Für "vernünftigen Ablauf"

Entwurf und Kostenschätzung für die Feuerwehrhaus-Zukunft stehen

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Endlich passiert etwas beim Gebäude der Schongauer Feuerwehr: Es soll nun saniert und umgebaut werden.

Schongau – Sanierung und Umbau der Schongauer Feuerwehr können nun starten. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Dienstag dem Entwurf und der Kostenschätzung zugestimmt.

Im Juli wurde das Architekturbüro „b3 Architekten“ aus Penzberg mit der Planung beauftragt. Geschäftsführer Peter Haberecht erläuterte diese nun dem Stadtrat. Ausgehend von der Aufgabenstellung des Anbaus einer Atemschutzwerkstatt, dem Umbau der Umkleiden und der Modernisierung des Lehrsaals wurde demnach eine umfangreiche Bestandsaufnahme durchgeführt. Die Entwürfe entstanden in enger Abstimmung mit der Feuerwehr und ihrem Kommandanten Werner Berchtold. Daraus ergaben sich weitere Aufgaben wie der Anbau eines weiteren Stellplatzes an die Fahrzeughalle, drei zusätzliche Garagen, Schaffung von Übungsmöglichkeiten im Außenbereich sowie die barrierefreie Erschließung des Lehrsaals.

Die Baumaßnahmen sollen in zwei Abschnitten erfolgen. Im ersten Schritt ist das Erdgeschoss an der Reihe. Hier soll eine Atemschutzwerkstatt angebaut werden, die Umkleiden vergrößert und saniert werden, der Stellplatz an die Fahrzeughalle angebaut sowie die drei Garagen und die Außenanlagen errichtet werden, erklärte Haberecht. Ziel sei hierbei an erster Stelle ein vernünftiger Ablauf für die Feuerwehr.

Aus den Gesprächen habe sich ergeben, dass ein zusätzlicher Stellplatz dringend nötig sei. Außerdem befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes auch noch die Garage eines Mieters. Der Architekt bezeichnete das als „ungute Situation“, da die Feuerwehr die Möglichkeit haben sollte, ihren Betrieb ohne Störung von außen durchzuführen. Die Garage soll daher ausgegliedert werden, ebenso wie die Atemschutzreinigung und -wartung.

Die Umkleiden hingegen entsprechen nicht der DIN. „Das muss dringend bereinigt werden“, so der Architekt. Speziell auch für die Feuerwehrfrauen muss eine Abtrennung geschaffen werden. Der Bereitschaftsraum soll vom Erd- ins Obergeschoss verlagert werden. Ein Besprechungsraum soll stattdessen im Erdgeschoss Platz finden. Für diesen ersten Bauabschnitt würden Kosten von etwa 1,23 Millionen Euro anfallen.

Der zweite Bauabschnitt betrifft das Obergeschoss mit dem Umbau und der Modernisierung von Lehrsaal, Foyer und WC-Anlagen. Ein zweiter Fluchtweg über eine Außentreppe sei außerdem erforderlich, erklärt Haberecht. Da der Schulungsraum nicht nur von der Feuerwehr, sondern beispielsweise auch von der VHS und als Wahllokal genutzt wird, sei ein barrierefreier Zugang unumgänglich. Der soll durch einen sogenannten Plattform-Lift erfolgen. Laut Haberecht, sei ein normaler Lift zwar schon zum gleichen Preis zu haben, jedoch aufwendiger in der Wartung. Für den zweiten Abschnitt sind rund 500.000 Euro veranschlagt.

Im Außenbereich hat die Feuerwehr derzeit keine Möglichkeit, Übungen durchzuführen. Bisher mussten sie den Schlauchraum dafür nutzen, was sich künftig ebenfalls ändern soll. Angedacht ist eine rund zehn Quadratmeter große Fläche für Löschübungen. Die Außenbeleuchtung soll erneuert werden und „ein Zaun im Durchgang wäre wünschenswert“, erklärt der Architekt. Weitere Reparaturmaßnahmen betreffen zudem die Schließanlage, Brandwarnanlage und neue Fenster. Außerdem steht eine Fassadenerneuerung an.

Fast alle Stadtratsfraktionen waren bei der Feuerwehr vor Ort, um sich selbst ein Bild zu machen. Kornelia Funke (CSU) lobte die Planung in der Sitzung nun ausdrücklich. Gut fand sie vor allem, dass der Bestand berücksichtigt und Neues integriert werde. Die Umkleiden und Toiletten für Frauen seien längst überfällig, die Barrierefreiheit ein Muss.

Dass die Feuerwehr attraktiv gestaltet werden müsse – insbesondere auch für den Nachwuchs – hob Ilona Böse (SPD) hervor. Bei der Fassade wünschte sie sich allerdings „keine Gefängnismauer“. Stattdessen regte sie an, die Gestaltung im Bauausschuss zu behandelt. „Begrünt oder Holzverschalung“ sei ihr Wunsch.

Einstimmig genehmigte der Stadtrat den vorgestellten Entwurf. Die Baumaßnahme soll auf Grundlage der Kostenschätzung von insgesamt rund 1,73 Millionen Euro in den vorgestellten zwei Bauabschnitten erfolgen. 

asn

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