Schongaus SPD-Chef Robert Bohrer ist tot

Trauer und Betroffenheit

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Robert Bohrer.

Schongau – Die SPD Schongau trauert um ihren langjährigen Orts- und Fraktionsvorsitzenden: Robert Bohrer, 56, ist tot. 

Am Dienstag hätte Robert Bohrer um 15.30 Uhr einen öffentlichen Termin gehabt. Die nächste Bauausschusssitzung der Stadt Schongau stand an. Doch sein Platz am Tisch im großen Sitzungssaal blieb leer wie auch die Plätze aller anderen Mitglieder des Gremiums. Am Vormittag hatte Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl die Sitzung abgesagt, nachdem er zuvor die schreckliche Nachricht erhalten hatte: Der SPD-Fraktionschef Robert Bohrer ist tot. 

Der Schock bei Gerbl saß tief. „Es ist, als hätte jemand einem einen Hammer auf den Kopf gehauen. Wir sind alle wie gelähmt und tief betroffen“, reagierte das Stadtoberhaupt am Dienstag entsetzt. Polizeichef Rudolf Fischer hatte ihn am Vormittag informiert, dass sich Bohrer offenbar selbst das Leben genommen hatte. Die Beziehung zwischen den beiden Parteikollegen war eng, man kannte und schätzte sich seit Jahrzehnten. Als Bohrer 1990 erstmals in den Schongauer Stadtrat einzog, trat Gerbl in Hohenfurch in den Gemeinderat ein. 2008 fädelte Bohrer Gerbls Kandidatur in Schongau ein. Die Lücke, die der 56-Jährige bei der SPD hinterlässt, ist groß. „Er hat sehr viel Zeit in die Politik investiert. Ihn zu ersetzen, wird sehr schwierig“, ahnt Gerbl, der Bohrer zuletzt am Donnerstag voriger Woche bei der Sportlerehrung getroffen hatte. 

In der Tat setzte sich der alleinstehende und kinderlose 56-jährige Grundschullehrer leidenschaftlich für die Belange Schongaus und der SPD ein, deren Ortsvorsitz er seit 1991 inne hatte. Er scheute dabei auch heftige Diskussionen mit den politischen Gegnern nicht. Dementsprechend betroffen zeigen sich seine politischen Weggefährten über sein plötzliches Ableben. 

„Ich bin fassungslos und sehr traurig. Robert hat mich in den letzten Monaten durch Rat und Tat unterstützt und ich habe ihn als engagierten, erfahren und weitsichtigen Lokalpolitiker kennen gelernt“, teilt SPD-Bürgermeisterkandidat Falk Sluyterman bestürzt auf seiner Facebook-Seite mit. Ilona Böse, die neben Bohrer im Stadtrat saß, kann es noch gar nicht fassen. „Wir haben am Freitag noch telefoniert und Termine abgestimmt“, sagt sie bedrückt. Die Nachricht am Dienstag „hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen“. Warum der Fraktionsvorsitzende seinem Leben ein Ende bereitete, darauf weiß auch sie keine Antwort. „Er hat sein Privatleben immer für sich behalten. Wir müssen seine Entscheidung respektieren.“ 

Am Freitag wurde Bohrer im engsten Familienkreis beigesetzt.

Christoph Peters

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