Erstürmt und enthüllt

Spielplatzeröffnung im Hohenfurcher Unterdorf

Spielplatz Unterdorf Hohenfurch
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Voller Vorfreude erstürmten dutzende Kinder am vergangenen Samstag den neuen Spielplatz im Unterdorf von Hohenfurch.
  • Manfred Ellenberger
    VonManfred Ellenberger
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Hohenfurch – „Wir laden Euch heut alle ein, bei unserm Fest dabei zu sein“. Nachdem die Mädchen und Buben des Hohenfurcher Kindergartens Sonnenblick am Samstag zur Einweihung des Spielplatzes im Unterdorf gesungen hatten, durfte die kleine Magdalena Lukats die Eingangstür aufschließen und gemeinsam mit dutzenden weiterer Kinder die vielen neuen Spielgeräte in wahrsten Sinne erstürmen. In Anbetracht dieser verständlichen Ungeduld hatte Bürgermeister Guntram Vogelsgesang seine Eröffnungsrede bis zur Eroberung des Platzes aufgeschoben.  

Noch vor dem Gemeindeoberhaupt kam aber Pfarrer Sebastian Schmidt zum Zuge, der den neuen Spielplatz mitsamt den inzwischen freudestrahlend darauf spielenden Kindern segnete. Eigentlich war die Eröffnung des seit März im Bau befindlichen Generationenspielplatzes (wir berichteten) schon Ende August vorgesehen gewesen. Die schlechte Witterung sowie verspätet geliefertes Material für den Zaun hatten das jedoch vereitelt.

Und so durfte Vogelsgesang trotz Herbst bei strahlendem Sonnenschein neben der Dorfbevölkerung zahlreiche weitere Gäste willkommen heißen. Dazu gehörten vom ausführenden Ingenieurbüro mooser ingenieure aus Kaufbeuren Geschäftsführer Bertram Mooser, der gemeinsam mit der eigentlichen Planerin Christiane Frank gekommen war. Auch Franz Andergassen als Vertreter der gleichnamigen Baufirma aus Schongau war da. Ganz vorn auf der Begrüßungsliste stand jedoch Monika Hirl, zuständige Abteilungsleiterin beim Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern. „Ohne Sie könnten wir diesen wunderbaren Spielplatz nicht einweihen“, stellte Vogelsgesang angesichts der vielen durch das Amt eingebrachten Ideen und nicht zuletzt der ansehnlichen finanziellen Förderung fest.

Vogelsgesang erinnerte, dass bereits 1999 im Rahmen der Dorferneuerung erste Überlegungen zum Bau eines Kinderspielplatzes angestellt worden seien. Die letztliche Umsetzung war aber in Verbindung mit dem Sammeln von Ideen sowie Vorplanungen und Ortsbegehungen im Rahmen der Interkommunalen Ländlichen Entwicklung (ILE) im Auerbergland erfolgt. Nach Klärung aller Punkte und der Zustimmung des Gemeinderats zu der finalen Planung im Juli 2020 konnte in diesem Frühjahr mit dem Bau auf dem bereits 2008 durch die Gemeinde erworbenen Grundstück begonnen werden.

Neben einem Kletterhügel mit Rutschen für kleine und größere Kinder, einem Kriechtunnel, mehreren Schaukeln, einem Sandkasten und einer Federwippe bietet der Spielplatz seinen jungen Gästen noch eine ganze Anzahl weiterer Spielgeräte. Aber auch die etwas älteren Besucher können unter anderem ihr Geschick und ihr Zielvermögen auf der Bocciabahn unter Beweis stellen. Und auch das Slackline und der Barfußpfad könnten sich womöglich bald schon einer generationsübergreifenden Nutzung erfreuen.

Nach Abschluss aller Maßnahmen wird der neue Spielplatz etwa 215.000 Euro kosten. Die kalkulierten 190.000 Euro werden mit 65 Prozent durch das Amt für Ländliche Entwicklung sowie weiteren zehn Prozent als Teil der „Integrierten Ländlichen Entwicklung Auerbergland“gefördert. Die 25.000 Euro Mehrausgaben übernimmt die Gemeinde.

Von dem Hohenfurcher Künstler Egon Stöckle wurde zur Erinnerung an die Dorfentwicklung in Hohenfurch von 2002 bis 2020 eine Erinnerungstafel in Form einer Stele geschaffen. Bei der die Gemeinde über 18 Jahre hinweg begleitenden Dorf­entwicklung sind viele Projekte mit großer Beteiligung der Bürger entstanden und viele davon auch umgesetzt worden, erinnerte Vogelsgesang. „Nicht alle mit Förderung, aber alle geboren aus der Zusammenarbeit der Bürger“.

Hirl wies darauf hin, dass es das Dorf­erneuerungsprogramm seit 40 Jahren gibt. Das Förderpaket der Dorferneuerung Hohenfurch sei insgesamt mit Zuschüssen von über 2.320.000 Euro ausgestattet worden. Von dieser Summe wurden 1.640.000 Euro für Projekte im Dorf und weitere 680.000 Euro für Maßnahmen in der Flur ausgegeben. Pflanzaktionen und die Neugestaltung des Kirchen- und Friedhofsumfeldes waren nur einige der von ihr angeführten Beispiele.

Hirl erinnerte auch, dass die Gemeinde aufgrund der zahlreichen nach dem Start der Dorferneuerung umgesetzten Projekte zur Erreichung des seinerzeit formulierten Ziels „Wir Hohenfurcher wollen unsere Plätze und Einrichtungen mit der Natur in Einklang bringen, um in einer lebendigen Gemeinschaft unser Dorf für die Zukunft lebenswert zu gestalten“ beigetragen habe.

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