Zwischen Sluyterman und Rehbehn

Schongau geht in die Bürgermeister-Stichwahl

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Falk Sluyterman (rechts) und Hans Rehbehn (2. v. links) gehen in die Stichwahl, Daniela Puzzovio (2. v. rechts) schied aus. Links Wahlleiterin Bettina Schade.

Schongau – Die Entscheidung, wer Schongaus Bürgermeister wird, ist aufgeschoben. Die 48,9 Prozent der Stimmen, die Amtsinhaber Falk Sluyterman (SPD) erhielt, machen knapp eine Stichwahl notwendig. In dieser nimmt auch Hans Rehbehn (CSU) einen neuen Anlauf. Er kam auf 37,0 Prozent. Daniela Puzzovio (ALS) ist mit 14,1 Prozent aus dem Rennen.

Dort, wo alle sechs Jahre viele Augenpaare die Zwischenergebnisse der Bürgermeisterwahl verfolgen, hielt sich die Zahl der Anwesenden diesen Sonntagabend ab 18 Uhr in Grenzen. Gerade mal elf Leute hatten sich eingefunden: Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) war in vierköpfiger Gesellschaft im Rathaussaal erschienen, ALS-Kandidatin Daniela Puzzovio hatte den scheidenden Stadtrat Siegfried Müller dabei. Drei Vertreter der Presse, dazu Wahlleiterin Bettina Schade, das war‘s. Bewerber Hans Rehbehn kam samt Ehefrau später nach – er war bis zuletzt als Landkreis-Pressesprecher gefordert.

„Corona überdeckt die Wahl“, hielt Wahlleiterin Bettina Schade schon zuvor angesichts dieser überschaubaren Runde fest, nachdem der Rathaussaal diesmal für die Allgemeinheit geschlossen bleiben musste. Inwieweit die Pandemie auch für die schlechte Wahlbeteiligung verantwortlich war, ließ sich nur mutmaßen. Lediglich 53,7 Prozent der stimmberechtigten Bürger warfen ihren Stimmzettel für die Bürgermeisterwahl in die Urne. Im Jahr 2014 waren es im Durchgang vor der Stichwahl 57,3 Prozent gewesen, im Jahr 2008 noch 61,1.

Angesichts der gestiegenen Zahlen der Briefwähler (wir berichteten) war zuvor schon die Zahl der Schongauer Wahlbezirke erhöht worden. Insgesamt 17 waren es diesmal: acht normale, neun zur Briefwahl – die Zahl letzterer stieg damit im Vergleich zur Wahl 2014 um zwei.

Als erstes tauchte Stimmbezirk „Forchet I, II, III“ auf der Leinwand auf. Auf 63,0 Prozent kam Sluyterman hier, gefolgt von Rehbehn (25,9) und Puzzovio (11,1). Diesen Wert konnte der Amtsinhaber aber nicht halten. Nach und nach rutschten seine Zahlen nach unten, vor allem Rehbehn holte auf. Nachdem die Zahlen der normalen Bezirke komplett vorlagen, stand Sluyterman bei 52,1, Rehbehn bei 33,9 und Puzzovio bei 14,0 Prozent. Eine Stichwahl rückte immer näher. Nachdem 14 von 17 Bezirken ausgezählt waren, war es dann soweit: Mit 49,6 Prozent war Sluyterman erstmals unter die entscheidende Marke von 50 Prozent gerutscht. Nochmals knacken konnte er sie nicht.Mit am Ende 14,1 Prozent verabschiedete Puzzovio sich aus dem Bürgermeisterrennen, Sluyterman (48,9) und Rehbehn (37,0) stehen sich in zwei Wochen zur Stichwahl gegenüber.

„Ich kann mit jedem Ergebnis leben und freue mich, wenn ich künftig als Stadtrat mitwirken kann“, fasste Puzzovio zusammen. Immerhin sei sie das Zünglein an der Waage gewesen, das den Ausschlag in Richtung Stichwahl gab.

Deren Erreichen sah Sluyterman sowohl für sich, als auch für Rehbehn als ersten Teilerfolg. „Ich bin mit den erreichten nahezu 50 Prozent guter Dinge“, fasste der amtierende Rathaus­chef für sich zusammen. Eine Stichwahl habe er zuvor für nahezu vorprogrammiert gehalten. Als „total super“ bewertete Rehbehn in einer ersten Reaktion sein Abschneiden. Einig waren sich beide darin, dass die kommenden zwei Wochen Wahlkampf von erschwerten Bedingungen gekennzeichnet seien – Stichwort Corona.

ras

Auch Peiting geht in die Stichwahl: Dort stehen sich Peter Ostenrieder und Annette Luckner gegenüber. 

Der Wahlsonntag im Landkreis: ein Überblick.

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