"Wirklich geniales Flaggschiff"

Segen für die Peitinger Drehleiter

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Haben nach der kirchlichen Segnung als erste im Korb der Drehleiter „abgehoben“: Bürgermeister Michael Asam, Kommandant Klaus Straub und Landrätin Andrea Jochner-Weiß.

Peiting – Die neue Drehleiter sei „wirklich genial“. Diese Worte münzte der evangelische Pfarrer und Notfallseelsorger Dirk Wollenweber auf das neue Fahrzeug bei der Peitinger Feuerwehr, bevor er mit Pfarrer Robert Kröpfl den Segen spendete. Die Drehleiter kostet 630.000 Euro. Sie ist an den sechs Standorten im Landkreis Weilheim-Schongau zusammen mit dem Fahrzeug in Peißenberg die neueste.

In den zwölf Jahren, seit er auch Seelsorger für Rettungskräfte sei, habe er es schon manches Mal erlebt, dass man bei starkem Rauch, bei Hitze oder im Brandfall nicht mehr ins Haus eindringen könne, sondern Personen vom Fenster, vom Balkon oder vom Dach gerettet werden mussten. Darauf wies Wollenweber bei der Segnung hin.

Nachdem Vorstand Wolfgang Biehl von der Feuerwehr die Gäste vor dem Gerätehaus willkommen hieß – unter ihnen Kameraden von Schongau und Birkland bis Böbing, fasste Kommandant Klaus Straub die ersten Eindrücke vom neuen Fahrzeug zusammen, mit dem man schon zu ersten Einsätzen ausgerückt ist. Mit dem Ergebnis seien die Kameraden sehr zufrieden; die Drehleiter sei so geworden, „wie wir es uns vorgestellt haben“. In der Peitinger Wehr mit ihren 100 Kameraden sind es knapp 30 Maschinisten. Die meisten davon werden im Fahren der Drehleiter geschult.

Kommandant Straub erinnerte daran, dass die ersten Überlegungen für eine neue Drehleiter 2014 und 2015 aufgenommen wurden, damals noch unter seinem Vorgänger Rudolf Schropp. Es habe auch erste Gespräche mit der Feuerwehr in Peißenberg gegeben wegen einer „interkommunalen Beschaffung“. Doch dies habe leider nicht funktioniert, fügte Straub hinzu. Denn die Peißenberger Wehr setzte beim Aufbau des Fahrzeugs auf die Firma Metz; die Peitinger entschieden sich für Magirus.

Symbolische Übergabe

Christian Kliemann von der Firma Magirus überreichte an Bürgermeister Michael Asam und Kommandant Straub den symbolischen Schlüssel. Die bisherige Drehleiter, die 27 Jahre ist, wird für 28.500 Euro von der Firma Magirus zurückgenommen. Manchmal waren die Peitinger seit der Abnahme und Auslieferung im Dezember2018 mit zwei Drehleitern ausgerückt.

Erstmals hat der Landkreis Weilheim-Schongau die Beschaffung einer Drehleiter finanziell unterstützt. Er steuert 56.000 Euro bei. Dies hat damit zu tun, dass 25 Prozent der Einsätze mit der Drehleiter außerhalb von Peiting erfolgen.

Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta wünschte ebenso wie Kommandant Straub, Bürgermeister Asam und Landrätin Jochner-Weiß den Kameraden eine gesunde Heimkehr von Einsätzen. Die neue Drehleiter sei notwendig. Er anerkannte, dass die Gemeinde da „kein Gezeter“ gemacht habe, sondern diese Beschaffung unterstützt habe.

Bürgermeister Asam erwähnte auch, dass die Regierung von Oberbayern zum Kauf der Drehleiter 225.000 Euro als staatlichen Zuschuss beisteuert. Somit verbleiben für den Markt Peiting zirka 321.000 Euro, wenn man zudem die 56.000 Euro des Landkreises berücksichtigt.

Nach der Segnung stieg Kommandant Klaus Straub zusammen mit Bürgermeister Asam und Landrätin Jochner-Weiß in den Rettungskorb und ließ sich nach oben befördern. In der zweiten „Fuhre“ waren es dann die Gemeinderätinnen Monika Ludwig und Pankratia Holl sowie Peter Ostenrieder, die sich zusammen mit Maschinist Norbert Socher auf der ausgefahrenen Drehleiter einen kurzen Rundblick über die Dächer Peitings genießen konnten. Derweil spielte in der Fahrzeughalle schon eine Besetzung der Knappschaftskapelle zum Essen und zur anschließenden Feier auf.

Mit Turbo und geringem Wendekreis

Unter den neun Fahrzeugen der Peitinger Feuerwehr bildet die neue Drehleiter das „Flaggschiff“. Insgesamt gibt es im Landkreis sechs Stützpunktfeuerwehren, die eine Drehleiter haben. Dies sind Schongau (diese Drehleiter ist aus dem Jahr 2006), Peiting, Peißenberg (dort ist im Frühjahr die Segnung des neuen Fahrzeuges), in Weilheim, in Seeshaupt und in Penzberg.

Das Fahrgestell von Mercedes hat einen 300 PS starken Turbomotor mit Euro 6-Norm und ein vollautomatisches Getriebe. Besonders hebt Kommandant Straub den geringen Wendekreis hervor. Die LED-Beleuchtung sorgt für beste Lichtverhältnisse am Einsatzort. Mit an Bord ist auch ein Wasserwerfer mit 2.500 Litern Volumen.

Die Leiter ist fünfteilig; das Gelenkteil vorne kann abgeknickt werden und lässt sich ausfahren. Hervorzuheben sind die zwei seitlichen Einstiege zum Rettungskorb, der vier Personen fasst und auf dem auch eine Krankentrage befördert werden kann.

Für den Kauf der neuen Drehleiter – in der Geschichte der Peitinger Wehr ist es mittlerweile die vierte – wurde ein Beschaffungsteam gebildet. Ihm gehörten acht Männer an. Dies waren Kommandant Klaus Straub, Vize Erwin Brugger, Michael Brey, Christian Schießl, Benjamin Berchtold, Norbert Socher, Thomas Weber und Sepp Schleich. 

Johannes Jais

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