Sitzungen mit Mindestabstand

Schongaus alter und neuer Bürgermeister Falk Sluyterman im Wahlsieg-Interview

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Im Kreise seiner Familie verbrachte der alte und neue Bürgermeister Falk Sluyterman den Abend der Stichwahl am vergangenen Sonntag.

Schongau – Der alte Bürgermeister ist auch der neue: Falk Sluyterman hat sich in der Stichwahl gegen Herausforderer Hans Rehbehn mit 51,3 Prozent durchsetzen können. Mit dem Kreisboten hat er über sein Wahlergebnis, die Wahlbeteiligung und seinen Wahlkampf gesprochen. Auch über die künftigen Stadtratssitzungen in Zeiten der Corona-Krise hat sich Sluyterman Gedanken gemacht.

Sind Sie mit Ihrem Wahlergebnis zufrieden?

Sluyterman: „Dass es die Schongauer spannend mögen, weiß ich bereits von der letzten Wahl. Ich freue mich, dass die Mehrheit der Wahlberechtigten mir ihre Stimme gegeben hat. Dies zeigt mir, dass auch ohne Großplakate sowie Wahlunterstützung durch Minister, Landrätin und Bundestagsabgeordnete eine Wahl zu gewinnen ist.“

Was sagen Sie zur Wahlbeteiligung von 59,5 Prozent?

Sluyterman: „Natürlich wäre eine höhere Wahlbeteiligung schön gewesen, zumal alle Wahlberechtigten die Unterlagen für die Briefwahl zugeschickt bekommen haben. Es war also sehr bequem und einfach, sich an der Wahl zu beteiligen. Offenbar sind die Nichtwähler – immerhin rund 40 Prozent – mit den Verhältnissen in unserer Stadt zufrieden und wollen keine Veränderung.“

Wie schätzen Sie die künftige Zusammensetzung im Stadtrat ein?

Sluyterman: „Es gibt einige neue Stadträte und viele, die schon länger diesem Gremium angehören. Alle eint, dass sie das Beste für unsere Stadt wollen. Ich bin mir sicher, dass wir über Fraktionsgrenzen hinaus gut zusammenarbeiten werden – so wie es auf kommunaler Ebene sein soll.“

Wird Alexander Majaru nun in den Stadtrat nachrücken? Und wie sehen Sie dadurch das Verhältnis innerhalb der SPD-Fraktion

Sluyterman: „Ob Herr Majaru nachrücken wird, ist seine Entscheidung. Er ist gewählt und es steht mir nicht zu, ihn zu beeinflussen. Dass er mit seinem unglücklichen Comic einen Fehler gemacht hat, steht auch für ihn außer Frage und er hat sich dafür entschuldigt. Dabei darf nicht vergessen werden, dass dieses Comic sein WhatsApp-Profilbild war – sich also ausschließlich in seinem privaten Bereich befand. Hiervon hat einer seiner Kontakte einen Screenshot gemacht und diesen, mit der Absicht politischen Unfrieden zu stiften, an einen Dritten weitergeleitet – und dies wenige Tage vor Ende der Stichwahl! Das Bild wurde danach offenbar der Presse zugespielt. Für diesen weiteren Verlauf war Herr Majaru nicht verantwortlich.“

Sind Vorgehensweisen für die künftigen Sitzungen geplant (Peiting weicht beispielsweise in die Schloßberghalle aus)? Wie wird die konstituierende Sitzung möglicherweise ablaufen?

Sluyterman: „Künftige Stadtratssitzungen werden voraussichtlich so ablaufen, dass der Mindestabstand auf jeden Fall eingehalten werden kann und so das Ansteckungsrisiko verringert wird. Hierfür sind die Planungen der Verwaltung aber noch nicht ganz abgeschlossen. Wir werden auf jeden Fall die Gesundheit der Stadträtinnen und Stadträte, meiner Mitarbeiter der Verwaltung sowie der Öffentlichkeit bestmöglich schützen.“

Was würden Sie im Wahlkampf im Nachhinein vielleicht anders machen?

Sluyterman: „Eigentlich hatte ich vor, vier Wochen vor dem ersten Wahlgang für den Wahlkampf Urlaub zu nehmen. Die Dienstgeschäfte ließen dies aber nicht zu, so dass ich nur an wenigen Nachmittagen Hausbesuche machen konnte. Vielleicht habe ich deshalb die nur rund 50 Stimmen verpasst, die mir im ersten Wahlgang für die absolute Mehrheit gefehlt haben. Insofern werde ich meinen Schwerpunkt im nächsten Wahlkampf noch mehr auf den persönlichen Kontakt setzen.“

Interview: asn

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