"Hochwertiges Auto" für die Wehr

Segen für 95.000 Euro teures Mehrzweckfahrzeug in Altenstadt

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Besichtigung des Floriansstüberls in Altenstadt, das Männer der Wehr in Eigenleistung einrichteten. Links Vorstand Andreas Kögl und Pfarrer Karl Klein. Von rechts Martin Hafenmair, Walter Bertl, Kommandant Johann Deschler, Bürgermeister Albert Hadersbeck und sein Vertreter Sepp Reich.

Altenstadt – Als „hochwertiges Auto“ mit einer guten Ausstattung bezeichnete Kreisbrandinspektor Ludwig Fernsemmer (Peiting) das neue Mehrzweckfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Altenstadt. Es kostet 95.000 Euro, ist seit Februar vor Ort und erhielt nun durch Pfarrer Karl Klein den kirchlichen Segen. Zugleich wurden Schulungsraum und Stüberl vorgestellt, die im Obergeschoss ausgebaut wurden.

Derlei Mehrzweckfahrzeuge würden immer wichtiger, befand Kreisbrandinspektor Fernsemmer. Die Dichte solcher Autos sei im westlichen Landkreis Weilheim-Schongau allerdings noch nicht so ausgeprägt, wie es bereits im mittleren und östlichen Bereich der Fall ist.

Kommandant Johann Desch­ler – er ist zugleich Kreisbrandmeister für den Bezirk West (Schongau) – erklärte bei einer Feier im Gerätehaus, mit dem neuen Fahrzeug werde man den aktuellen Anforderungen gerecht. Nach mehreren Besichtigungen habe man sich für das Fahrgestell des Fiat Ducato entschieden; geliefert wurde es vom Autohaus Resch in Peiting. Entscheidende Faktoren seien das Platzangebot und die Höhe im Innenraum gewesen. Niemand müsse den Kopf einziehen.

Mit an Bord sind Laptop, Drucker, Fax und Funkgeräte. An der rechten Seite ist eine Markise montiert, damit Feuerwehrleute entweder im Trockenen bzw. im Sommer im Schatten stehen können, so Deschler. Das Auto, in dem bis zu sechs Personen zum Einsatz ausrücken, kann auch ein Notstromaggregat und eine Gitterbox mit sich führen. Eine Besonderheit ist, dass auf der Rückseite des sechs Meter langen Fahrzeuges die romanische Basilika und die Franz-Josef-Strauß-Kaserne als Silhouette angedeutet sind. Gestaltet wurde sie vom heimischen Künstler Paul Ressl.

Der alte Transporter, der aus dem Jahr 1990 stammt und den die Wehr vor 20 Jahren vom Landkreis Weilheim-Schongau übernommen hat, wird verkauft. Gemeinderat Michael Dulisch wird das Fahrzeug in eine Internetbörse einstellen.

Der neue Transporter, dessen Aufbau von der Firma Furtner & Ammer aus Landau an der Isar stammt, ist eines von drei wichtigen Fahrzeuge der Altenstadter Wehr. Die zwei Löschfahrzeuge – eines aus dem Jahr 2009, das andere aus den Neunzigerjahren – standen auf dem Hof – wegen der Feier im Gerätehaus.

Stüberl und Schulungsraum

Beim Umbau des Stüberls und des Schulungsraumes sind, wie Vorstand Andreas Kögl erläuterte, ab März 2018 mit dem Entfernen der alten Decke „Tatsachen geschaffen worden“. Zwischen Stüberl und Schulungsraum – früher war dort das Probelokal der Blaskapelle – wurde eine Trennwand eingezogen. Zudem wurde zwischen Stüberl und Hausmeisterwohnung des Ehepaars Heinrich isoliert, damit der Lärm nicht mehr so zum Nachbarn dringt. Neu sind Böden, Elektronik, Heizung sowie eine Akustikdecke im Schulungsraum, wo auch eine Leinwand mit Beamer zur Verfügung steht.

Die Kosten, die ursprünglich mit 15.000 Euro angesetzt waren, haben sich auf 25.000 Euro erhöht. Kögl hofft, dass die Gemeinde einen Beitrag leistet. Den Großteil übernimmt der Feuerwehrverein. Der Vorstand erwähnte, dass ein gutes Dutzend an Helfern über 500 Arbeitsstunden einbrachte, um Schulungsraum und Stüberl zeitgemäß einzurichten.

Kögl stellte die Frage: „Hat’s des braucht?“ Und lieferte gleich selbst die Antwort. Nach 40 Jahren sei dies kein Luxus mehr im Sinne der Kameradschaft – aber auch dazu, dass die Aktiven nach der Rückkehr von Einsätzen noch was nachbesprechen und aufarbeiten möchten.

Bürgermeister Albert Hadersbeck signalisierte eine Unterstützung der Gemeinde für den Ausbau. Die Männer der Wehr seien „uneigennützig für die Bürger im Einsatz“. Auch bei der 2017 im Gemeinderat beschlossenen Anschaffung des Mehrzweckfahrzeuges sei vor allem die Führungscrew „extrem engagiert“ gewesen, was sich in mehreren Besichtigungsfahrten genauso zeige wie in den Gesprächen mit dem Gemeinderat. Kommandant Deschler und Vorstand Kögl gehören selbst dem Gemeinderat an.

Johannes Jais

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