Der Kreisbote verlost Karten

Mit Don Giovanni ins Bewusstsein

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„Wenn ich eine Musikrichtung nicht kenne, gehe ich nicht hin.“ Das soll in Schongau künftig nicht mehr gelten. Zumindest nicht für Mozart und Co. Denn mit „Don Giovanni‘s Liebesbriefe“ plant Anna-Magdalena Perwein, die Jugendlichen der Stadt für klassische Werke zu erwärmen.

Schongau – Da hat sich Anna-Magdalena Perwein ein hehres Ziel gesetzt: Die junge Schongauer Sopranistin, die derzeit in München lebt und am Salzburger Mozarteum studiert, will die Bürger ihrer Heimatstadt für klassische Musik begeistern. Vor allem auf die Jugendlichen Schongaus hat sie es dabei abgesehen. Ob ihrer Herzensangelegenheit wohl Erfolg beschieden ist? Das wird sich am 27. und 28. Januar zeigen, wenn die Klassik-Komödie „Don Giovanni‘s Liebesbriefe“ ihre Premiere feiert. Der Kreisbote verlost 5x2 Tickets für die Veranstaltung im Ballenhaus.

Geht es nach Anna-Magdalena Perwein, finden Opern, Operetten und klassische Musik bei jungen Leuten zu wenig Anklang. Schlicht deshalb, weil sie sich zu wenig damit auseinandersetzen, zu selten Berührungspunkte haben. Die Folge: Das Image verstaubt. „Wenn ich eine Musikrichtung oder eine Band nicht kenne, gehe ich auch nicht hin“, ist die gebürtige Schongauerin überzeugt. Hier will sie, gemeinsam mit ihren fünf Mitstreitern Jürgen Erhard (Moderation), Maria Hegele (Mezzosopran), Almira Kreimel (Klavier und musikalische Leitung, Francesca Paratore (Sopran) und Daniel Weiler (Bariton), ansetzen.

„Don Giovanni‘s Liebesbriefe“ heißt das Projekt, das die Klassik-Botschafter ersonnen haben. „Eine Komödie mit bekannten Melodien“ kündigt der Flyer an, der für die Veranstaltung am Samstag, 28. Januar, um 19 Uhr im Ballenhaus wirbt. Stücke, unter anderem aus der Zauberflöte sowie Figaros Hochzeit – und eben Don Giovanni – werden zu hören sein und eine Geschichte erzählen, die in einer Studenten-WG der heutigen Zeit spielt.

Dabei ist Mozart nicht der einzige Komponist, den Perweins Projekt aufgreift. „Aber eben der meistgehörte“, so die 28-Jährige. Und einer, der inhaltlich nahe an der modernen „Schnulze“ liege. „Die Figuren lernen sich kennen, dann kommt es zu Verstrickungen. Oft wirkt das wirr, am Ende gibt es aber ein Happy-End. Oder einen Toten.“ Dieses Muster ließe sich auch heute noch im Kino und TV beobachten, thematisch seien die klassischen Geschichten nach wie vor aktuell.

Seine Premiere feiert das Stück schon am Freitag, 27. Januar, vor Schülern der Schongauer Mittel- und Realschule im Ballenhaus. Kein leichtes Pflaster, die jungen Leute für die vermeintlich altbackene Materie zu erwärmen. Vor allem Jürgen Erhard wird sich dann etwas einfallen lassen müssen. Er moderiert die Aufführung und will sie immer wieder mit informativen, aber launigen, Einwürfen garnieren. Dem jungen Publikum Wissen zu vermitteln, ohne es zu überfrachten oder zu langweilen, wird seine Aufgabe sein. Am Freitag ebenso, wie am Samstag. Denn auch dann sind Interessierte, die bisher keine Verbindung zur klassischen Musik hatten, herzlich willkommen.

„Es wird nicht einfach, aber ich weiß schon jetzt, dass das Projekt nicht gescheitert ist“, blickt Perwein gespannt voraus. Denn auch, wenn eine Rückmeldung vom Gymnasium ausblieb; Dass die Mittel- und Realschule ihr Interesse angemeldet haben, wertet sie als Erfolg. Auch der Kartenvorverkauf für den 28. ließe sich gut an. Fallen „Don Giovanni‘s Liebesbriefe“ in Schongau auf fruchtbaren Boden, seien Folgeveranstaltungen durchaus denkbar.

Das wiederum wäre auch für die jungen Musiker ein Gewinn. „Wir sind darauf angewiesen, auftreten zu können und Bühnenerfahrung zu sammeln“, erklärt Perwein. In ihrer Heimatstadt Schongau, der sie in ihrer jungen Laufbahn viel zu verdanken habe und die auch diesmal für passende Rahmenbedingungen sorge, sei das einfacher als anderswo. Und auch erfüllender: „In der Großstadt geht es immer ein bisschen um große Namen und ‚sehen und gesehen werden.‘ Hier sind die Leute dankbarer und interessierter. Außerdem will ich ihnen zeigen, was wir Sänger leisten und leisten müssen“, erklärt die studierte Sopranistin. Mit Casting-Formaten wie „DSDS“ habe das nämlich überhaupt nichts zu tun. Dieses Bewusstsein zu wecken und die klassische Musik bei der Schongauer Jugend aus ihrem Nischendasein zu befreien, sei ihre größte Motivation.

Der Kreisbote verlost 5x2 Karten für „Don Giovanni‘s Liebesbriefe“ am Samstag, 28. Januar, ab 19 Uhr im Ballenhaus. Wer gewinnen will, sollte ab sofort bis Mittwoch, 11. Januar, unsere Hotline 01378/26020350 (50 Cent pro Anruf aus dem dt. Festnetz-Mobilfunkpreis ggfs. abweichend) anrufen und das Lösungswort „Wolfgang Amadeus“ nennen. Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

ras

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