Sonnenenergie für 156 Haushalte

EVA-Geschäftsführer Fritz Raab vor der neuen Photovoltaik-Anlage, deren Eckdaten sich auf großen Tafeln ablesen lassen. Foto: Peters

Es ist das elfte und bislang größte Projekt, das die Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA) im Rahmen des Programms „Vom Pfaffenwinkel zum Sonnenwinkel“ fertiggestellt hat. Nun wurde die neue Freiflächenphotovoltaikanlage auf der Deponie Erbenschwang offiziell in Betrieb genommen.

Gerade ist das Thema erneuerbare Energien wieder in aller Munde, allerdings anders, als es sich EVA-Geschäftsführer Fritz Raab für die Einweihung der neuen Photovoltaik-Anlage auf der Erbenschwanger Deponie wohl gewünscht hätte. Von stark steigenden Strompreisen ist da die Rede, weil immer mehr Ökostrom produziert und zu garantierten Preisen abgenommen wird, die über den Markttarifen liegen. Ob und wie es mit der Förderung in den nächsten Jahren weitergeht, darüber streitet sich derzeit die Politik. Wie schnell sich die Lage auf dem Energiesektor ändern kann, hat das EVA-Projekt am eigenen Leib erfahren müssen. Im Dezember 2011 hatte man der Regensburger Firma Iliotec Solar den Auftrag zum Bau der Anlage erteilt. Ende April sollte sie in Betrieb gehen und damit pünktlich vor der geplanten Senkung der Einspeisevergütung zum 30. Juni. „Alle Kalkulationen waren darauf ausgerichtet“, erinnerte Raab in seiner Rede, umso größer sei der Schock gewesen, als die Bundesregierung plötzlich im März bekanntgab, die Kürzung der Förderung vorziehen zu wollen. Aufatmen konnten Raab und seine Mitstreiter erst, als die Neuregelung für bereits in der Planung befindliche Anlagen wieder gekippt wurde. Dass es soweit kam, habe man auch dem Einsatz der Abgeordneten aus dem Wahlkreis Weilheim-Schongau zu verdanken, betonte Raab, der daher sowohl Alexander Dobrindt (CSU), Klaus Breil (FDP) als auch Renate Dodell (CSU) zur Inbetriebnahme eingeladen hatte. Sie ließen sich allerdings genau wie Landrat Friedrich Zeller entschuldigen. Die neue Photovoltaik-Anlage ist nicht die erste ihrer Art auf dem Deponie-Gelände. Schon 2002 stellte die EVA Solarpanels auf dem Areal auf. „Es waren die ersten auf einer Deponie in ganz Bayern“, blickte Raab stolz zurück. Seit damals habe die Technik große Fortschritte gemacht, weshalb die neue Anlage deutlich effizienter sei als ihre Vorgängerin. 966000 Euro hat die Gesellschaft in den Bau investiert. Die Anlage erzeugt rund 625000 Kilowattstunden Strom pro Jahr, was dem Bedarf von 156 Vier-Personen-Haushalten entspricht. Knapp 22 Kilometer Kabel mussten verlegt werden, um die 2322 Solar-Module an die 43 Wechselrichter und das Stromnetz anzuschließen. Zum schwierigsten Part zählte allerdings die Gründung der 89 Montagetische, wie der stellvertretende EVA-Geschäftsführer Holger Poczka ausführte. „Die Hauptfunktion der Deponie darf nicht gefährdet werden, also kein Regenwasser einsickern.“ Das jedoch hätte die ausführende Firma hervorragend geschafft. „Besser konnte es nicht laufen.“ Sowohl Stefan Dobler (Iliotec) als auch Bernd Lippold von der Weilheimer Firma actensys, die die Planung übernommen hatte, nahmen das Lob genugtuend zur Kenntnis. Lob gab es auch für Raab von Schongaus 2. Bürgermeister Paul Huber, der in seiner Eigenschaft als stellvertretender Gesellschafterratsvorsitzender das Wort ergriff. „Sie haben super Arbeit geleistet.“

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