Diesmal am Schongauer Kasselturm

Fünfte Auflage des Kulinarik-Flashmobs

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Zeremonienmeisterin des Abends Beatrice Amberg (Mitte Hintergrund stehend) bei der offiziellen Begrüßung. Mit dem obligatorischen Schwenken der Servietten geht es los.

Schongau – Es gibt sie, die besonderen idyllischen Plätze in der Lechstadt. Für die Spontanveranstaltung „Dinner in Weiß“ wurden in den vergangenen vier Jahren wunderschöne Ecken der Altstadt gefunden, um dort miteinander in abendlicher Runde stilvoll zu dinieren. Schwanenweiher, Marienplatz, Dr. Leonhard Zill Platz und Schlossplatz waren bisher ausgewählt worden. Und wo traf man sich in diesem Jahr?

Ein Sommertag wie im Bilderbuch ist er, dieser Freitag der 13., auf den der Verein Schongau belebt hinfiebert. Die fünfte Auflage des Dinners in Weiß steht an, doch bis kurz vorher wissen nur die wenigen Eingeweihten, wo der kulinarische Flashmob über die Bühne geht.

Initiator Martin Kayser hatte die Wetterkarte im Auge behalten. Anlass zu Optimismus bot das anrückende Hoch Falk, Namensvetter von Schongaus Bürgermeister Sluyterman. Bestimmt ein Garant für einen trockenen und lauwarmen Abend. Kayser legte den Termin fest und verschickte erste Infos. Die Freunde mediterraner Küche, spritziger Alkoholika und süßer Verführungen lagen seitdem in Lauerstellung. Doch den Treffpunkt hielt der Macher streng geheim.

Treffpunkt Kasselturm

Erst am Freitag gegen 17 Uhr dann die heiß ersehnte Bekanntgabe: Kaysers Wahl fiel auf den Kasselturm. Besser gesagt das große langgezogene Rasenstück neben der Treppe, wo sich schon in grauer Vorzeit die jungen Schongauer zum Feiern verabredeten.

Um kurz nach 19 Uhr rührt sich dann etwas. Handkarren oder andere zusammengebaute Improvisationen rollen an. Darauf Tische, Stühle, Körbchen und Tischwäsche. Nicht oft in Gebrauch, aber zum Dinner in Weiß muss alles herhalten, was farblich passt. Weiße Hortensien und Schneebälle in Glasschalen, dazu Kerzen und Windlichter – Johanna hat in Windeseile die Treppe zum Turm in einen echten Blickfang verwandelt. Daneben kämpft Uwe mit dem Auslegen der Tischdecke. Er schafft es. Nicht aber Elke, für die ihr mitgebrachter Campingtisch die größte Herausforderung des Abends ist. Und Louis, mit drei Jahren einer der jüngsten Teilnehmer, hat schon mit Sophie angebandelt.

Knapp 100 Teilnehmer

Es läuft wie am Schnürchen. Keine 30 Minuten später haben knapp 100 Personen im Schatten der zwei mächtigen Ahornbäume Platz genommen und genießen die letzten Sonnenstrahlen. Beatrice Amberg, 1. Vorstand von Schongau belebt, ergreift das Wort. Ein Novum, schnappt sich sonst doch immer Kayser die Tischglocke. Doch wo er, der Organisator des Kulinarik-Flash­mobs steckt, sollte den ganzen Abend Frage bleiben.

Amberg also gibt das Zeichen zur Eröffnung des Abends. Erst das Bimmeln ihrer Tischglocke, dann das Schwenken der vielen weißen Servietten und ein gegenseitiges freundliches Kopfnicken. So will es die Regel. Dann das heißersehnte Anstoßen der Gläser. Christoph hat dazu eine Flasche vom guten 2015er La Fleur Saint-Michel geköpft, Sandra gönnt sich ein Gläschen vom prickelnden Sonnet-Gillot aus der Champagne und das verliebte Pärchen etwas abseits genießt einen Chanson Beaune 1er Crû. Nur Falk, wie gesagt an diesem Abend nicht Bürgermeister, sondern Garant für das herrliche Wetter, bleibt seinem Weißbier treu.

Leichter Genuss

Kerzen werden angezündet. Die leichte Küche hat Hochkonjunktur. Salate in allen Variationen, Gemüse roh oder gegrillt, Zucchini oder Auberginen überbacken, toskanische Pasta. Dazu viel luftgetrockneter Schinken und Käse in allen Variationen. Und natürlich Stimmengewirr, zwanglose Unterhaltung. Und immer wieder ein großes Kompliment an den tollen Platz am Kasselturm. Bei Einbruch der Dunkelheit ein letztes Kommando von Amberg: Miteinander werden die ausgeteilten Wunderkerzen entzündet. Stimmungsvoll fast wie Weihnachten unterm Christbaum. Nur heute eine Sommernacht unterm Kasselturm.

Hans-Helmut Herold

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