Kommunalwahl 2020

Rehbehn will es machen

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Hans Rehbehn (3. v. links) erhält in seinen Ambitionen die Unterstützung der Schongauer CSU um Evelyn Paul (Frauen Union), Oliver Kellermann (Ortsvorsitzender), Kornelia Funke (Fraktionsvorsitzende), Florian Stögbauer (Junge Union) und Paul Huber (Senioren Union) (v. links).

Schongau – Als Pressesprecher des Landratsamtes, Leiter des Büros der Landrätin und stellvertretender Leiter der Dienststelle Schongau ist Hans Rehbehn ein im Landkreis bekanntes Gesicht. Geht es nach ihm, tauscht er diesen Job im nächsten Jahr aber gegen ein anderen Posten ein. Ruhiger wird es im Erfolgsfall allerdings nicht: Bei der Kommunalwahl im März tritt der heute 59-Jährige als Bürgermeisterkandidat für Schongau an. Die CSU unterstützt das Ansinnen des parteilosen Rehbehn.

„Die CSU wird mit einem Bürgermeisterkandidaten in die Kommunalwahl ziehen“, hatte Michael Eberle, Pressesprecher der Schongauer CSU in seinem Einladungsschreiben angekündigt. Am Montagabend fasste sich der Auserkorene dann kurz: „Ich bin‘s“, sagte Rehbehn beim Pressegespräch in der Ratsstube des Ballenhauses. Am Freitag zuvor hatte der CSU-Parteirat ihm einstimmig sein Vertrauen ausgesprochen.

Oliver Kellermann, Schongaus CSU-Vorsitzender, hatte vor einigen Monaten die Initiative ergriffen und Rehbehns allgemeine Bereitschaft abgeklopft, sich politisch zu engagieren. Exklusiv für sich beanspruchen können die Christsozialen diese Idee indes nicht: Insgesamt seien drei Stadtratsfraktionen auf ihn zugekommen, ob er ihre Reihen im Gremium verstärken wollen würde, so Rehbehn. „Sehr sehr ähnliche Standpunkte“, so Kellermann, gaben den Ausschlag dann zugunsten der CSU. Die Chemie habe gestimmt, beschreibt der Umworbene selbst, der parteilos ist und auch bleiben wird. Den Schritt, sich auch als Bürgermeisterkandidat aufstellen zu lassen, habe er bis zur Zusage vor zwei Monaten sorgsam abgewogen – auch, weil er selbst in politischen Gremien und Ämtern noch nicht im Vordergrund aufgetreten sei.

Der Gedanke, dass er einmal den Chefsessel in einem oberbayerischen Rathaus anvisieren würde, lag Rehbehn bei seiner Geburt 1960 in Neu-Bülk in Schleswig-Holstein wohl noch gänzlich fern. Nach seinem Hauptschulabschluss, einer Lehre als Koch, einem Jahr als Geselle und Bundeswehrdienst als Fallschirmjäger in Calw kam er als Berufssoldat nach Altenstadt – und damit vor 31 Jahren nach Schongau. Nachdem er 1994 seinen Fachhochschulabschluss und danach das Diplom des Verwaltungsfachwirts in der Tasche hatte sowie einer Zwischenstation als Programmierer bei der Stadt München, bewarb Rehbehn sich 2001 beim hiesigen Landratsamt, das ihn im Sozialamt Schongau als Sozialhilfe-Sachbearbeiter einsetzte. Seit 2009 fungiert Rehbehn als Pressesprecher.

Als seine Hobbys gibt der Vater von vier erwachsenen Kindern – zwei aus erster, zwei aus zweiter Ehe – Zeit in der Natur an. Sportliche Schwerpunkte sind Radfahren, Schwimmen und insbesondere Laufen. Daneben nennt Rehbehn den Besuch kultureller Veranstaltungen, das Malen von Aquarellen mit einem Glas Wein und das Engagement in mehreren Vereinen. Seit Oktober 2017 ist er, der im Forchet wohnt, beim Verein Tropfen e.V. erster Vorstand.

Seine Agenda, der er sich als Bürgermeister verpflichtet fühlen würde, umreißt Rehbehn so: „In Sachen Wirtschafts-, Familien- und Bürgerfreundlichkeit ist viel Luft nach oben.“ Er erkenne in Schongau ein schwindendes Vertrauen in die Kommunalpolitik. Schwache Wahlbeteiligung und Planungsworkshops mit „20, 25 Teilnehmern“, seien Beleg hierfür.

Die Stadtverwaltung sehe er als „Dienstleister für den Bürger“; im Rathaus, das „partei­frei geführt werden sollte“, gelte es Arbeitsabläufe, zu modernisieren. Für eine bessere Lebensqualität aller Generationen wolle er Wohnraum schaffen und erhalten. „Ich würde Baugebiete erschließen, Grundstücke und Immobilien erwerben.“ Es sei zu prüfen, Leerstände aufzukaufen um sie weiterzuvermieten oder „Begegnungsstätten zu schaffen“. Gemeinsame Wohnbaugenossenschaften seien zielführend und ein erstrebenswerter Fortschritt in der interkommunalen Zusammenarbeit. Überhaupt sei der westliche Teil des Landkreises gefordert, seine Bemühungen geschlossen zu intensivieren, um vom östlichen Teil nicht abgehängt zu werden.

„Wirtschaftsförderung und City-Management müssen Chefsache werden“, legt sich Rehbehn fest. Momentan werde seiner Einschätzung nach zu oft vom Schreibtisch aus agiert. „Ich will auf die Leute zugehen, mit ihnen reden.“ Die Parkplatzsituation in der Altstadt bezeichnet er als „unsäglich“. Ein Parkhaus, von dessen Obergeschoss aus eine barrierefreie Brücke – kein Schrägaufzug – ins Herz Schongaus führe, sei eine „coole Sache“.

Der Tourismus halte einen „Dornröschenschlaf“. Für mehr Sauberkeit seien zusätzliche Mülleimer aufzustellen und die Bürgerschaft auf deren Gebrauch hinzuweisen. Die Attraktivität Schongaus hänge auch von modernen Sportstätten ab – exemplarisch nennt Rehbehn das Eisstadion, das Plantsch und einen Skaterpark.

Dass ein Bürgermeister Rehbehn einer „soliden, transparenten und zielgerichteten Zusammenarbeit“ zuträglich sei, hofft Kornelia Funke, Fraktionsvorsitzende der CSU im Stadtrat. Ihr Wunsch: „Kurze und prägnante Stadtratssitzungen.“ Man hoffe deshalb auf eine Wiederbelebung der Fraktionsführerbesprechungen in Beisein des Rathauschefs. Das entlaste auch die Verwaltung, glaubt Kellermann. Themen, die einen „Schub brauchen“, verschwänden so weniger schnell „unten im Stapel“, so Eberle.

Offiziell aufstellen wird die CSU Rehbehn am 6. Juni im großen Ratssaal des Ballenhauses. Unter www.hans-rehbehn.de finden sich weitere Infos.

Rasso Schorer

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