Sonne auf den Schuldächern nutzen

Um ein Haus zu bauen bedarf es vieler Steine. Manche Steine allerdings sind von besonderer Bedeutung, da sie zu Ecksteinen werden oder als tragfähiger Fundamentstein Ver- wendung finden. Ein solcher tragender Stein – im übertragenen Sinne – wurde letzte Woche in der Peitinger Hauptschule gesetzt, denn dort prangt auf dem Schuldach nicht nur eine 150 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage. Vielmehr wurde dort zudem im Beisein von Kultusminister Siegfried Schneider die Auftaktveranstaltung zur Förderung solcher Anlagen auf bayerischen Schulen durchgeführt.

In einer landesweiten Aktion, die unter dem Motto „Photovoltaik an Bayerns Schulen“ steht, möchte die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen und der Landesarbeitskreis Umweltbildung, dass in Zukunft auf zahlreichen bayerischen Schulen Photovoltaikanlagen errichtet werden. „Ziel der Aktion ist es, im Rahmen der Umweltbildung an bayerischen Schulen und im Hinblick auf die Vorbildwirkung pädagogischer Einrichtungen im Bereich des Klimaschutzes und der Energiewende, möglichst viele Schulen im Land dazu zu bewegen, geeignete Schuldächer für Photovoltaikanlagen zu nutzen“, verdeutlichte Hans Fendt von der Akademie für Lehrerfortbildung Dillingen. Erneut nimmt die Peitinger Hauptschule in Sachen Umweltbildung und Klimaschutz eine Vorreiterrolle ein und es ist vor allem dem Lehrer und Umweltfachberater an der Hauptschule, Hans Schütz, zu verdanken, dass dieses Projekt in kurzer Zeit umgesetzt werden konnte: Es wurde eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet, der 13 Gesellschafter – darunter befinden sich sieben Lehrer – angehören. Diese GbR, bei der gemeinnützige Ziele im Vordergrund stehen, hat mit der Marktgemeinde Peiting einen Pachtvertrag auf 25 Jahre abgeschlossen. Die 150 Quadratmeter große Anlage kostete 62000 Euro. Bei einem voraussichtlichen Ertrag von 14500 Kilowattstunden pro Jahr errechnet sich eine Einspeisevergütung von rund 7000 Euro im Jahr. Die CO2-Einsparung liegt jährlich bei etwa acht Tonnen. In seiner Rede verwies Kultusminister Siegfried Schneider auf die Schöpfung, die es zu achten gelte. Damit einhergehe, so der Minister, dass junge Menschen für eine nachhaltige Entwicklung gewonnen werden müssten. „Wenn es um Charakterbildung geht, dann geht es auch um Umweltbildung“, verbalisierte das Kabinettsmitglied und postulierte als Ziel, nicht auf die großen Energieversorger zu warten, sondern vielmehr eine Entwicklung von unten weg, also von Seiten der Bürger und der Schüler zu ermöglichen. Die Verknappung und die damit einhergehende Verteuerung der Energie in den letzten Monaten zeige, so Schneider, wie wichtig eine nachhaltige Energienutzung sei. „Wir brauchen eine intelligente Energienutzung“, verlangte der Minister und unterstrich zugleich die große Leistung der Peitinger Hauptschule. Schulamtsdirektorin Gabriele Freidhoff lobte ebenfalls die Aktivitäten der Hauptschule, die bereits mehrmals als „Umweltschule in Europa“ beziehungsweise als „Internationale Agenda 21-Schule“ ausgezeichnet wurde. Gleichzeitig wandte sie sich direkt an den Minister mit der Forderung, mehr praxisorientierte Stunden in den Schulen zu gewähren. „Nur so können wir unsere jungen Menschen zu verantwortungsvollen Persönlichkeiten formen“, sagte sie. agj

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