Neuer Fachmann im Schongauer Krankenhaus:

Auf die Hand spezialisiert

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Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädie Dr. Thomas Löffler (links) begutachtet die Bilder eines Bruches am Handgelenk. Seit 1. November unterstützt ihn dabei der neue Oberarzt und Spezialist für Handchirurgie Dr. Carsten Hopf.

Schongau – Spezialisierung war das Stichwort beim gestrigen Pressetermin im Schongauer Krankenhaus. Einer dieser Spezialisten ist Handchirurg Dr. Carsten Hopf, der seit November die Häuser in Schongau und Weilheim unterstützt.

In der Hand allein befinden sich 54 Knochen. Das macht ein Viertel aller Knochen des menschlichen Körpers aus. „15 Scharnier-, Kugel-, Sattel- und Eigelenke verbinden die Knochen so miteinander, dass die für uns selbstverständliche Bewegungsfreiheit gewährleistet werden kann“, sagt der neue Oberarzt Dr. Carsten Hopf. Kein Wunder also, dass es einige Erfahrung braucht, um ein solch komplexes System erfolgreich zu operieren.

Nach seinem Studium an der Universität in Greifswald und der Promotion an der Universität Göttingen, sammelte Hopf zunächst Erfahrungen in der Unfallchirurgie und Orthopädie. 2004 wurde er schließlich Oberarzt im Helios Klinikum in Erfurt und übernahm dort die Handchirurgie. Weitere Schwerpunkte des Mediziners liegen in der Schulter- und Ellenbogenchirurgie sowie der Knie- und Hüftendoprothetik.

Mit Hopf sind nun insgesamt sechs Oberärzte im Bereich der Unfallchirurgie und Orthopädie an den Krankenhäusern Weilheim und Schongau tätig. Chefarzt Dr. Thomas Löffler, der die Klinik seit rund zweieinhalb Jahren leitet, pendelt täglich zwischen beiden Häusern. So will man standortübergreifend die Behandlung durch einen Spezialisten sicherstellen. Denn Löffler ist sich sicher: „Der General-Chirurg wird aussterben.“ Die immer komplexeren Methoden machen eine Spezialisierung erforderlich. „Sonst schafft man es irgendwann nicht mehr, bei allem auf dem Laufenden zu bleiben“, sagt der Chefarzt.

Rund 400.000 Menschen erhalten derzeit jährlich in Deutschland eine Endoprothese. Mit 210.000 Hüftprothesen und 165.000 Knieprothesen ist der Bedarf an Gelenkersatz in diesen beiden Bereichen mit Abstand am höchsten. Damit ist auch die Revision der Prothesen erforderlich und der Bedarf an Wechseloperationen steigt.

Auch der demografische Wandel hat in der Unfallchirurgie und Orthopädie Einzug gehalten. „Klassische Verletzungen im Alter beispielsweise an der Schulter, der Hüfte oder dem Oberschenkelhals nehmen zu“, beobachtet Löffler. Wichtig ist hier auch eine enge Zusammenarbeit mit der Akutgeriatrie. „Im Alter ist die Hand wichtiger als der Fuß“, so die Meinung von Dr. Carsten Hopf. Deshalb sei es auch besonders dringend, dass die Hand nach einer Verletzung so schnell wir möglich wieder zu gebrauchen ist. Dabei setzt der Oberarzt auf die enge Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten und niedergelassenen Ärzten.

Bei der Behandlung der meisten Verletzungen der Hand komme es nicht darauf an, möglichst schnell zu versorgen – „da hat man 24 Stunden Zeit“ –, sondern gut. Früher habe man häufig einfach einen Gips angelegt mit dem Resultat, dass danach erst wieder mit Bewegungsübungen begonnen werden konnte, sagt Hopf. Mit den neuen minimalinvasiven Methoden und einer Behandlung vom ersten Tag an könne der Patient nach zwölf Wochen wieder alles machen, versichert Hopf. Das gilt natürlich nicht nur für die Hand, sondern auch für Operationen an Ellbogen und Schulter.

Zu den häufigsten Erkrankungen der Hand zählt das Karpaltunnelsyndrom, bei dem eine chronische Druckschädigung von Nerven zu einem Gefühl einer einschlafenden bzw. tauben Hand entsteht. Eine ebenfalls häufige Beschwerde stellt die Daumensattelgelenksarthrose – die sogenannte Rhizarthrose – dar, eine in Daumennähe beginnende schmerzhafte Entzündung im Handgelenk. Rund zehn Prozent der Deutschen leiden unter dieser Art der Arthrose. 

Astrid Neumann

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