Stadtrat schmettert Antrag ab

Klares Nein zur Öffnung der Fußgängerzone

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Bleibt wie es ist: Den Antrag der Geschäftsleute auf Öffnung der Fußgängerzone schmetterte der Stadtrat mit großer Mehrheit ab.

Schongau – Die Fußgängerzone beschäftigte abermals den Schongauer Stadtrat. Ein Eil-Antrag von Geschäftsinhabern rund um den Marienplatz auf temporäre Öffnung während der Lechberg-Sanierung (der Kreisbote berichtete) stand auf der Tagesordnung. Mit großer Mehrheit lehnte das Gremium den Antrag ab: „Das wäre der Anfang vom Ende“, so die klaren Worte von Bürgermeister Falk Sluyterman.

Für drei Monate muss der Lechberg und damit eine Zufahrt in die Altstadt wegen Sanierungsarbeiten gesperrt bleiben. Einige am Marienplatz ansässige Einzelhändler haben deshalb einen Antrag auf eine westseitige Öffnung der Fußgängerzone bei der Stadt eingereicht. Zur Begründung heißt es im Antrag: „Wir halten diese Maßnahme für grundlegend wichtig aufgrund der schlechten Erreichbarkeit der Südseite der Altstadt während der Baumaßnahmen.“

Nicht nachvollziehbar waren diese Argumente für Bürgermeister Falk Sluyterman sowie die große Mehrheit der Stadträte. Die derzeitigen umfangreichen Baumaßnahmen in der ganzen Lechstadt würden die Einzelhändler zwar stark belasten, abgeschnitten sei die Altstadt aber keineswegs, betonte das Stadtoberhaupt. Immerhin ist die Innenstadt noch durch das Münz- sowie das Maxtor mit dem Auto zu erreichen.

Sluyterman sieht vielmehr auch die Einzelhändler selbst in der Pflicht, beispielsweise im Hinblick auf einheitliche Öffnungszeiten. „Wenn ich mittags um Viertel nach zwölf zum wiederholten Mal vor verschlossener Tür stehe, komme ich halt auch nicht wieder“, so der Bürgermeister. Mit mangelnden Parkplätzen vor den Geschäften sehe er jedoch keinen Zusammenhang. In Schongau gebe es kein Parkplatzproblem, was auch durch das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) bestätigt worden sei. Viel gravierender für die Geschäftsleute sei doch die Konkurrenz mit dem Internet.

Als „Rolle rückwärts“ bezeichnete Ilona Böse (SPD) eine mögliche Öffnung der Fußgängerzone. Die Bevölkerung würde sich schon noch daran gewöhnen: „Pflanzt man einen Apfelbaum, wachsen da ja auch nicht gleich die Äpfel“, so die SPD-Fraktionsvorsitzende. Zudem bemängelte sie, dass kaum jemand der Antragssteller in der Sitzung anwesend war. Ähnlich äußerte sich auch zweiter Bürgermeister Tobias Kalbitzer (ALS), der den Antrag nicht ernst nehmen könne. Es werde lediglich versucht, einen Fuß in die Tür zu kriegen. „Wenn man den Baum immer wieder Stück für Stück absägt, geht‘s auch nicht weiter“, griff Robert Stöhr (CSU) das Bild vom Apfelbaum auf.

Ganz klar für den Versuch sprach sich hingegen Oliver Kellermann (CSU) aus. Er plädierte dafür die Fußgängerzone für drei Monate zu öffnen und im Nachgang die Bürger entscheiden zu lassen, welche Variante sie bevorzugen. Zumindest teilweise konnte dem auch Stephan Hild (UWV) etwas abgewinnen. Er regte an eine Sommer-Winter-Lösung zu überdenken.

Gegen die Einrichtung von Kurzzeitparkplätzen am Lindenplatz während der Lechberg-Sperrung hatte der Stadtrat keine Einwände.

Mit 18:4 Stimmen lehnte der Stadtrat eine temporäre Öffnung der Fußgängerzone schließlich ab. Dem zweiten Teil des Antrags, nämlich, dass am Lindenplatz weitere Kurzzeitparkplätze geschaffen werden soll, folgte das Gremium einstimmig.

Astrid Neumann

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