Schüler gegen Kinderarbeit

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OLIVER SOMMER, Schongau – Damit Kinder in Indien nicht arbeiten müssen, gingen Kinder in Schongau arbeiten. Einen Tag lang halfen die Schüler der sechsten und achten Klassen der Realschule Schongau beim Bäcker, im Elektrofachmarkt oder in der Apotheke aus und sammelten Geld für den guten Zweck. Mehr als 1100 Euro kamen dabei für die Aktion „Kinder gegen Kinderarbeit“ der Kindernothilfe zusammen. Für die Teenager in Deutschland ist es ein Spaß: Einen halben Tag lang in der Backstube stehen, Bleche schrubben und säubern, damit am nächsten Tag wieder frisches Brot gebacken werden kann, oder im Elektromarkt die neuesten Actionspiele im Regal einsortieren. Für die Kinder in Indien ist es harte Realität: Bis zu elf Stunden pro Tag sitzen sie in engen Räumen, um Teppiche für westlichen Luxus zu knüpfen und mit ihrem kargen Lohn zumeist die gesamte Familie zu ernähren. Damit die indischen Mädchen und Jungen von der Arbeit wegkommen und eine Schulausbildung erhalten können, um ihren Eltern eine berufliche Zukunft zu bieten, engagiert sich die Kindernothilfe mit dem Aktionstag „Action!Kidz – Kinder gegen Kinderarbei“ für die Rechte der Kinder. Bei dem Aktionstag gingen in der vergangenen Woche zahlreiche Action-Kids in der Schongauer Region arbeiten. Nach einem überwältigenden Erfolg im vergangenen Jahr hatte die Nothilfe nun zum zweiten Mal die bundesweite Aktion gestartet. Mit einem Faltblatt waren die SchülerInnen der achten Klasse losgezogen und hatten in Seniorenheim, dem Geschäft der Verwandtschaft oder in der Apotheke nachgefragt. Sie erklärten den Geschäftsleuten ihr Anliegen und konnten diese dafür gewinnen, gegen eine Spende in ihren Geschäften zu arbeiten. Die Sechstklässler, die laut dem deutschen Arbeitsschutz noch nicht arbeiten dürfen, zogen mit Spendenbüchse und einem schönen Spruch auf den Lippen los und fragten Freunde, Eltern, Bekannte und auch die Lehrer, ob sie denn nicht den einen oder anderen Euro für die gute Sache beitragen wollten. Dabei waren sie nicht weniger erfolgreich als die Älteren mit ihrer „schweißtreibenden“ Arbeit: Bis zu 100 Euro hatte manch einer in seiner Spendenbüchse. Mit den Lehrerinnen Ursula Eberhardt und Sonja Knoll sorgten die Großen dafür, dass in mehreren Bäckereien, dem Maria-Eberth-Seniorenwohnheim, dem Expert-Elektromarkt und der Kreuz-Apotheke am Marienplatz alles rund lief. Dabei fielen für die Jugendlichen verschiedenste Aufgaben an. Vom Teeabwiegen oder der Wareneingabe eben bis hin zum Helfen am Tresen oder in der Backstube. Das dabei gesammelte Geld geht in diesem Jahr an etwa 750 Kinder in Dharampur, die damit eine Schulausbildung erhalten sollen und somit eine bessere Chance für ihr Leben. Zur Unterstützung der Aktion sowie der indischen Kinder sind weitere Spenden willkommen. Mehr Infos gibt es unter www.kindernothilfe.de.

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