Mietvertrag gekündigt

Sparkassen-Filiale in Wildsteig schließt

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Noch bis Ende September können Sparkassen-Kunden die Filiale in Wildsteig nutzen.

Schongau/Wildsteig – Die Tage der Sparkassen-Filiale in Wildsteig sind nach 31 Jahren gezählt: Am 30. September schließt die Zweigstelle ihre Pforten. Es ist das erste Mal, dass das Schongauer Kreditinstitut eine Filiale in der Region dicht macht. Für die Kunden heißt die neue Anlaufstelle nun Steingaden.

Auslöser der Entscheidung war, dass das Geschäftsgebäude verkauft wurde und der neue Eigentümer der Kreissparkasse den Mietvertrag gekündigt hat. „Nach reiflichem und sorgfältigem Überlegen haben wir uns entschlossen, in Wildsteig keine neuen Geschäftsräume zu mieten, sondern die Geschäftstätigkeit ab dem 1. Oktober 2015 nach Steingaden zu verlagern“, erklärt Alexander Schmitz. 

Der Vorstandsvorsitzende begründet den Schritt mit dem Wandel im Kundenverhalten. Immer mehr würden für den alltäglichen Service rund ums Girokonto Onlinebanking nutzen oder Bankgeschäfte gleich mobil übers Smartphone abwickeln statt eine Filiale vor Ort aufzusuchen. Dieser gesellschaftlichen Entwicklung könne und dürfe sich die Sparkasse nicht verschließen, betont Schmitz. 

Ein Umzug in ein neues Gebäude hätte die Bank einen sechsstelligen Betrag gekostet. „Die wirtschaftliche Betrachtung für die Zukunft spricht nicht für eine derartige Neuinvestition.“ 

Betroffen sind rund 350 Kunden. Allerdings weist der Vorstandsvorsitzende darauf hin, dass die Mehrheit sich bereits jetzt einer anderen Sparkassen-Geschäftsstelle bediene – sei es, weil sie auswärts arbeiten würden und eine andere Filiale auf dem Weg liege oder weil sie sowieso für Einkäufe, Arztbesuch und ähnliche Besorgungen an einem anderen Ort weilen würden. 

Derzeit ist die Filiale an drei Tagen mit einer Beraterin besetzt, die an den restlichen Arbeitstagen in der Geschäftstelle in Steingaden tätig ist. Die Wildsteiger Kunden würden also auch dort ab Oktober ihre „gewohnte Ansprechpartnerin“ vorfinden, erklärt Schmitz, der weiß: „Das persönliche, vertrauensvolle Gespräch von Mensch zu Mensch ist – vor allem wenn’s um die Beratung geht – nach wie vor die erste Wahl.“

Einen Stellenabbau schließt er deshalb aus. „Diese Frage stellt sich derzeit für uns nicht. Es ist vielmehr so, dass wir überlegen, wie wir unseren Kolleginnen und Kollegen in den Geschäftsstellen mehr Freiraum für die ungestörte Kundenberatung verschaffen können“, erklärt der Vorstandsvorsitzende. 

„Unsere Sparer leiden unter den niedrigen Zinsen. Wenn wir ihnen Alternativen anbieten möchten, dann ist das mit einem relativ hohen Zeitaufwand verbunden, weil wir die empfohlenen Produkte wie ausführlich und umfassend erläutern wollen. Der Kunde braucht eine sichere Basis für seine Anlageentscheidung.“ 

Wer den Weg nach Steingaden nicht auf sich nehmen will oder kann, dem bleibt neben dem Online-Banking noch der Kontakt zur Telefon-Service-Zentrale in Peiting, die die Kreissparkasse ausgebaut hat. „Hier können alle unsere Kunden werktags von 8 bis 19 Uhr anrufen. Auf Wunsch kommen unsere Berater auch gern zu einem Beratungsgespräch zu den Kunden nach Hause“, wirbt Schmitz.

Christoph Peters

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