Europässe für 30 Berufsschüler

Früh "über den Tellerrand"

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Aus der Hand von Landrätin Andrea Jochner-Weiß nahmen 30 Erasmus+-Absolventen des Beruflichen Schulzentrums ihre „Europässe Mobilität“ entgegen.

Schongau – Zum vierten Mal hat das Berufliche Schulzentrum Schüler zu einer Sprach- und Fortbildungsfahrt nach London geschickt. Seit fünf Jahren gibt es die Projektgruppe für das Erasmus+-Programm nun schon, heuer erhielten die Auszubildenden ihre „Europässe Mobilität“ aus der Hand von Landrätin Jochner-Weiß.

Globalisierung ist heutzutage mehr als ein bloßes Wort, sie greift in nahezu alle Bereiche des Lebens ein. Vor allem aber in das Berufsleben, wo ohne ausreichende Sprachkenntnisse, aber auch ohne die Kenntnis fremder Kulturen, Bräuche und deren Arbeitsweisen nichts mehr geht. Deshalb, so der stellvertretende Schulleiter Andreas Streinz, sei es wichtig, „in einer Zeit, die gekennzeichnet ist von einer zunehmenden internationalen Kooperation, so früh als möglich den Versuch zu unternehmen, über den Tellerrand“ hinaus zu schauen. Bei diesem Blick über den Tellerrand sollten interkulturelle Erfahrungen gesammelt und andere berufliche Herangehensweisen kennengelernt werden. Im Rahmen des Erasmus+-Projektes hätten die Schüler des Beruflichen Schulzentrums Schongau genau dazu die Gelegenheit gehabt: „Unsere Schüler konnten wieder erste internationale Erfahrungen sammeln. Sie konnten einen Einblick in britische Betriebe gewinnen und an interessanten Projekten teilnehmen und dabei das Land entdecken“, so Streinz. Erfahrungen, so brachte Streinz seine Hoffnung zum Ausdruck, die auch in den Präsentationen der Schüler zum Ausdruck kommen könnten.

Diese war denn auch Hauptbestandteil der Abschlussveranstaltung, zunächst aber erinnerte sich Landrätin Andrea Jochner-Weiß an ihre Schulzeit. Und wie man seinerzeit die Londonfahrer beneidet habe ob ihrer Erfahrungen und Erzählungen aus dem fremden Land, von dem die meisten bloß wussten, dass das Essen dort nicht so gut sein soll. „Ich hab’s bis heut‘ no net g’schafft“, lautete Jochner-Weiß‘ Resümee. Auch wenn es heute einfacher sei, im Stundentakt nach London zu fliegen, beneide sie die Schüler trotzdem: „Sie haben die Möglichkeit gekriegt und genutzt“, so die Landrätin.

Weder Landrätin noch Schulleiter vergaßen auch die zu erwähnen, die dafür den Boden bereitet hatten, nämlich die Firmen, bei denen die Schüler bereits arbeiten und die mit Urlaubstagen den Auslandsaufenthalt möglich gemacht hatten.

Stand am Anfang des dreiwöchigen Aufenthaltes in der britischen Hauptstadt zunächst die Sprache und die kulturellen Gepflogenheiten auf dem Lehrplan, ging es dann in den nächsten beiden Wochen zur Sache. Mit Hilfe des ADC-Colleges in Harrow gut vorbereitet, standen die jungen Damen und Herren ihren Mann bzw. Frau in Immobilienfirmen, bei der Kinderbetreuung, als Rezeptionist am Empfang oder halfen bei der Buchung von Reisen in der Travel Agency. Dabei hatten sie, wie die Schüler in ihren Präsentationen zeigten, schon vorgearbeitet und sich Gedanken zum Thema Marketing gemacht. Das ist Teil des Erasmus-Programms, bzw. Basis dafür, dass die EU das Programm kofinanziert: die Abgabe einer Arbeit, die zu einem bestimmten vorgegebenen Thema gemacht wird. In diesem Fall eben das Marketing, das sich, so fanden die Schüler heraus, doch erheblich von dem in Großbritannien gelebten Marketing unterscheidet. Dabei war etwa die Form, als Werbung auf Taxen oder die doch offensive Herangehensweise von Prospektverteilern in London Neuland. Natürlich kamen auch Land und Leute nicht zu kurz, sodass die Schüler auch über das englische Essen, oder zumindest die internationale Küche, die man in London antrifft, berichten konnten. Quasi als Nebenprodukt ihrer Ausflüge, allein oder in der Gruppe, hatten die Schüler eine Art Reiseführer produziert, wo man anhand der geschossenen Selfies sehen konnte, welche Sehenswürdigkeit besucht worden war.

Oliver Sommer

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