"Brauchen uns nicht verstecken"

Neuer Krankenhaus-Chefarzt zieht erste Bilanz

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Ziehen ein positives Zwischenfazit: Chefarzt Dr. Jochen Dresel (3. v. re.) mit seinem Team um den Oberarzt Dr. Wolfgang Wistuba (2. v. re.), Michaela Stoß, Anna-Maria Thomas, Verena Kistler und Heidemarie Finger (1. bis 4. v. li.) sowie Geschäftsführer Thomas Lippmann.

Schongau – Die 100 ersten Tage im Amt, sie sind für jeden Entscheidungsträger eine wichtige Marke. Die Zeit des Einarbeitens ist vorbei, es gilt die Ärmel hochzukrempeln. Dr. Jochen Dresel, neuer Chefarzt an der Klinik für Innere Medizin am Schongauer Krankenhaus, hat das längst getan. Seine Zwischenbilanz kann sich sehen lassen, die Zukunftspläne klingen ambitioniert.

„Die Bundespolitik weiß, dass die Überlebenschancen für Krankenhäuser im ländlichen Raum minimal sind“, erklärt Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Lippmann. Einziger Ausweg in diesem Existenzkampf sei eine breite Basis zur Versorgung der Bevölkerung bei gleichzeitiger Spezialisierung.

Beim Meistern genau dieses Spagats soll Dr. Dresel ein wichtiger Baustein sein. Der Neue hat mittlerweile vier neue Verfahren am Krankenhaus eingeführt, allesamt aus seinem Fachgebiet, der Gastroenterologie. Diese widmet sich dem Magen-Darm-Trakt sowie Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse „Leiden in diesem Bereich betreffen viele Leute“, erklärt der Mediziner.

Eine Spezialisierung also, die einer potenziell großen Zahl Patienten zugute kommt und damit auf breiter Basis steht. Dr. Dresels Ziel: Das Krankenhaus soll als sogenanntes Darmzentrum etabliert werden. „Die Leute sollen wissen, dass sie bei uns genauso gut versorgt werden, wie an einer Uni-Klinik.“ Der Standort Schongau müsse sich nicht verstecken. „Wir haben ein extrem gut ausgestattetes Team, in dem die wichtigsten internistischen Fachrichtungen vertreten sind.“

Perspektivisch hat sich Dr. Dresel, der auch bei internen Abläufen noch Luft nach oben ausgemacht hat, ferner auf die Agenda gesetzt, ein spezialisiertes Angebot für Menschen, die an der Lungenkrankheit COPD leiden, zu schaffen. Diese sei weit verbreitet, rund acht Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Die Stoßrichtung ist erneut klar: Spezialisierung bei breiter Basis.

Einigkeit mit Lippmann besteht in einem weiteren Punkt: „Bei uns kommen Chef- und Oberarzt noch selbst zum Patienten“, die Atmosphäre sei familiär und die Anfahrt für Krankenbesuche kurz. „Welche ‚Krankenhaus-Fabrik‘ in der Großstadt kann das noch bieten?“, fragt der Geschäftsführer.

ras

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