Stadtrat verabschiedet Schmidbauer

Nach 29 Jahren ist endgültig Schluss

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Zum Abschied gab es von Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl den goldenen Ehrenring samt Urkunde für Helmut Schmidbauer und einen Blumenstrauß für seine Frau Evelyn.

Schongau – Nun ist es offiziell: Helmut Schmidbauer sitzt nicht länger im Schongauer Stadtrat. Am Dienstag verabschiedete das Gremium sein langjähriges Mitglied.

Wie jeder Stadtrat, der das Ehrenamt mindestens drei Legislaturperioden bekleidet hat, erhielt auch der CSU-Politiker den goldenen Ehrenring der Stadt. Schmidbauer wäre allerdings nicht Schmidbauer, hätte er deshalb auf eine letzte kritische Anmerkung verzichtet.

Gesundheitliche Gründe zwingen den CSU-Politiker, sein Amt ein Jahr vor der nächsten Kommunalwahl zur Verfügung zu stellen. Bereits im Februar hatte Schmidbauer das Gremium um seine Entlassung gebeten. Jetzt folgte der offizielle Teil. Mit seiner Ehefrau Evelyn und weiteren Angehörigen nahm Schmidbauer am Dienstagabend auf extra aufgestellten Stühlen in der Mitte des Rathaussaals Platz. Selbst Ehrenbürger Fritz Holzhey war erschienen, um der Verabschiedung beizuwohnen. 

 Es sei ihm eine Ehre, die ihn aber gleichzeitig mit Wehmut erfülle, einen langjährigen Stadtrat zu verabschieden, begann Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl seine Laudatio. Dann rief das Stadtoberhaupt kurz das politische Wirken Schmidbauers ins Gedächtnis: 29 Jahre Stadtrat, sechs davon als 2. Bürgermeister, Mitglied in diversen Ausschüssen, 18 Jahre Kreisrat. 

Seit 2004 habe Schmidbauer zudem die Leitung des Stadtmuseums inne, seit 2002 den Posten des Kreisheimatpflegers. Gerade in letzterer Funktion habe er „uns immer wieder wachgerüttelt und daran erinnert wie unbequem Denkmalschutz sein kann“, sagte Gerbl. Für die Entscheidung, vom Stadtratsamt zurückzutreten habe er natürlich Verständnis. „Irgendwann kommt die Zeit, in der man Prioritäten setzten muss.“ Anschließend überreichte er dem CSU-Politiker den goldenen Ehrenring und eine Urkunde, verbunden mit einer Bitte: „Sei nicht so streng mit dem, was wir ohne dich beschließen.“ 

Natürlich ließ es sich Schmidbauer nicht nehmen, selbst noch einmal das Wort zu ergreifen. Gerade sei alles noch einmal an ihm vorbeigezogen, begann er. „Es ist eine wichtige Zeit in meinem Leben gewesen.“ Den goldenen Ehrenring, immerhin die zweithöchste Auszeichnung der Stadt, werde er gerne tragen, denn „ich glaube, dass ich ihn mir nicht nur ersessen habe“, sagte Schmidbauer. 

 Eine kleine Kritik konnte sich der in all den Jahren für seine markante Art bekannte Politiker nicht verkneifen. Dass die Auszeichnung seit 1995 nur noch an scheidende Stadträte vergeben werde, entspreche nicht der ursprünglichen Idee. „Ich bitte Sie daher“, wandte er sich an die Stadträte, „dass Sie den Mut aufbringen, in Zukunft wie früher auch andere verdiente Bürger damit zu würdigen.“ Dass der Stadtrat auch ohne ihn zurechtkommen werde, daran hege er keinen Zweifel, bekannte Schmidbauer. Es könne allerdings sein, dass er selber an Dienstagen künftig eine gewisse innere Unruhe verspüre, scherzte der CSU-Politiker, ehe er „Adieu“ sagte. 

Schmidbauers Platz am Stadtratstisch blieb nicht lange leer. Gerbl vereidigte gleich anschließend Listennachfolger Oliver Kellermann. Christoph Peters

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