Es geht immer weiter nach oben

Schwabsoiener Band Mary Lou rockt Festival- und Konzertbühnen

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Die Band Mary Lou, von den vier Schwabsoiener Jungs Andreas, David, Daniel und Jakob, durfte kürzlich den Sänger Joris als Vorband auf dessen Tour begleiten.

Schwabsoien – „Es geht kontinuierlich bergauf. So kann‘s gerne weitergehen.“ Tatsächlich könnte es für die vier Jungs der Band Mary Lou derzeit nicht besser laufen. Erst am vergangenen Samstag spielten sie wieder vor großem Publikum – als Vorband für den bekannten deutschsprachigen Sänger Joris.

Vor nicht mal zwei Jahren hat der Kreisbote die Band Mary Lou zum ersten Mal getroffen. Kurz zuvor hatten sie den Kulturpreis des Landkreises Weilheim-Schongau abgeräumt. Damals hätten die Vier bestimmt nicht damit gerechnet, was da noch alles auf sie zukommt.

Die Vier, das sind Andreas Gast, Jakob Pröbstl sowie die Brüder Daniel und David Gramberg. Sie sind zusammen aufgewachsen. In Schwabsoien. Doch mittlerweile kennt man Mary Lou nicht nur in dem kleinen oberbayerischen Dorf. Die letzten Monate haben sie auf mehreren großen Bühnen gespielt und so von Bayern bis Nordrhein-Westfalen neue Fans dazugewonnen.

Los ging es diesen Sommer mit ihrem Auftritt auf dem Open Air Festival Puls. Das durfte Mary Lou eröffnen. Fernsehinterviews mit dem BR inklusive. Mit ihrem Alternative-Indie-Pop heizten die Schwabsoiener die Stimmung ordentlich auf. Das junge Publikum tanzte und feierte die Band ausgelassen.

Doch das sollte längst nicht die einzige Bühne sein, die die Jungs heuer rocken. Von dem bekannten Musiker Joris kam nämlich die Anfrage, ob sie ihn nicht als Vorband auf seiner aktuellen Tour begleiten wollen. „Für mich war sofort klar, wir machen das“, erinnert sich Frontsänger und Gitarrist David.

Dabei war ihr Engagement eigentlich dem reinen Zufall geschuldet. Eine Maskenbildnerin von Joris hatte den Song „Autumn comes“ bei Bayern 3 im Radio gehört. Und war offensichtlich begeistert. Sie erzählte Joris davon und der engagierte Mary Lou schließlich. „Wir konnten es kaum fassen“, lässt David den Moment Revue passieren, als die Anfrage bei der Band eintraf.

Vier Konzerte begleitete die Band als Supportact. Am vergangenen Samstag stand der letzte Auftritt in Leipzig an. „Es ist schade, dass es vorbei ist.“ Aber der Frontmann lässt durchscheinen, dass es möglicherweise eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Joris geben könnte. Es gebe zwar noch nichts konkretes. „Aber es schaut nicht schlecht aus“, verrät David.

Für die Jungs war es eine „mega Erfahrung“. „Es war schon großartig das alles mitzuerleben und auch mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen“, strahlt Sänger David. Auch die Größe des Publikums war etwas besonderes. „In Minden waren es 2.500 Zuschauer.“ Für die Band ungewohnt, da sie bei anderen Auftritten doch eher kleinere Locations gewohnt ist. „Für mich war das ein Geschenk.“ Es sei zwar auch im ersten Moment erschreckend und ungewohnt gewesen. Aber mit einem großen Lächeln fügt der Frontmann hinzu: „Ich genieße es voll.“

Das schien bei den Auftritten auf Gegenseitigkeit zu beruhen. „Die Zuschauer haben nicht weggehört. Sondern waren sehr aufmerksam.“ Sogar neue Fans konnten die Schwabsoiener so gewinnen. „Wir bekommen seitdem viele Nachrichten aus ganz Deutschland.“ Scheint, als käme der eigenwillige und vor allem vielfältige Sound auch weiter oben im Norden gut an.

Das trifft sich ganz gut, will die Band doch auch selbst irgendwann auf eine kleine Deutschlandtour gehen. Aber davor müssen sie sich eben erst einen Namen machen und sich die „Städte erspielen“, wie David es ausdrückt. Tuttlingen, Regensburg, Minden und Leipzig könnten sie aber sicherlich schonmal auf die zukünftige Tourenliste setzen.

Allerdings hat Mary Lou bisher erst ein Album herausgebracht. Um die Setlist richtig voll zu kriegen, wäre ein zweites sicherlich nicht schlecht. Das könnte tatsächlich auch bald entstehen. David verrät, dass die Band sich eine Winterpause gönnt. Keine Auftritte, keine Termine. Und wie sieht‘s mit Songschreiben aus? „Mal schaun, was passiert.“ Keine eindeutige Aussage. Aber für die Fans sicherlich ein Grund die Augen und Ohren offen zu halten.

Dass die Jungs es sich leisten können, quasi nach Lust und Laune an ihrer Musik zu arbeiten, liegt auch daran, dass ihnen keine große Plattenfirma im Nacken sitzt. Sie sind ihre eigenen Chefs. Und wenn es nach David geht, könnte es auch so bleiben. „Wir sind alle Macher.“ Es sei ein gutes Gefühl die Dinge selbst in der Hand zu haben. Sie schreiben ihre Songs selbst und produzieren sie unter ihrem eigenen Label. „Das ist schon sehr zeitaufwendig und bringt einen manchmal an seine Grenzen“, muss David zugeben. Aber die Jungs haben glücklicherweise eine Reihe von Freunden und Bekannten hinter sich, die die Band unterstützen. Vom Booking und Pressearbeit bis hin zum Videodreh – die Band kann sich auf ihre Freunde verlassen. Vor allem letzteres ist jedoch seitdem das erste Album erschienen ist, etwas zu kurz gekommen. Im Internet finden sich bisher nur zwei Musikvideos. „Aber wir haben viele Videos von Live-Auftritten. Die schaue ich mir persönlich eh lieber an, weil man da näher dran ist.“ Trotzdem sollen weitere Musikclips durchaus irgendwann noch folgen.

Es ist bemerkenswert, wie die vier Musiker das alles unter einen Hut kriegen. Zumal sie das alles nicht hauptberuflich machen. Sie alle haben feste Jobs und verlegen sämtliche Bandaktivitäten in ihre Freizeit. Von der aber auch die Familien und Freunde etwas ab haben wollen. Selbst wenn das nicht immer ganz einfach ist, „während man bei einem Konzert auf der Bühne steht, weiß man warum man‘s macht.“

Stephanie Novy

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