Kleiner Grund, kleine Häuser

Schongauer Bauausschuss fällt Entscheidung zu Tiny-Houses und Mobile-Homes

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Bereits in Schongau angekommen: ein Tiny-Haus.

Schongau – Wie soll die Stadt künftig mit sogenannten Tiny-Häusern und Mobile-­Homes umgehen? Diese Frage beschäftigte den Bau- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Offenbar gibt es in letzter Zeit dazu immer mehr Anfragen.

Bisher hat die Bauverwaltung die Anfragen auf die Zulässigkeit solcher Häuser ausnahmslos negativ beantwortet, führte Bernd Liebermann in das Thema ein. Allerdings würden in letzter Zeit immer wieder Nachfragen zu solchen Tiny-Häusern und Mobile-Homes bei der Bauverwaltung gestellt. In Schongau bezogen sich diese bisher ausschließlich auf die Zulässigkeit in bereits bestehenden Wohngebieten.

Eine Nachfrage des Bauamtes beim Landratsamt ergab, dass bisher lediglich ein Fall eines solchen Bauantrages bei diesem vorlag. Der wurde aber wegen Verstoßes gegen das Einfügungsgebot abgelehnt, so die Antwort aus der Kreisbehörde. Außerdem habe das Amt darauf hingewiesen, dass diese Art der Wohnform wohl künftig häufiger auf die Bauämter zukommen werde.

Mittlerweile ist ein solches Tiny-Haus in der Lechstadt errichtet worden. Dabei handelt es sich um einen auf einem Anhänger aufgebauten Wohnraum, der auf einem Grundstück mit 1.049 Quadratmetern aufgestellt wurde, wie Liebermann in der Sitzung berichtete. Für das dortige Gebiet bestehe kein Bebauungsplan, die Abstandsflächen seien eingehalten worden. Über die Ver- und Entsorgung liege der Bauverwaltung keine Information vor. Wenn die Erschließung aber gesichert sei und sich das Bauwerk in die nähere Umgebung einfüge, könnte dafür nachträglich eine Baugenehmigung erteilt werden, stellte Liebermann in Aussicht.

Wie nun künftig mit solchen Anfragen umgegangen werden soll, stellte das Bauamt im Gremium zur Diskussion. Aufgrund der zwischenzeitlich in Schongau sehr hohen Grundstückspreise und der Kostenexplosion im Bausektor stelle die neue Wohnform für junge Paare und Singles durchaus eine kostengünstige Alternative dar, argumentierte Liebermann.

Einig waren sich die Bauausschuss-Mitglieder, dass die gesetzlichen Vorgaben für solche Baumaßnahmen eingehalten werden sollen, also Erschließung, Anschlüsse etc. vorhanden sein müssen. Bettina Buresch (ALS) lobte die „ganz interessante Wohnform“ und hob die Vorteile im Sinne der Nachverdichtung vor. Allerdings sollten solche Tiny-Häuser nur in Wohngebieten erlaubt werden.

Dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden müssen, versicherte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich. Im Prinzip handele es sich einfach um kleine Häuser auf kleinen Grundstücken. So könnten aber einfach weitere Bauflächen geschaffen werden, so Dietrich.

Helmut Hunger (CSU) schlug vor, eine Art Satzung für diese Wohnform zu schaffen. „Anschlüsse müssen sein und die Bebauungspläne müssen diskutiert werden“, so Hunger. Auch, wie die Häuser beheizt werden, sei eine Frage, die geklärt werden müsse. Insgesamt plädierte er dafür, solche Anfragen nicht völlig anders zu behandeln wie andere und Vorgaben über den Rahmen zu machen.

„Ich kann dem beim besten Willen nichts abgewinnen“, stelle Stephan Hild (UWV) zum aktuellen Schongauer Beispiel klar. „Das schaut aus wie bei Hempels unterm Sofa.“ Dass es die verschiedensten Varianten solcher Tiny-Häuser gebe, hielt Stadtbaumeister Dietrich dagegen. Da sei so ziemlich alles machbar – auch was die Heizung und die Einhaltung der Energieeinsparverordnung (EnEV) betreffe.

Dass es in diesem Bereich durchaus schöne Häuser gebe, warf auch Kornelia Funke (CSU) in die Runde. Sie verwies allerdings darauf, dass sich hier niemand im Garten ein vermietetes Feriendomizil schaffen sollte.

Bürgermeister Falk Sluyterman fasste die Diskussion schließlich zusammen: Grundsätzlich könne man der Bauart zustimmen. Allerdings müsse die Voraussetzung gegeben sein, dass alle Bestimmungen eingehalten werden. „Es muss immer über den Einzelfall entschieden werden“, so der Rathauschef. Dem schloss sich das Gremium schließlich einstimmig an. 

asn

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