Preis für Schülerzeitung der Schongauer Grundschule

Ausgezeichneter Buchstabensalat

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Am vergangenen Freitag durften die Nachwuchsredakteure der Schongauer Grundschule gemeinsam mit ihren Lehrerinnen den zweiten Preis für ihre Schülerzeitung „Buchstabensalat“ entgegennehmen.

Schongau – Aufgeregt waren sie, aber natürlich auch unendlich stolz, als sie jüngst in München auf die große Bühne durften. Dort bekamen die Nachwuchsredakteure der Schongauer Stau-fer-Grundschule den zweiten Preis für ihre Schülerzeitung „Buchstabensalat“ überreicht. Insgesamt 115 Redaktionen in sechs Kategorien hatten am bayernweiten Schülerzeitungswettbewerb „Blattmacher“ teilgenommen.

Der Raum im Untergeschoss der Schongauer Grundschule sieht auf den ersten Blick aus wie ein ganz normales Klassenzimmer. An der Wand hängt eine Tafel, davor stehen Tische und Stühle. Erst die vier Computer samt Drucker, die im hinteren Teil stehen, verraten, dass hier nicht nur normaler Unterricht abgehalten wird. Hier tagt einmal die Woche die Schülerzeitungsredaktion, hier entsteht jener „Buchstabensalat“, der jetzt zum wiederholten Male als eine der besten Schülerzeitungen Bayerns ausgezeichnet wurde. 

Drei Tage ist die große Preisverleihung in München her, als am Montag Michelle Wölfle, 9, Noah Hentschke, 9, Aaliyah Hallmann, 10, und Nikolaj Pliszczynski, 10, an einem der Tische Platz nehmen. Karl Fasselt, 10, und Oliwia Kutera, 10, die ebenfalls zur Redaktion gehören, fehlen. Schulausflug, erklärt Irmgard Schreiber-Buhl entschuldigend. Wie das eben so ist in den letzten Schultagen vor den Ferien. 

Schreiber-Buhl leitet das freiwillige Wahlfach Schülerzeitung seit 2009. Einmal pro Woche erarbeitet sie mit ihrem kleinen Redaktionsteam die Themen für die beiden Ausgaben des Buchstabensalats, die während eines Schuljahrs erscheinen. Wie bei den Großen wird anschließend recherchiert, ehe die Texte am Computer entstehen. Das gefalle ihr besonders, wirft Aaliyah ein. Die Zehnjährige geht in die vierte Klasse und gehört zu den Älteren im Team. Im prämierten Heft hat sie einen zweiseitigen Bericht über den Märchenwald verfasst, „der gehört meiner Oma“, verrät sie. 

Ein Stern pro Preis: Die jungen Redakteure Noah Hentschke, Aaliyah Hallmann und Michelle Wölfle und ihre Lehrerin Irmgard Schreiber-Buhl präsentieren stolz die prämierte Ausgabe.

Überhaupt sind die Themen bunt gemischt. Viel liegt Schreiber-Buhl daran, der multikulturellen Vielfalt der Schule Rechnung zu tragen. Da berichtet der aus Polen stammende Olaf von seinem Heimaturlaub, Emin erklärt, was sich hinter dem muslimischen Begriff Haddschi verbirgt. „Wir haben viele Schüler, deren Muttersprache nicht deutsch ist. Die wollen wir so zu Wort kommen lassen“, sagt die Lehrerin. 

Pro Ausgabe setzen die Jungredakteure zudem einen Schwerpunkt. In der Februar-Ausgabe spürten sie der Geschichte der Straßennamen in Schongau nach, im jüngsten Werk, das gerade erst erschienen ist, stand der Neubau der Grundschule im Mittelpunkt – Interview mit dem Stadtbaumeister inbegriffen. Das Titelbild jeder Ausgabe malen die Schüler im Übrigen selbst genau wie die restlichen Illustrationen. Jede Seite verrät viel Liebe zum Detail. Da wundert es nicht, dass auch die Jury dem Charme des Buchstabensalats erlegen ist. „Sie hatten keine Verbesserungstipps für uns“, erzählt Schreiber-Buhl schmunzelnd. 

Für die Lehrerin war der zweite Platz beim diesjährigen Schülerzeitungswettbewerb nicht die erste Auszeichnung. Schon vor zwei Jahren belegte die von ihr betreute Schülerzeitung Rang drei und gewann im Vorjahr sogar den Förderpreis im Wettbewerb der Länder. „Das ist natürlich ein schönes Lob und Anerkennung für die Arbeit.“ Die größte Anerkennung freilich dürfte neben dem Preis die Nachfrage an der eigenen Schule sein. Beide diesjährigen Ausgaben, jede in einer Auflage in Höhe von 250 Exemplaren erschienen, sind längst vergriffen. 

Erstmals wurde das jüngste Heft in einer Druckerei gedruckt, was Schreiber-Buhl viel Arbeit ersparte. „Bis dahin habe ich jede Ausgabe stundenlang kopiert“, erzählt sie. Um den Verkaufspreis von einem Euro dennoch halten zu können, machte sich die Lehrerin erfolgreich auf die Suche nach Werbepartnern, die in der Ausgabe inserierten. Zusammen mit Spenden, den Einnahmen aus dem Verkauf und einer kleinen finanziellen Unterstützung der Schule habe man so die Druckkosten wieder reinbekommen. 

Apropos Geld: 300 Euro bekam die Schülerzeitung für ihren zweiten Platz. „Davon gehen wir Pizza essen“, verrät Aaliyah. Der Rest werde entweder in eine neue Kamera oder einen neuen Drucker investiert, fügt Schreiber-Buhl hinzu. Sie selbst wird die Neuanschaffung allerdings erst einmal nicht nutzen können. Die Lehrerin legt im kommenden Jahr ein Sabbatjahr ein. Ob es dann überhaupt weitergeht mit dem Buchstabensalat oder die Zeitung ein Jahr Pause macht, steht derzeit noch nicht fest. Aaliyah jedenfalls wird dem Schreiben so oder so treu bleiben. „Ich gehe nächstes Jahr auf die Realschule, da will ich auch bei der Schülerzeitung mitmachen.“

Christoph Peters

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