"Sehr gute Nachricht für die Region"

Trafen sich zum Austausch über die Bundeswehrreform in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne in Altenstadt: CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, Kommandeur Ferdinand Baur, Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt, Landtagsabgeordnete Renate Dodell (CSU), Staatskanzleichef Thomas Kreuzer und Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck (v. li.). Foto: Peters

Staatskanzleichef Thomas Kreuzer war in Eile. Zwei Stunden hatte der Minister am Dienstag gemeinsam mit dem parlamen-tarischen Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Christian Schmidt, dem CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, der CSU-Landtagsabgeordneten Renate Dodell sowie Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck der Franz-Josef-Strauß-Kaserne in Altenstadt einen Besuch abgestattet. Thema natürlich: die Bundeswehrreform. Dann drängte den Minister der nächste Termin, zum Pressegespräch könne er daher nicht bleiben, erklärte Kreuzer den verdutzten Journalisten. Das mache aber nichts, fügte der Staatskanzleichef hinzu, denn anders als in anderen bayerischen Kommunen bleibe hier der Bundeswehrstandort ja mili-tärisch erhalten. Probleme, schien er damit sagen zu wollen, sehen anders aus – und tatsächlich war die Stimmung unter den Anwesenden durchwegs positiv.

Dabei war die Bestürzung im Oktober noch groß gewesen, als Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière die Eckdaten der Bundeswehrreform vorstellte. Die Luftlande- und Transportschule, das Aushängeschild der Franz-Josef-Strauß-Kaserne, sollte nach Oldenburg verlegt werden, stattdessen ein Unteroffiziers- und Feldwebelanwärterbataillon nach Altenstadt kommen. Die Anzahl der permanenten Dienstposten würde so von 720 auf 190 sinken. Ein Schlag, nicht nur für die Soldaten, sondern auch für die Region, befand damals unter anderen Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck. Jetzt, fast drei Monate später, klingen die Töne versöhnlicher. Kommandeur Oberst Ferdinand Baur etwa bezeichnete beim Pressegespräch den Erhalt des Standorts als „super Leistung“, Hadersbeck lobte die gute Kommunikation und Unterstützung durch Schmidt und Dobrindt. Letztere wiesen noch einmal darauf hin, dass der Standort Altenstadt bis zuletzt auf der Kippe gestanden habe, ein „Nachnutzungskonzept“ erst in vielen Diskussionen gefunden worden sei. Dass die Feldwebel-Ausbildung nach Altenstadt komme, sei vor diesem Hintergrund eine „sehr gute Nachricht für die Region“, betonte Dobrindt, der auch die Reduzierung des Stammpersonals durch die neuen Lehrgangsteilnehmer mehr als aufgewogen sieht. „Das sind keine Wehrdienstleistenden mit geringem Sold, sondern feste Bundeswehrangehörige, die dementsprechend mehr Geld zum Ausgeben zur Verfügung haben.“ Auch die Ängste der zahlreichen zivilen Beschäftigten suchte der Bundestagsabgeordnete zu zerstreuen. Er sei nach Gesprächen mit Arbeitnehmervertretern zuversichtlich, dass der überwiegende Teil auch weiterhin eine Beschäftigung habe. Sowohl er als auch seine Parteikollegin Dodell betonten, in Einzelfällen „persönlich helfen“ zu wollen. „Es darf niemand auf der Strecke bleiben“, sagte die Landtagsabgeordnete. Auch zum Zeitplan hatten Staats- und Generalsekretär neues zu vermelden. Gehe alles nach Plan, werde noch in diesem Jahr ein Unterkunftsgebäude für das neu gegründete Ausbildungsbataillon in Angriff genommen. Kostenpunkt: drei Millionen Euro. Im nächsten Jahr soll ein Wirtschaftsgebäude für rund acht Millionen Euro folgen. Damit könnten bereits ab 2013 Unteroffiziersanwärter nach Altenstadt kommen. Da die Luftlande- und Transportschule wohl bis 2017 in vollem Umfang am Standort erhalten bleibe, müsse man in der Kaserne in den nächsten Jahren „enger zusammenrücken“, erklärte Schmidt. „Es wird also nicht so sein, dass in einem halben Jahr nichts mehr da ist.“ Eine Kompanie des neuen Bataillons werde man in dieser Zeit sogar nach Füssen auslagern müssen. Wann genau der Umzug nach Oldenburg erfolgen soll, werde die Detailplanung ergeben, die Mitte des Jahres fertig gestellt sein soll, so Schmidt. Dass man trotz der im Vergleich zu anderen Standorten hohen Investitionen – insgesamt plant der Bund, 40 Millionen Euro in die Kaserne zu stecken – an Altenstadt festgehalten habe, hätte neben militärischen Aspekten auch am Rückhalt der Bundeswehr in der Bevölkerung in dieser Region und der engen Kooperation zwischen Gemeinde, regionaler Politik und dem Ministerium gelegen, verdeutlichte der Staatssekretär. Wie gut die Zusammenarbeit funktioniert, zeigte die Antwort Hadersbeck auf die Frage, ob die Gemeinde vermehrt auf Windkraft setzen werde, wenn die Fallschirmjäger verlegt worden seien. Man werde den wertvollen Luftraum sicher nicht leichtfertig aufgeben, kündigte der Bürgermeister an. „Bundeswehr kommt an dieser Stelle vor Windkraft.“ Vielleicht, so klingt da die Hoffnung durch, könnte diese ihre Planungen ja noch einmal revidieren.

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