Alaaf mit Superlativen

Schwabsoien feiert seinen größten Faschingsumzug in 25 Jahren

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Wenn der Gaudiwurm lockt kommen sie alle nach Schwabsoien.
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Wenn der Gaudiwurm lockt kommen sie alle nach Schwabsoien.
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Wenn der Gaudiwurm lockt kommen sie alle nach Schwabsoien.
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Wenn der Gaudiwurm lockt kommen sie alle nach Schwabsoien.
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Wenn der Gaudiwurm lockt kommen sie alle nach Schwabsoien.

Schwabsoien – Seinen Ruf als Faschingshochburg dürfte Schwabsoien so bald nicht verlieren. Im Gegenteil, denn dem am Samstag zum 26. Mal ertönten Faschingsruf „Soien Alaaf“ des Faschingsclubs folgten viele Tausend Besucher.

Bereits ab 12 Uhr fand bei zunächst eher durchwachsener Witterung am Dorfplatz das Warm-Up mit Auftritten der Minigarden statt. Schwabsoien geriet danach mehr und mehr in die Hände der stetig wachsenden Zahl an Narren. Für alle, die sich mit den durch den Faschingsclub arrangierten Bussen, dem Auto, Fahrrad oder zu Fuß auf den Weg gemacht hatten, war dies eine lohnende Entscheidung.

Die Besucher erwartete ein Faschingsumzug, der mit seinen rund 1.000 Akteuren mit 25 Wagen und 14 Fußgruppen zu begeistern wusste. Schwabsoien ist in seiner Faschingstradition einige Superlativen gewohnt, in diesem Jahr war der Gaudiwurm aber so groß, wie noch nie in den zurückliegenden 25 Jahren.

Der Umzug setzte sich pünktlich um 14 Uhr in Bewegung. Bis der letzte Wagen die ausgelassene Zuschauermenge passiert hatte, sollte weit über eine Stunde vergangen sein. Neben gleich zwei Wagen zu Ehren von 95 Jahren Walt Disney wurde der Schuh des Manitu genauso und kreativ dargestellt wie das „Volksbegehren Rettet die Landwirtschaft“.

Mit seinem Spaß-Mobil lenkt Norbert Biller aus Altenstadt nach der verkorksten Fußball-WM in Russland die Aufmerksamkeit auf Katar im Jahr 2022. Des Themas „Plastikmüll in unseren Meeren“ nahmen sich die gastgebenden Faschingsfreunde an.

Die Landespolitik samt Ministerpräsident Markus Söder war den Fasnachtern aus Stöttwang einen Motivwagen wert.Mit der in Abschussposition errichteten „Bavaria One“ schießen sie den Landesvater auf den Mond. Sicher nicht ganz ernst gemeint. Aber im Fasching ist bekanntlich vieles erlaubt.

Der Motivwagen der Hütte Osterzell bestand aus sage und schreibe 480 Bierkästen, die über drei Monate hinweg verbaut wurden. Respekt – auch zu der vor dem Aufstapeln vollbrachten Leistung.

Eine Strapaze, mit der nahezu jeder Autofahrer im Umland in den zurückliegenden Monaten konfrontiert wurde, griff die Ingenrieder Jugend auf: Das Verkehrschaos aufgrund der vielen Straßensperrungen. „Wenn die Arbeit reichen soll, mach die Schaufel halb so voll.“

Im Allgäuer Buching rechnet man wohl schon bald mit der Erstsichtung eines Wolfs. Auch wenn dieser noch einige Zeit auf sich warten lassen sollte, den Motivwagen von Isegrim, so der Fabelname, durften schon viele Besucher beim Fasching ins Visier nehmen.

Die Minigarde des Faschings­clubs aus Hohenfurch lieferte derweil nicht nur am Dorfplatz, sondern auch auf dem Wagen eine gute Performance. Die Betrachtung der Schongauer Gaststätten- und Restaurantlandschaft hat die örtliche Junge Union (JU) zum Motiv ihres diesjährigen Wagens und zu der damit verbundenen Feststellung, dass Schongau italienische Provinz geblieben ist, angeregt. Damit hatte sie auch am Folgetag in der Lechstadt die Lacher auf ihrer Seite. Ebenso wie der Motivwagen aus Altenstadt zum Schongauer Filmtheater „Psst nicht weitersagen! Das Filmtheater hat wieder auf!“

Ausnahmslos alle Wagen warteten mit tollen Motiven auf, die phantasievoll gestaltet und mit viel Arbeit beim Bau und der Gestaltung verbunden waren. Die Fußgruppen verbreiteten mit Musik, oft aber auch amüsanten und sportlichen Einlagen Stimmung und Vorfreude auf einen schönen Tag zum Feiern in Schwabsoien für alle, die nach dem Umzug noch nicht gleich wieder nach Hause wollten.

Schließlich warteten bei der Party im Zelt mit den Bands „Bloody Chickenheads” und „Allgäu Feager” zwei Bands, die für allerbeste Unterhaltung sorgten. Der Faschingsverein hat mit seinen 150 Mitgliedern wieder ganze Arbeit geleistet. Damit alles klappt, bedarf es aber der Unterstützung des gesamten Dorfes. So waren zum Beispiel allein schon 16 Angehörige der freiwilligen Feuerwehr für die Verkehrsregelung und Parkplatz­einweisung im Einsatz.

Nicht mehr so erfreulich ging es hernach beim Faschingsball zu. Acht Mal musste die Polizei dorthin ausrücken. Unter anderem wurden Anzeigen wegen vorsätzlicher Körperverletzung, sexueller Belästigung und Hausfriedensbruch aufgenommen. So gerieten gegen 1.40 Uhr zwei 24-jährige Schongauer aneinander. Die Polizisten mussten beide trennen. Einer der Streithähne ließ sich allerdings nicht beruhigen und ignorierte den gegen ihn ausgesprochenen Platzverweis. Die Beamten nahmen ihn in Gewahrsam und wurden dabei mit wüsten Beschimpfungen bedacht. Den Mann, der knapp zwei Promille intus hatte, erwartet eine Anzeige wegen Beleidigung. 

Manfred Ellenberger/kb

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