Sanierung verzögert sich

Sonnengraben bleibt über den Winter geschlossen

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Schweres Gerät kam für die Bohrung zum Einsatz.

Schongau – Er wäre bei dem sonnigen Wetter dieser Tage fraglos ein beliebtes Ziel, doch nach wie vor versperrt ein Gitter den Zugang zum Sonnengraben vor der südlichen Stadtmauer. Was viele verwundert: Von den angekündigten Sanierungsmaßnahmen ist bislang nichts zu sehen. Dabei wollte die Stadt damit eigentlich in der zweiten Jahreshälfte beginnen.

Im Februar hatte Stadtbauamtsmitarbeiter Sebastian Dietrich im Stadtrat die nötigen Schritte vorgestellt, um die Standsicherheit der Stadtmauer im Bereich des Sonnengrabens wiederherzustellen. Dazu gehörten die Sicherung der kleinen Stützmauer und die Stabilisierung des Fundaments der Stadtmauer durch das Einspritzen von Zement. Abschließend, so der Plan, werde die Sonnenterrasse neu gestaltet.

Damals noch nicht klar war allerdings, welche Gefahr für das historische Gemäuer von dem unterhalb verlaufenden Steilhang ausgeht, weshalb dieser zuvor noch genauer untersucht werden sollte. Genau diese Untersuchung hat den Zeitplan jetzt durcheinander gewirbelt.

„Es war sehr schwierig, überhaupt eine Firma zu finden, die die aufwändige Bohrung durchführt“, erklärt Dietrich auf Nachfrage des Kreisboten. Aufwändig deshalb, weil ein Raupenbohrgerät bis zu dem Brunnen an der Himmelsleiter gebracht werden musste.

Dort bohrten die Fachleute im August 17,5 Meter tief in das Erdreich und entnahmen den Bohrkern, der anschließend in einem Labor analysiert wurde, um Aufschluss über die Beschaffenheit des Untergrunds zu erhalten. Erst vor ein paar Tagen seien die Ergebnisse im Stadtbauamt eingetroffen, sagt Dietrich.

Ein weiteres Resultat steht dagegen noch aus. Im Bohrkanal wurde ein Rohr zur Neigungsmessung eingebracht, womit kontrolliert werden soll, ob der Hang in Bewegung ist. „Die Nachmessung fehlt noch“, so Dietrich. Erst dann wird klar sein, ob und welche Maßnahmen für die Hangsicherung nötig sind.

 Voraussichtlich in der übernächsten Sitzung Anfang Dezember soll das komplette Sanierungskonzept noch einmal im Stadtrat vorgestellt werden. Stimmt das Gremium zu, sollen die Arbeiten über den Winter ausgeschrieben werden. „Der Plan ist, dass wir im Frühjahr mit der Umsetzung beginnen.“

Christoph Peters

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