Solarpark Sachsenried:

Energiewende: Schwabsoien siegt erneut

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Gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Florian Streibl (links) und Florian Bichler, Geschäftsführer „Energiebauern GmbH“ (rechts), drückten im Juli 2019 Martin Eberle, Martin Geisenberger sowie Matthias Endraß (2. bis 4. v. links) die Starttaste für den Solarpark in Sachsenried.

Schwabsoien – Die Energiewende Oberland (EWO) hat am gestrigen Dienstag wieder Kommunen ausgezeichnet, die sich im vergangenen Jahr besonders stark beim Ausbau der Stromerzeugung durch Sonnenenergie hervor getan haben. Ganz vorne mit dabei ist – wieder einmal – Schwabsoien.

„Und der Gewinner ist: der Landkreis Weilheim-Schongau!“, verkündet die Energiewende Oberland, Bürgerstiftung für Erneuerbare Energien und Energieeinsparung, in ihrer Pressemitteilung. Für 2019 machen beim Solarstrompreis gleich drei Kommunen aus dem Südwesten das Rennen: Schwabsoien, Penz­berg und Weilheim. Den Preis der Energiewende Oberland (EWO) erhalten Kommunen, in denen im Vorjahr am meisten Photovoltaik-Leistung zugebaut wurde. Er soll ein Anreiz sein, die Installation weiterer Anlagen zu fördern. Zum Beispiel auch für alle, die E-Radl oder E-Auto fahren und den Strom direkt vom eigenen Dach oder Balkonkraftwerk beziehen wollen. Zum ersten Mal wurde der Solarstrompreis im Jahr 2009 verliehen.

Datengrundlage für den Solarstrompreis im Oberland sind die Meldungen an die Bundesnetzagentur, bei der alle neu errichteten Anlagen angegeben werden müssen. Um die Preisträger-Kommunen zu ermitteln, wertet die Fachgruppe Solar­energie der EWO jährlich die installierten PV-Anlagen in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Weilheim-Schongau aus.

In Schwabsoien sind im Jahr 2019 insgesamt knapp 11 MWp dazugekommen. Davon stammen allein 10 MWp aus einer großen Freiflächenanlage, die von Landwirten bei Sachsenried gebaut wurde und aus circa 36.000 Photovoltaikmodulen besteht. Die übrigen 900 kWp werden von zwei großen Anlagen mit rund 750 und 85 kWp sowie einigen kleineren Anlagen erbracht. Die neu errichteten Anlagen erzeugen in Schwabsoien so viel Strom, wie ungefähr 2.725 vier-Personen-Haushalte pro Jahr verbrauchen.

In Penzberg, Solarstrom-Kommune und Solarpreisträger mit langer Tradition, wurden 37 PV-Anlagen mit gut 1.000 kWp gebaut. Die beiden größten davon leisten etwa 300 und 270 kWp. Die breite Streuung der restlichen Leistung auf 35 kleinere Anlagen zeige, dass immer mehr Menschen wissen, dass Strom aus Sonnenlicht die umweltfreundlichste Art der Strom­erzeugung ist, so die EWO. Die neuen Anlagen können rund 250 vier-Personen-Haushalte pro Jahr versorgen.

Auch in Weilheim verteilt sich die Gesamtleitung von rund 700 kWp auf erfreulich viele, nämlich 30 kleine Anlagen und zwei größere Einheiten mit circa 230 und 160 kW. „Eine sehr gute Mischung, die auf eine stabile Weiterentwicklung der Sonnenstromnutzung hoffen lässt“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Anlagen liefern klimafreundlichen Strom für rund 175 vier-Personen-Haushalte pro Jahr.

Die vier Landkreise im EWO-Gebiet erreichten 2019 einen Neubau von etwa 750 Anlagen mit 22.500 kWp Photovoltaik-Gesamtleistung, nach 14.500 kWp im Jahr 2018. Wie Walter Weiss von der Fachgruppe Solarenergie der EWO betont: „Die Beschleunigung beim Ausbau im Oberland ist für den Klimaschutz erfreulich. Und sie weist auch auf das oft weitsichtige und zukunftsgewandte Denken lokaler Bürgermeister, Stadt- und Gemeinderäte hin.“

Deutschlandweit steigerte sich der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung von 2018 auf 2019 von 35 auf 40 Prozent, woran Windkraft und Photovoltaik die größten Einzelanteile haben. Die kürzlich veröffentlichte nationale Wasserstoff-Strategie zeigt auf, dass es ein „Zuviel“ an regenerativem Strom im Netz nicht mehr geben kann. Zukünftig sollen Spitzenerträge aus Wind und Sonne direkt in Wasserstoff gespeichert werden.

So arbeitet die Bürgerstiftung Energiewende Oberland weiter daran, dass Photovoltaikanlagen mit ihrer sehr guten Rentabilität zum selbstverständlichen Bestandteil eines jeden Hauses werden. Ob die eigene Gebäudefläche für Photovoltaik-Anlagen geeignet ist, zeigen die Solarkataster der Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen www.solarkataster-toelz.de/, Garmisch-Partenkirchen www.solare-stadt.de/garmischpartenkirchen/Solarpotenzialkataster und Weilheim-Schongau www.solare-stadt.de/lk-wmsog/Solarpotenzialkataster. Ein weiteres gebäudescharfes Kataster ist für den Landkreis Miesbach geplant.

Inbegriffen sind Hinweise zu Planung und Bau einer eigenen Solaranlage und wertvolle Links. Das Rennen für den nächsten Solarstrompreis im Oberland ist in vollem Gang.

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