»Hoffnung stirbt zuletzt«

»Schwer zu verstehen«: Schongaus Märchenwald darf nicht öffnen

Ein trauriges Bild: Wo Kinder sich normalerweise stundenlang austoben können, herrscht ungewöhnliche Ruhe.
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Ein trauriges Bild: Wo Kinder sich normalerweise stundenlang austoben können, herrscht ungewöhnliche Ruhe.

Schongau – Ein ungewohntes Bild an einem sonnigen Wochenende auf dem großen Parkplatz vor dem Märchenwald. Gähnende Leere ist angesagt. Ungewohnt, wenn man das Bild vor Corona vor Augen hat. Auto an Auto mit Kennzeichen aus ganz Deutschland. Hoffnung auf den kommenden Montag mit all seinen Lockerungen liegen in der Luft. Aber zerplatzen ganz schnell. Trotz seiner weiten Fläche mit einem ausgeklügelten Hygienekonzept darf der Märchenwald nicht öffnen.

Schon von Weitem hört man die Lockrufe der Papageien. Teilweise klingt es wie verzweifelte Schreie nach Gästen. Doch Fehlanzeige. Trotz eines ausgeklügelten Hygienekonzept darf niemand den beliebten Freizeitpark mit seinen vielen Märchenstationen betreten.

Im Innenbereich alles auf Hochglanz geputzt. Die Wege blitzsauber und mit unverwechselbaren Pfeilen für die Bewegungsrichtung der Gäste gekennzeichnet. Doch die Gäste fehlen. Keine spielenden Kinder weit und breit, keine Eltern oder Tanten mit Onkel auf den Parkbänken. Es ist zum Haare raufen.

Auf alle Fälle für Florian Hallmann (29) und seine Schwester Franziska (30). Die Geschwister, die zu gleichen Teilen Inhaber und Geschäftsführer sind, sitzen voll auf dem Trockenen. „Wir haben bisher überhaupt keine Informationen von Seiten der Behörden, wann wir öffnen dürfen und unter welchen Voraussetzungen“, beklagt Florian. Trotzdem hat er die Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Ich habe immer noch viel Hoffnung in mir, weil ich mir sicher bin, dass es weiter geht“, setzt Florian nach.

Schon im vergangenen Jahr war ein Hygienekonzept ausgearbeitet worden, das hervorragend geklappt hat. Die Anzahl der Besucher war festgelegt, die auch online buchen konnten. Hygienestationen waren aufgebaut, die Anzahl der Toiletten erweitert. Im gesamten Park war Maskenpflicht. „Dieses Konzept können wir sofort wieder aktivieren“, erklärt Franziska, die vor allem das „Hin und Her“ der Behörden belastet.

Daher fällt eine vernünftige Planung unwahrscheinlich schwer. „Wir sind Hoffnungsträger für all unsere Mitarbeiter. Wenn wir aber nicht sagen können, wie‘s weitergeht, hängen auch die in der Luft“, ergänzt sie. Apropos Mitarbeiter. Einige von ihnen, die sich in Kurzarbeit befanden, wurden von der Agentur für Arbeit angehalten, andere Jobs anzunehmen. Diese Kräfte in einem eingespielten Team fehlen jetzt natürlich. „Deshalb suchen wir auch händeringend nach Ersatz“, so Florian. Trotzdem, so unterstreicht er dies deutlich, könnte der Betrieb sofort wieder geöffnet werden.

Pläne haben Florian und Franziska genügend. So planen sie eine intensivere Vernetzung zu anderen Freizeiteinrichtungen wie zum Beispiel den Alpakahof in Peiting und das Plantsch in Schongau. Auch gibt es Planungen, wie man es den Besuchern aus der näheren Umgebung leichter machen könnte, den Märchenwald öfter und spontan unter der Woche zu besuchen.

Aber da der Märchenwald nicht als Zoo oder botanischer Garten eingestuft ist, durfte er am vergangenen Montag eben nicht öffnen. „Es ist schwer zu verstehen, wenn wir am Wochenende wieder zusehen dürfen, wie sich unsere Millionäre auf dem Fußballfeld verschwitzt näher kommen dürfen, wir aber mit unseren Kindern vor verschlossenen Türen des Märchenwalds bleiben müssen“, so eine junge Familie mit Kinderwagen, die auf gut Glück nach Schongau gekommen ist.

Hans-Helmut Herold

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