Neue Räume eingeweiht:

Ein Tresor im Rathaus

+
Ehemals Bankschalter, jetzt Rathaus: Bild von der Segnungsfeier im Bereich der Tourist-Info und der VHS. Rechts Bürgermeister Michael Asam, Julian Weninger (Ordnungsamt) sowie Heidi Hiemer (Standesamt) und Verena Gansmeier (Standesamt).

Peiting – Boshafte Zungen behaupten, eigentlich sollte der Marktkämmerer sein Büro im ersten Stock im bisherigen Rathaus aufgeben und in das Gebäude II hinüber ziehen. Und zwar genau dorthin, wo jetzt Julian Wegenauer vom Ordnungsbüro seinen Schreibtisch hat. Denn dann säße Christian Hollrieder, Chef der Finanzverwaltung, direkt über dem vier Tonnen schweren Tresor, der im Keller steht. Am Dienstagabend erhielten die im September neu bezogenen Räume des Rathauses im früheren Bankschalter am Hauptplatz den kirchlichen Segen.

In dem Gebäude bietet die Raiffeisenbank seit kurzem keine persönliche Beratung mehr – die Mitarbeiter wechselten in die Hauptstelle an der Bahnhofstraße – sondern nur noch die technische Filiale. Den Zugang, der wie bei jeder Bankfiliale videoüberwacht ist, nutzen die Bank und die Gemeinde gemeinsam. Dahinter folgt im Erdgeschoss der helle Bereich mit Büros für Tourist-Info, Volkshochschule, Ordnungsamt, Standesamt, Sozialamt und Friedhofsverwaltung. Vier Damen und ein junger Mann haben dort ihren Arbeitsplatz: Andrea Deibler und Sabine Hickisch von der Tourist-Info bzw. der VHS; Heidi Hiemer, Verena Gansmeier und Julian Weninger.

Nicht nur der tonnenschwere Tresor blieb vor Ort. Auch mehrere Schreibtische und andere Möbel wurden von der Raiffeisenbank übernommen, wie Bürgermeister Michael Asam eingangs erwähnte, bevor Pfarrer Robert Köpfle von der Pfarrei St. Michael und Pfarrer Dirk Wollenweber von der evangelischen Gemeinde den kirchlichen Segen spendeten.

Das Gebäude wurde, so resümierte der langjährige Rathaus­chef, für 506.000 Euro von der Raiffeisenbank übernommen – auf der Basis eines amtlichen Schätzpreises. Zudem seien Umbauten für 40.000 Euro erforderlich gewesen. Dazu gehörten auch zwei Durchbrüche im Obergeschoss, wo acht Mitarbeiter des Marktbauamtes ihren Arbeitsplatz haben. Dieser Bereich war schon seit vielen Jahren im Obergeschoss dieses Gebäudes untergebracht. Neu ist, dass es jetzt eine direkte Treppe hinunter zu den neuen Büros im Ordnungsamt gibt.

Tourist-Info und Volkshochschule waren bisher 22 Jahre im Fliegauf-Haus an der Ammergauer Straße untergebracht, wie Klement Sesar als Vorsitzender des Verkehrsvereins zurückblickte. Die Gemeinde wird dort das Erdgeschoss weiterhin anmieten. Dort soll der Treffpunkt Asyl eingerichtet werden, der sich bislang an der Schongauer Straße befindet.

Im Gebäude II hat nun jeder Mitarbeiter sein eigenes Büro. Damit gehören die Zeiten, als im Standesamt und Ordnungsamt zeitgleich bis zu drei Beschäftigte in einem Zimmer saßen, der Vergangenheit an. Wenn Peitinger wegen einer Geburt, einer Hochzeit oder wegen eines Sterbefalles ins Rathaus kämen, sei das Gespräch in einem einzelnen Büro von großem Vorteil. Die optisch transparenten Glas­türen können jederzeit zugezogen werden, damit sonst niemand was mitbekomme, hieß es bei der Segnungsfeier.

Bürgermeister Asam richtete seinen Dank an Martin Wagner vom gemeindlichen Bauhof, der die Regale im Eigenbau erstellt habe. Auch erwähnte er Karl und Hildegard Fliegauf, die seit mehr als zwei Jahrzehnten der Gemeinde ihre Räume im Erdgeschoss vermietet haben, die bis zum Sommer 2017 für VHS und Tourist-Info genutzt wurden. Der Erwerb des Bankgebäudes, bei dem die Gemeinderäte „sofort mitgegangen seien“, bedeute „eine enorme Entlastung“ im Peitinger Rathaus. Räumlich gesehen. Aber nicht personell. Der Schreibtisch des Marktbaumeisters im Obergeschoss ist noch immer vakant. 

Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesen

Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Das Pizzakarton-Problem
Das Pizzakarton-Problem
Das Wichtigste ist ein Stuhl
Das Wichtigste ist ein Stuhl
Digitale Ergänzung kommt an
Digitale Ergänzung kommt an

Kommentare