadtrat die Vorentwurfsplanung ab. Dabei trug das Gremium den Ergebnissen der Bürgerwerkstatt im Juli Rechnung. So wird die Rentamtstraße künftig nicht mehr vom Marienplatz aus befahrbar sein. Beim Thema Parken einigte man sich auf einen Kompromiss.

Kurz blickte Stadtbaumeister Ulrich Knecht zu Beginn der Sitzung auf den dreistündigen Workshop im Juli zurück. Damals hatte die Stadt die Bürger eingeladen, sich mit ihren Vorschlägen an der Ausgestaltung der geplanten Fußgängerzone zu beteiligen.

Die Ideen reichten von eher wenig realistischen Wünschen wie dem Bau einer Schrannenhalle, über mehr Begrünung und Sitzgelegenheiten bis hin zu Trinkbrunnen und Wasserspielgelegenheiten für Kinder. Auch zum Thema Verkehr hatten viele Bürger eine klare Meinung.

Statt wie im beschlossenen Konzept 5 sollte die Rentamtstraße nicht mehr vom Marienplatz aus befahrbar sein, um den Fußgängerbereich auf der Ostseite bis zur Kanzleistraße auszuweiten. Gleichzeitig sollten die Parkplätze vor dem Marienbrunnen weichen. Das wiederum kam bei den Geschäftsleuten nicht gut an. So manchem war schließlich bereits das Konzept 5 zu weit gegangen.

Auch aus diesem Grund präsentierte Stadtplaner Jochen Baur am Dienstag den Stadträten gleich mehrere Varianten für die Umgestaltung des Marienplatzes. Allen gemein ist die Verkehrsführung auf der Westseite, die sich nach dem Konzept 5 richtet, also ein Befahren der Löwenstraße zulässt, sowie die Gestaltung des Platzes südlich des Brunnens.

Variable Sonnenschirme, mobile Sitzbänke, eine Wasserrinne, die vom Brunnen aus gespeist wird, zudem ein Trinkwasserspender, Behindertenstellplätze neben dem Ballenhaus: Baurs Vorschläge griffen viele Ideen der Bürger auf.

Interessant wurde es im Bereich nördlich des Brunnens. Hier sieht die erste Variante vor, die Parkplätze zu erhalten, sie allerdings durch einen Durchgang zu trennen. Variante zwei dagegen verzichtet dort ganz auf Stellplätze, was laut Baur noch mehr Platz für Cafés und Aufenthaltsbereich ließe. In beiden Fällen hatte der Stadtplaner die Zufahrt zur Rentamtstraße unberührt gelassen.

Das änderte sich bei Vorschlag Nummer drei. Hier beginnt die Fußgängerzone bereits ab der Kanzleistraße, vor dem Brunnen blieben immerhin sechs Stellplätze übrig. In der Rentamtstraße, die dann nur noch von Osten her befahrbar wäre, würden dagegen zwei Parkplätze wegfallen. Hier sollen stattdessen Fahrradständer aufgestellt werden.

Überraschend schnell kristallisierte sich bei der anschließenden Diskussion im Gremium heraus, dass alle Fraktionen inklusive des Bürgermeisters die erweiterte Fußgängerzone favorisierten. Nur bei den Parkplätzen gingen die Meinungen auseinander. Während CSU und UWV dafür waren, vor dem Marienbrunnen weiterhin Stellplätze anzubieten, lehnten SPD und ALS dies ab.

„Wir sollten den Bogen nicht überspannen“, gab Bürgermeister Falk Sluyterman im Hinblick auf die Geschäftsleute zu bedenken. Er habe zwischenzeitlich das Gespräch mit dem Vorsitzenden der Werbegemeinschaft, Franz Köpf, gesucht und könne deren Forderung nach ladennahen Parkmöglichkeiten durchaus nachvollziehen.

„Der Kompromiss ist ein Quantensprung“, sagte auch Knecht und appellierte: „Wir müssen versuchen, alle mitzunehmen.“ Gleiches betonten Michael Eberle (CSU) und Stephan Hild (UWV).

Bei der ALS jedoch wollte man nicht so schnell beigeben. „Sobald dort Parkplätze sind, verändert das die Gesamtsituation am Platz. Das ist von der Qualität schon ein großer Unterschied“, fand Gregor Schuppe (ALS), der sich wie seine Fraktionskollegen an dem zu erwartenden Parksuchverkehr störte.

Ändern konnte daran auch der Hinweis von Sluyterman nichts, dass die Parkplätze als Kurzzeitstellplätze geplant und dadurch „nicht sehr attraktiv“ seien.

Bei der Abstimmung über die Variante drei ohne Parkplätze schlossen sich der ALS jedoch nur zwei SPD-Stadträte an. Die große Mehrheit (22:2) folgte anschließend dem vorgeschlagenen Kompromiss.

Christoph Peters

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