Baumängel am Hohenpeißenberger Badesee

Wer hat Schuld?

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Abkühlung für den Froschkönig...

Hohenpeißenberg – Der Badesee in Hohenpeißenberg schlägt weiter hohe Wellen – allerdings nur im übertragenen Sinn. Denn jetzt meldet sich die am Bau beteiligte Planungsfirma zu Wort. Sie weist die Vorwürfe der Gemeinde, gepfuscht zu haben, scharf zurück und bringt Bürgermeister Thomas Dorsch in Erklärungsnot.*

Sie weist die Vorwürfe der Gemeinde, gepfuscht zu haben (der KREISBOTE berichtete), scharf zurück und bringt Bürgermeister Thomas Dorsch in Erklärungsnot.

Das Gemeindeoberhaupt hatte erklärt, dass der beauftragte Landschaftsarchitekt das Gefälle um den See falsch berechnet habe, weshalb Drainagesysteme nachgerüstet werden müssten. Auf Grund der Hanglage würde sonst bei starkem Regen der Sand am Ufer immer wieder in den See geschwemmt. Außerdem, hatte Dorsch weiter festgestellt, habe sich das Vlies, das unter dem Sand verlegt worden war, als untauglich erwiesen und die Beteiligten kritisiert: Sowohl Architekt als auch Baufirma seien mit dem Projekt überfordert gewesen. Bauhofmitarbeiter Rupert Fischer ging sogar noch einen Schritt weiter: „Fakt ist, dass sowohl der Landschaftsarchitekt als auch die Baufirma gepfuscht haben. 

Das will die so gescholtene Planungsfirma Plan & Projekt Gartengestaltung GmbH aus Dettingen an der Iller nicht auf sich sitzen lassen. Richtig sei vielmehr, „dass während der Bauzeit seitens unserer Firma mehrfach Bedenken gegen diverse Ausführungsplanungen angemeldet wurden. Jetzt zu behaupten, dass ein Pfusch, sowie eine Überforderung unserer Firma vorliegt, ist schlichtweg eine Frechheit, gegen die wir uns strikt verwahren“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Man habe – mit belegbarem Schriftverkehr – mehrfach darauf hingewiesen, dass das ausgeschriebene und verwendete Vlies für diesen Zweck nicht geeignet sei. Dem Architekten sowie dem Bauherrn (die Gemeinde, Anm. d. Red.) seien alternative, funktionierende Bauweisen aufgezeigt worden. Doch: „Der Bauherr ließ die Fa. Plan & Projekt mit Unterstützung anwaltlicher Hilfe wissen, dass die Arbeiten in genau dieser Bauweise ausgeführt werden sollten.“ 

Und auch was die Entwässerung des Sandstrands angeht, weist die Firma jegliche Schuld von sich. Die Arbeiten seien wie ausgeschrieben und in der Planung festgelegt ausgeführt worden. Gemeinde und Landschaftsarchitekt seien zudem wiederholt schriftlich darauf hingewiesen, dass weitere Drainagen nötig seien. „Auch dies fand beim Bauherrn kein Gehör.“

Ebenfalls irritiert zeigt sich die Firma über Dorschs Aussage, wonach die ursprünglichen Kosten von einer halben Millione Euro trotz der nötigen Nachbesserungsarbeiten nicht überschritten würden, da es sich um einen Versicherungsfall zu Lasten der Planungsfirma handle. „Es handelt sich hierbei mit Sicherheit nicht um einen Versicherungsfall zu unseren Lasten“, widerspricht Plan & Projekt. Mehr noch: „In diesem Zuge wird darauf hingewiesen, dass unserer Leistungen noch nicht schlussgerechnet sind. Es wird zu nicht unerheblichen Mehrkosten kommen.“

Christoph Peters

*Ursprünglich hatten wir geschrieben, dass die Planungsfirma derzeit mit den Nachbesserungsarbeiten beschäftigt ist. Richtig ist, dass eine Drittfirma den Auftrag erhalten hat.

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