Signaletikkonzept für die Schongauer Altstadt: Extrarunde für ersten Konzeptvorschlag

Die Stadtplan-Grafik mit den Points of Interest und Stadttoren (rot) sowie möglichen Standorten der neuen Wegweiser (gelb) als Diskussionsgrundlage.
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Die Stadtplan-Grafik mit den Points of Interest und Stadttoren (rot) sowie möglichen Standorten der neuen Wegweiser (gelb) als Diskussionsgrundlage.
  • VonRasso Schorer
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Schongau – Mit der Erstellung eines Signaletikkonzepts für die Beschilderung des Stadtmauerumfelds, der Stadtrundgänge mit sogenannten Points of Interest (POI) und deren einheitlicher Gestaltung zur Verbesserung der touristischen Erschließung hatte die Stadt die Designgruppe Koop beauftragt. Am Dienstag stellte Andreas Koop den ersten Baustein vor. Zu einem Beschluss kam es dabei aber noch nicht.  

„Inszenieren ja, aber nichts künstlich aufsetzen“, schilderte Koop die Herangehensweise im Schongauer Bauausschuss. Es gehe darum, mit den Dingen zu arbeiten, die die Stadt schon mitbringe. Der erste Baustein umfasst das Signaletikkonzept, einen Rundgang mit POI innerhalb der Stadtmauer, dem nördlichen Stadtmauerumfeld und einer Beschilderung des Stadtmauerrundwegs. Kostenpunkt: gut 32.000 Euro. Weitgehend abgestimmt hatte er sich mit dem Tourismusverein, dem Historischen Verein, der Kreisheimatpflege und der unteren Denkmalschutzbehörde.

Das Ergebnis solle sowohl Bürger als auch Besucher ansprechen, so Koop. Sein Gestaltungskonzept arbeite unabhängig vom städtischen, touristischen Erscheinungsbild, es schaffe so eine eigenständige parallele Ebene. Farblich sah er Gelb als Basis sowie Grau- und Rottöne vor.

»Vielleicht hams Recht«

„Gefällt mir gut“, war sich Thomas Schleich nach der Präsentation mit Fraktionskollegin Kornelia Funke einig. Die Vorschläge der Stadtführer seien durchaus umgesetzt worden, freute sich die CSU-Frau. Ihr erster Impuls sei zwar ein anderer gewesen, doch wie der Kreisheimatpfleger und die Tourismusvertreter sei sie zu dem Schluss gelangt: „Vielleicht hams ja Recht.“

Dazu, dass Schongau „ganz viel“ habe, das es nicht nutze, pflichtete Ilona Böse (SPD) bei. Die Farben aber sprängen ihr ins Auge. Lob war das keines, es tue „fast bissl“ weh. Schwarz als Stadtfarbe komme zu kurz. Ihr Wunsch: Das, was da stechen solle, sei das Gebäude – nicht das Schild davor. Ihren Vorschlag, mehrere Auswahlmöglichkeiten zu schaffen und dann am Objekt selbst in Augenschein zu nehmen, befürwortete Koop. Er verwies aber darauf, dass es nun mal Aufgabe eines Schildes, das in der Wahrnehmung des Betrachters mit vielen Sinneswahrnehmungen konkurriere, sei, ins Auge zu stechen. Rot-gelb sei etwas weicher als Schwarz-gold, leuchte aber mehr auf die Ferne. „Es hat etwas freundliches.“

Robert Thomas und Sebastian Dietrich vom Bauamt sahen es ebenso, verwiesen beispielsweise auf die Schattenwirkung und darauf, dass das Farbkonzept dort, wo es zum Einsatz kommen soll, „wirklich“ überzeuge. „Wenn sich das Schild nicht gegenüber den anderen Eindrücken behauptet, können wir es uns sparen.“ Eine zunächst wenig begeisterte Reaktion sei in den vorherigen Gesprächen öfter vorgekommen, die Argumentation und der zweite Blick überzeugten dann aber stets.

Ins Detail

Dass die Schilder nicht zu zahlreich und groß sein sollten, mahnte Bettina Buresch (Grüne) an. Als Besucherin und Hobby-Fotografin sei ihr der unverstellte Blick und ein authentisches Erlebnis wichtig. Infoschilder für den Naturschutz entwerfe sie selbst so dezent wie möglich. Die Farben fand sie „okay“, wünschte sich aber ein goldeneres Gelb und ein rostigeres Rot. Auch den Vorschlag, an das jeweilige Hauptschild Zusatzschilder mit Inhalten wie Wegweiser, ergänzende Infos und dergleichen anzubringen, lehnte sie zugunsten eines klassischen Rechtecks ab, ebenso wie Nina Konstantin (ALS).

Es werde versucht, das verschlafene Schongau mit dem Holzhammer zu wecken, fand Martin Schwarz (SPD). „Wirkt alles zugepflastert“, „Farbgebung katastrophal“, „komplett übers Ziel hinaus“, so sein Urteil.

„Schwer, bei diesem Dissens dem Stadtrat einen Beschluss vorzulegen“, fasste Bürgermeister Falk Sluyterman zusammen. „Ich fand alles sehr gut.“

Es sei ganz wichtig, sich beim Ortstermin eine zweite Meinung zu bilden, empfahl Stadtbaumeister Dietrich. „Was schade wäre, wäre, wenn da der kleinste gemeinsame Nenner rauskommt“, sagte Koop. „Gute Gestaltung polarisiert.“ Er werde nun einige Varianten zum Vergleich vorlegen. Ein Folgetermin, eine Bemusterung, soll dann weiterhelfen.

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