Größte Investition

So wird Peitings neuer Kindergarten

Das Kindergartengebäude im Modell – das erste Stockwerk (links) ist abgenommen: Fünf Gruppen finden unten Platz, zwei sind es im ersten Stockwerk. Im Bild von links Architekt Franz-Xaver Lutz, Marktbaumeister Fabian Kreitl und Gemeinderat Michael Deibler.
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Das Kindergartengebäude im Modell – das erste Stockwerk (links) ist abgenommen: Fünf Gruppen finden unten Platz, zwei sind es im ersten Stockwerk. Im Bild von links Architekt Franz-Xaver Lutz, Marktbaumeister Fabian Kreitl und Gemeinderat Michael Deibler.

Peiting – Der Kindergarten an der Jägerstraße ist das größte Bauprojekt, das der Markt Peiting je zu stemmen hatte: Am Dienstagabend ist der grundsätzliche Beschluss, dass er gebaut wird, gefasst worden. Das zweistöckige Haus hat eine Außenlänge von 100 Metern und ist auf sieben Gruppen bis zu 175 Kinder ausgelegt. Die Kosten betragen knapp sieben Millionen Euro. 

Von der Dachgestaltung über die Entwässerung bis zur Zuwegung sind im Gremium in der letzten Sitzung nach der ausführlichen Vorstellung durch drei Planer detaillierte Einzelbeschlüsse getroffen worden. Entscheidungen, die zum Teil Einsparungen bedeuten, aber auch Entscheidungen, die Mehraufwand bringen.

Als erstes ist festgelegt worden, das Dach nicht mit Blech zu verkleiden, sondern zu begrünen. Zweitens war eine klare Mehrheit dafür, eine Gasheizung einzubauen – mit der Bedingung, dass Bio-Erdgas als Brennstoff verwendet wird. Die Außenwand des L-förmigen Gebäudes wird mit Holzelementen versehen.

Was die Entwässerung betrifft, so wird wegen des feuchten Grundstücks – daher der Name Tiefenlache – zusätzlich zur Aufschüttung der leichten Senke in eine Verrohrung investiert. Kostenpunkt: 18.000 Euro. Martin Karl vom Büro FreiRaumPlan (Gilching) hatte ein Versickern – auch mit mehreren Mulden auf dem Gelände – als machbar dargestellt. Doch darauf wollten sich die Räte nicht verlassen.

Eine Mehrheit war dagegen, zwischen den Gruppenräumen Schallschutztüren einzuziehen; einen solchen direkten Durchgang zwischen den Gruppen hätten sich die Erzieherinnen gewünscht.

Sechs Gegenstimmen gab es beim Vorschlag, im ersten Stockwerk an den beiden Enden des Gebäudekörpers (der oben kürzer ist als unten) eine Pergolakonstruktion anzubringen. Eine Mehrheit war freilich dafür. Die Alternative wäre ein einfaches Geländer gewesen. Andererseits wird eine geringe Kostenminderung erreicht, weil vom Kindergarten kein Verbindungsweg zur Jägerstraße angelegt wird, die auf der Ostseite verläuft.

Eltern können ihre Buben und Mädchen bringen, indem sie z.B. das Auto auf dem Parkplatz beim Eisstadion abstellen und eine neue Zuwegung nutzen, die zu der Einrichtung führt. Am Uhrerskreuzweg sind nahe der neuen Einrichtung Behindertenparkplätze vorgesehen.

All die einzelnen Beschlüsse bedeuten einerseits eine Minderung von 120.000 Euro sowie andererseits eine Mehrung von knapp 90.000 Euro. Unterm Strich ergibt sich eine leichte Einsparung von gut 30.000 Euro.

Die Kosten betragen zirka 6,8 Millionen Euro. Bei den förderfähigen Kosten erhält die Marktgemeinde vom Staat 60 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet. Das sind 2,7 Millionen Euro, wie Kämmerer Hollrieder vorrechnete.

Da hakte Herbert Salzmann von der SPD-Fraktion ein. Politiker in Bund und Land würden gerne Sonntagsreden schwingen zur Unterstützung der Städte und Gemeinden. Doch der Staat leiste den Kommunen zu wenig Unterstützung bei solchen Investitionen. In Peiting würden ja keine goldenen Wasserhähne eingebaut. Die Diskrepanz zwischen den Kosten, die der Staat als förderfähig ansieht (4,4 Millionen Euro), und zwischen der tatsächlichen Summe von 6,8 Millionen Euro sei groß, meinte auch Bürgermeister Ostenrieder im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Rathauschef präzisierte, dass es sich bei den aktuellen Zahlen nicht mehr um eine Schätzung, sondern schon um eine Kostenberechnung handle. Wenn das Architekturbüro im Auftrag der Gemeinde in den nächsten Monaten die erste Hälfte der Arbeiten für den Kindergarten ausschreibe und danach Angebote der Firmen vorlägen, habe man eine griffige Grundlage zur Kostenentwicklung.

Wie lange die Preisgarantie zu der Summe von 6,8 Millionen Euro anhalte: Das wollte Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung) wissen. Eine Garantie werde keiner geben, antwortete Architekt Lutz. Er verwies auf Unwägbarkeiten wie die Auslastung bei den Firmen oder auf evtl. Probleme bei Zulieferern.

Großzügiger Eingang

„Wir haben abgespeckt“, erklärte Architekt Franz-Xaver Lutz vom Büro Baldauf/Prill/Lutz in Schongau. Es seien nunmehr weniger Fensterflächen. Auch seien die Türen verkleinert worden. Besondere Bedeutung habe der helle Eingangsbereich, der mit Mensa und mit Gruppenraum auch zu einem großen Raum erweitert werden könne. Das erste Stockwerk werde mit zwei Treppen und einem Lift erschlossen.

Im Bereich der Klimatechnik wird ein zentrales System mit Zuluft und Abluft installiert, blickte Wolfgang Hirdina, Planer aus Betzigau, voraus. Die Nassräume und Toiletten werden nahe an den Gruppenräumen platziert und nicht auf der anderen Seite des Flures.

Noch ist offen, ob oben Räume für einen Hort geschaffen oder ob Krippengruppen für kleine Kinder angeboten werden. Fest steht, dass im Erdgeschoss die fünf Gruppen- und fünf Nebenräume als Kindergarten für drei- bis sechsjährige Buben und Mädchen genutzt werden. Zwei Gruppen kommen aus dem alten Rathauskindergarten dorthin, zwei vom Therese Peter-Kinderhaus, das künftig nur noch für (bis zu sechs) Krippengruppen genutzt wird. Ein weiterer Raum im neuen Haus ist als Reserve gedacht; die Zahl der Kinder nehme in Peiting leicht zu, was auch am Zuzug liege.

Johannes Jais

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