Familienprojekt mit Nachhaltigkeit

In Peiting eröffnet der Unverpackt-Laden "Liaba ohne" am Hauptplatz 

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Vater Wolfgang und Sohn Johannes Weißenbach werden ab Mitte September in ihrem „Liaba ohne“ am Peitinger Hauptplatz die Kunden betreuen.

Peiting – So etwas gibt es im Altlandkreis Schongau bisher noch nicht: Familie Weißenbach eröffnet ihren Unverpackt-Laden „Liaba ohne“ in Peiting. Dabei handelt es sich um ein echtes Familienprojekt. Ab Mitte September soll es in dem Geschäft am Hauptplatz losgehen.

Schon seit rund zwei Jahren beschäftigt Vater Wolfgang Weißenbach die Idee vom Unverpackt-Laden. Die nächsten Geschäfte dieser Art sind in Weilheim und Kaufbeuren zu finden. Als das Fotogeschäft Nicoletti am Peitinger Hauptplatz Corona-bedingt aufhörte, ergriff er die Chance.

Seit Anfang Juli wird das Gebäude den Bedürfnissen eines solchen Ladens angepasst. Im Innenraum haben Weißenbachs eine Stufe entfernt, so dass das Geschäft künftig barrierefrei ist. Nur bei der Treppe am Eingang ist nichts zu machen, sie muss so bleiben wie sie ist. Doch auch dafür hat die Familie eine Lösung: Kommt ein Kunde mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen, kann dieser einfach klingeln und dann den Hintereingang benutzen.

Bis der Laden eröffnen kann, wird es noch ein paar Wochen dauern, dennoch stehen schon einige Produkte in den Regalen. Vor allem die Getränke haben Weißenbachs schon einmal „zur Probe“ platziert. Von Bier und Wein, über Cola und Energydrinks gibt es hier alles. Wert legt das Vater-Sohn-Gespann neben Bio-Qualität vor allem auch auf Regionalität.

Die Behälter für die Lebensmittel sind natürlich noch leer. Hier werden in Kürze Nudeln, Müsli, Kaffee, Tee, Gewürze und vieles mehr angeboten werden. Auch eine Mühle wird vorhanden sein, so dass sich der Kunde das eigene Mehl frisch mahlen kann. Neben vielen veganen Angeboten, waren Familie Weißenbach außerdem lactose- und glutenfreie Produkte wichtig. Saisonales bayerisches Gemüse steht ebenso auf der Liste wie auch Feinkost-Würste. Brot und Semmeln kommen von der Peitinger Bäckerei Schwarzmaier.

Über allem steht das Gebot, Verpackungsmüll zu vermeiden. „Dieses sinnlose Konsumieren hat mich schon immer gestört“, sagt Vater Wolfgang Weißenbach. Daher kann man im „­Liaba ohne“ im Prinzip schon ab einem Gramm einkaufen, „vom Single bis zur Großfamilie“, so Weißenbach weiter. Dabei soll es aber, wenn es nach ihm geht, gemütlich zugehen „ohne Stress und vielleicht auch mit einem kleinen Ratsch“.

Neben Lebensmitteln umfasst das Angebot auch Seife sowie Wasch- und Putzmittel, welche in beliebigen Mengen abgefüllt werden können. Weitere Kosmetikprodukte werden in den Regalen zu finden sein. Sie sind ebenfalls alle bio und vegan sowie frei von Tierversuchen. „Das Bewusstsein für so etwas wird immer größer“, weiß Sohn Johannes.

Nicht nur Vater und Sohn sowie Mutter Michaela – der „Chef im Hintergrund“ – auch Tochter Stefanie steuert etwas zum Unverpackt-Laden bei. Schlüssel­anhänger, Taschen und Masken kommen vom „Herzmadl mit Nadel“. Daneben sind noch Produkte eines Bambusherstellers zu erwerben.

Hat die Familie keine Bedenken, einen solchen Laden gerade zu Zeiten von Corona zu eröffnen? Eigentlich nicht, so die einstimmige Antwort. Die Hygienevorschriften bei einem Unverpackt-Laden seien ohnehin noch einmal viel höher als beispielsweise in einem normalen Supermarkt. Man müsse wesentlich mehr putzen, so die Weißenbachs. Die Zangen und Löffel, mit denen die Lebensmittel aus den großen Behältern geholt werden, werden ebenso regelmäßig gewaschen wie die Behälter an sich.

Die künftigen Kunden können die Gläser zum abfüllen entweder im Laden erwerben oder von zu Hause mitbringen. Eine Ecke wird für „Gläser von Kunden für Kunden“ bereit stehen. Hier können Behälter mitgebracht werden, die man selbst vielleicht nicht mehr nutzt. Nach einer gründlichen Reinigung stehen sie dann anderen Kunden für ihren Einkauf zur Verfügung. Wieder alles unter dem Motto: „Nicht zu viel wegschmeißen“. So werden auch die großen Kanister und Gebinde, mit denen die Waren angeliefert werden, wieder zum Händler zurückgeschickt. Auch diese werden wiederverwendet.

Von Dienstag bis Freitag von 8 bis 18.30 Uhr und am Samstag von 8 bis 13 Uhr wollen Weißenbachs ihren Laden am Peitinger Hauptplatz öffnen. Hier komme es aber auch ein bisschen auf die Kundschaft an, meint Sohn Johannes. Sie können sich vorstellen, die Öffnungszeiten auch noch anzupassen. „Außerdem würde ich gerne einen Lieferservice aufbauen“, sagt Johannes Weißenbach. Aber auch hier richte man sich nach den Kundenwünschen, „bisher ist das Feedback aber gut.“

Astrid Neumann

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