Stücke aus der Anfangszeit im Stadtmuseum

Sonderausstellung über die Ausstattung der evangelischen Kirche

Evangelische Kirche Schongau Stadtmuseum
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Harald Scharrer (links) mit den beiden evangelischen Pfarrern Julia Steller und Jost Hermann vor dem ersten Taufbecken der Dreifaltigkeitskirche.
  • VonOliver Sommer
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Schongau – In ihren etwas über 100 Jahren hat die evangelische Dreifaltigkeitskirche in Schongau schon zahlreiche Umbauarbeiten erlebt. Am auffälligsten dürfte der Austausch des Altarbildes nach nicht einmal einem Jahrzehnt gewesen sein. Zahlreiche der teilweise jahrzehntealten Ausstattungsstücke kann man derzeit im Schongauer Stadtmuseum sehen. Die Sonderausstellung geht bis Anfang Oktober.

Spätestens seit dem vergangenen Jahr hat sich das Aussehen der Schongauer Dreifaltigkeitskirche deutlich verändert. Doch auch in den Jahrzehnten seit ihrer Fertigstellung im Jahre 1916 gab es immer wieder Veränderungen in dem evangelischen Gotteshaus in der Blumenstraße. Welche, das dokumentiert die Sonderausstellung im Stadtmuseum, wo neben den Altarbildern auch eine originale Kirchenbank, der erste Taufstein und ein Kanzellöwe sowie einer der früheren Altartische ausgestellt sind. Auch ein von der Deutschen Kaiserin Auguste Victoria gestiftetes Altarkreuz ist zu sehen.

Den Anfang der Veränderungen machte nach nicht einmal sechs Jahren das Altarbild. Zeigt das ursprüngliche, von Erwin Staudenmayer gestaltete Gemälde einen gütigen, einladenden Jesus, so wurde Ida Beer-Walbrunn schon Anfang der 1920er Jahre beauftragt, eine Kopie des damals gefragten Anthonius van Dyck anzufertigen, das diesmal den gekreuzigten Jesus vor einem dramatischen Himmel zeigt. Auf Tafeln, die bei den jeweiligen Exponaten hängen, erfährt der Besucher den Hintergrund und bekommt Informationen über den Künstler oder wann das Ausstellungsstück durch ein neues ausgetauscht wurde. Wie eben beim Altarbild, wobei das erste scheinbar nicht mehr erhalten ist. Dessen Nachfolger, die van Dyck-Kopie von Ida Beer-Walbrunn, hatte über Jahre auf dem Dachboden der Pfarrei zugebracht, wo man es nun wieder aufgestöbert hatte.

Teilweise sind die Ausstellungsstücke in einem sehr guten Zustand, wie zum Beispiel das erste Taufbecken, zu dem es auch eine interessante Geschichte gibt: Nachdem der Deckel aus Kupfer ist, hätte er im Krieg eigentlich eingeschmolzen werden sollen. Nur durch eine großzügige Spende eines Schongauers, der angeboten hatte die selbe Menge Kupfer zu spenden, entging der Kupferdeckel dem Schicksal, als Waffe zu enden. Interessant ist auch der Löwe, der seinerzeit unter der Kanzel in der Kirche stand.

Wie schon erwähnt, enthalten die Tafeln, unter anderem gestaltet von Harald Scharrer, zahlreiche Informationen über die Dreifaltigkeitskirche, ihren Bau vor über 100 Jahren und auch die diversen Umbauarbeiten in den vergangenen Jahrzehnten.

Schon jetzt freuten sich Jost Herrmann und seine Pfarrkollegin Julia Steller über die Ausstellung, die, so Scharrer, natürlich in den Räumen des Museums anders wirkt als in der Kirche. Dennoch sollen die Exponate inklusive Erläuterungen ab Oktober dann nochmals in der Kirche zu sehen sein. Wobei das eine oder andere Exponat definitiv nicht mehr auf dem Dachboden verschwinden wird, wie Pfarrer Herrmann klar machte.

Die Ausstellung ist (bis einschließlich 3. Oktober) jeweils am Mittwoch, Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet, es gibt einen Rundweg und es gilt eine Maskenpflicht in den Räumen des Museums.

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