Zusammenarbeit des Tourismusverbands Pfaffenwinkel mit der Zugspitz Region

Konzept für alle Radler-Typen auch in Schongau

Freizeitradwegekonzeot Schongau
+
Für die unterschiedlichen Radler-Typen sieht das Freizeitradwegekonzept unterschiedliche Routen durch die Region vor.
  • vonAstrid Neumann
    schließen

Schongau – Der Tourismusverband Pfaffenwinkel arbeitet derzeit zusammen mit der Zugspitz Region an einem Freizeitradwegekonzept, welches auch die Lechstadt miteinbezieht. Geschäftsführerin Susanne Lengger stellte das Projekt im Schongauer Stadtrat vor. Neben vielen Vorteilen birgt es aber auch Konfliktpotenzial.

Dabei handele es sich um ein sehr umfangreiches Konzept, führte Lengger in das Thema ein. Derzeit gehe es aber noch um die Grundlagenermittlung und Bestandsaufnahme, die Umsetzung ist noch nicht Gegenstand des Projekts. Das alles übernimmt der Verband, die Stadt ist dann gefragt, wenn es um die Infrastruktur – also beispielsweise Beschilderung und Instandhaltung der Wege – geht.

Durch das Konzept soll die Wertschätzung durch den Fahrradtourismus erhöht werden. Gäste sollen länger in der Region bleiben, so Lengger, aber auch für Einheimische sollen die Radwege attraktiver gemacht werden. Eine nicht unwesentliche Rolle dabei spielt auch die Lenkung. Hier und da komme es teilweise schon zu Konflikten, als Beispiel nannte die Geschäftsführerin das Forchet. „Es wird Maßnahmen für mehr Rücksicht geben müssen, um das Miteinander zu fördern“, erklärte Lengger. Vor allem auch durch Corona sei die Bereitschaft zur gegenseitigen Rücksichtnahme gesunken. „Das wird sich 2021 auch nicht ändern“, so Lengger.

Konfliktpotenzial gibt es auch häufig beim Thema Mountainbike. Hier nannte Lengger vor allem den Lech und den Hohen Peißenberg. Ein Angebot für Mountainbiker soll zwar geschaffen, dieses soll jedoch nicht explizit beworben werden.

Anders sieht es da bei den weiteren Radler-Typen aus. Es wird unterschieden zwischen Tourenradler, Rennradler und sogenannte „Gravelbiker“ – eine Art geländegängigeres Rennrad, welches laut Lengger gerade einen regelrechten Boom erlebt. Genutzt werden sollen zum ganz großen Teil bereits bestehende Wege. Diese seien ohnehin beschildert, man könnte mit Zusatzschildchen arbeiten. Für die Rennradler soll es ein rein digitales Angebot geben.

„Das Konfliktpotenzial haben wir im Vorfeld besprochen“, äußerte sich auch Stadtförster Klaus Thien in der Sitzung. Alle Wege seien jetzt schon gut ausgelastet. Problematisch auch: In erster Linie handelt es sich dabei um Wirtschaftswege im Wald. Dies führe auch dazu, dass diese Wege nicht immer für Radfahrer geeignet seien. „Der Unterhalt der Wege wird steigen, auch wegen der Sicherung, das spüren wir jetzt schon“, so ­Thien. Trotzdem sei der Wunsch da, dass das Angebot gut angenommen wird.

„Der Tourismus braucht einen Aufschwung“, befand Kornelia Funke (CSU). Das könne schon eine tolle Sache werden. Gregor Schuppe (ALS) gab zu, ausgesprochen skeptisch gewesen zu sein, aber nun sei er ebenso ausgesprochen begeistert.

Eine Koordinierung halte sie für absolut notwendig, so Ilona Böse (SPD) mit speziellem Blick auf die E-Bike-Fahrer. „Das muss geordnet ablaufen.“ Sie verwies aber auch darauf, dass man die finanzielle Seite nicht außer Acht lassen dürfe. Die Wegepflege liege natürlich bei der Stadt, so Lengger, jedoch würden auch Förderanträge für die Durchführung gestellt.

Bedenken äußerte Bettina Buresch (Grüne) hinsichtlich der Parkplatzsituation. „Wenn das so beworben wird, sollten wir darum bitten, dass die Leute mit dem Zug anreisen.“ Dass die Sonnenseiten des Konzeptes überwiegen, davon ist Friedrich Zeller (SPD) überzeugt. „Ich glaube nicht, dass wir da überrannt werden.“ Wenn doch, müsse eben eine Parkgebühr her, so Zeller. „Auf den ersten Blick ist das alles gut durchdacht“, befand er.

Der Stadtrat befürwortete das Konzept einstimmig. Die Umsetzung erfolgt je nach Haushaltslage in den Folgejahren.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Präzision in Sachen Corona made in Schwabsoien
Präzision in Sachen Corona made in Schwabsoien
Hausarztpraxis im neuen Peitinger Ärztehaus eröffnet
Hausarztpraxis im neuen Peitinger Ärztehaus eröffnet
Hochlands Blick auf 2020: Mehr Menge, Umsatz, Marktanteil
Hochlands Blick auf 2020: Mehr Menge, Umsatz, Marktanteil

Kommentare