Unterstützung für drei Einrichtungen

Soldaten der Franz-Josef-Strauß-Kaserne spenden Corona-Zulage

Franz-Josef-Strauß-Kaserne Kindergarten Altenstadt Spende Corona-Zulage
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Major Tina Behnke (3. v. links) übergab die Spende an Kindergartenleiterin Helena Weinmann. Mit dabei: Oberstabsfeldwebel Heiko Weber, Harry Behne und Hauptfeldwebel Matthias Jäger (v. links).
  • vonRasso Schorer
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Altenstadt – Bei Helena Weinmann, der Leiterin des örtlichen Kindergartens „Sankt Michael“, hatte jüngst eine kleine Delegation der Bundeswehr aus der nahegelegenen Franz-Josef-Strauß-Kaserne ihren Besuch angesagt. Anlass war eine besondere Finanzspritze, mit der neben dem Kindergarten noch zwei weitere Einrichtungen bedacht wurden.

Major Tina Behnke, die Chefin der 1. Kompanie des in der Kaserne stationierten Feldwebel/-Unteroffizieranwärterbataillons 3, war gemeinsam mit Kompaniefeldwebel Oberstabsfeldwebel Heiko Weber sowie dem Zugführer des III. Zuges Hauptfeldwebel Matthias Jäger zum Kindergarten gekommen, um einen Spendenscheck der Kompanie zu überreichen.

An der Anfang Februar bei den etwa 40 Stammsoldaten und den 120 Lehrgangsteilnehmern der Kompanie durchgeführten Spendenaktion, mit deren Organisation Hauptfeldwebel Weber betraut war, hatten sich auch Angehörige des örtlichen Sanitätsversorgungszentrums und auch einzelne Soldaten der 2. Kompanie des Bataillons beteiligt.

Die auf dem mitgebrachten übergroßen symbolischen Scheck eingetragene Geldsumme konnte sich durchaus sehen lassen: Ganze 1.200 Euro waren darauf als Spende für den Kindergarten eingetragen. Insgesamt war bei der Sammlung mit 3.600 Euro sogar ein noch um einiges größerer Betrag zusammengekommen. In der Kompanie war man gemeinsam übereingekommen, das Geld drei verschiedenen Einrichtungen zu je gleichen Teilen zur Verfügung zu stellen.

Somit erhalten neben dem Kindergarten auch das Hospiz Pfaffenwinkel in Polling sowie das Bundeswehr-Sozialwerk, das auf sozialem Gebiet zum Wohl seiner Mitglieder, insbesondere aktiver und ehemaliger Angehörigen der Bundeswehr und deren Familienangehörigen, tätig ist, jeweils 1.200 Euro.

Wenig Mehrbelastung

Wie Bundesbeamte auch, so hatten alle Soldaten der Bundeswehr eine Corona-Sonderzulage erhalten, quasi als Ausgleich für Mehrbelastung während der Pandemie. Eine Mehrbelastung, die bei der 1. Kompanie des Feldwebelanwärter-/Unteroffizieranwärterbataillons (FAUA) 3 in Altenstadt so nicht gegeben war, wie Major Tina Behnke beim Besuch beim Hospizverein im Pfaffenwinkel erklärte. „Wir haben unseren Job“, sagte sie, während andere um jeden Euro ringen müssten. Aus dieser Überlegung heraus entstand die Idee, Geld aus der Corona-Zulage zu spenden.

Spendenübergabe im Hospizgarten: Hauptfeldwebel Matthias Jäger, Major Tina Behnke, Oberstabsfeldwebel Heiko Weber, Angelika Klennert und Steffen Röger (v. links).

Major Tina Behnke übergab im Beisein von Oberstabsfeldwebel Heiko Weber und Hauptfeldwebel Matthias Jäger den Scheck an Hospizvereins-Geschäftsführer Steffen Röger und Vorstandsmitglied Angelika Klennert. Die stellte der Delegation aus Altenstadt den Verein und dessen Arbeit vor. Beeindruckt vom Engagement für Menschen in deren letzter Lebensphase gab Behnke ein Versprechen ab: „Wir planen die Unterstützung für das Hospiz als Dauerprojekt“.

»Jedes Jahr sammeln«

Ein ähnliches Bekenntnis leistete Major Tina Behnke auch im Altenstadter Kindergarten: „Wir werden jetzt jedes Jahr sammeln“. Über diesen verbindlichen Hinweis dürfte sich neben der Kindergartenleiterin und dem Kindergartenverwalter auch der bei der Zusammenkunft ebenfalls anwesende Verwaltungsleiter der Pfarreiengemeinschaft Harry Behne gefreut haben. Und auch den Kindern würde es immer sehr gefallen, wenn Soldaten zu Besuch da seien, wusste Leiterin Helena Weinmann zu erzählen.

Für sie steht die Verwendung des Spendengeldes im Kindergarten bereits fest: Der Hügel im Außenbereich soll umgestaltet werden. Dabei wolle man auch eine neue Rutsche installieren.

Und damit es auch die begehrte Tunnelrutsche wird, holte sich der mit Kinderwagen samt Enkelkind zum Besuchstermin erschienene Kindergartenverwalter Josef Zeller schon einmal die gerne gegebene Zusage ein, dass einige der Soldaten der Kompanie einen Teil ihrer Freizeit für die anstehenden Gestaltungsarbeiten an den Außenanlagen zur Verfügung stellen werden.

Für die aus Sachsen-Anhalt stammende Tina Behnke war der Kindergarten schon vor der Spendenaktion kein unbekanntes Terrain: Ihr fünfjähriger Sohn ist eines der derzeit 146 dort betreuten Kinder. Die 35-jährige Berufssoldatin ist seit April 2019 Einheitsführerin der besagten Kompanie in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne. Für sie sind die gesammelten Spendengelder „ein schönes Signal in die Gesellschaft“.

Auch unter dem Gesichtspunkt, als Soldat anders als viele andere Menschen in der derzeit noch anhaltenden Corona-Zeit einen krisenfesten Beruf zu haben, möchte sie mit den Soldaten ihrer Kompanie Präsenz in der Öffentlichkeit zeigen und sich gesellschaftlich engagieren.

Manfred Ellenberger/Monika Brandmaier

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