Treffpunkt fürs Dorf

Sport-, Freizeit- und Erholungsgelände Schwabniederhofen eingeweiht

Sport-, Freizeit- und Erholungsgelände Schwabniederhofen Einweihung
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Pfarrer Sebastian Schmidt (2. v. links) segnete das neugestaltete Sport-, Freizeit- und Erholungsgelände – die Kombination aus Sport, Freizeit und Erholung sei prädestiniert für einen Ort, wo die Menschen sich begegnen können.
  • Manfred Ellenberger
    VonManfred Ellenberger
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Schwabniederhofen – Als am Sonntag Bürgermeister Andreas Kögl das Wort anlässlich der Einweihung des Sport-, Freizeit und Erholungsgeländes in Schwabniederhofen ergriff, hatte Pfarrer Sebastian Schmidt dieses bereits gesegnet. Die Kombination aus Sport, Freizeit und Erholung sei prädestiniert für einen gemeindlichen Ort.

Dabei lief im Vorfeld nicht alles ganz reibungslos. Gemeinderat Michael Dulisch erinnerte sich an Hagel und Starkregen, was die Aussaat des Rasens zunichte gemacht hatte. Kögl hob hervor, dass es sein Amtsvorgänger Albert Hadersbeck war, der die Idee zur Umgestaltung des Sportplatzes gehabt hatte. Mehrere Planer gaben daraufhin ihre Vorschläge ab, Landschaftsarchitektin Gudrun Dietz-Hofmann aus Irsee setzte sich durch.

Angesichts der vorbeifließenden Schönach, so Kögl, reifte auch der Gedanke zum Bau einer Fischtreppe und der durchgängigen Gestaltung des Baches. Außerdem sei ein sehr ansprechender Zugang zum Wasser geschaffen, dessen „elegant geschwungener Bogen“ die Möglichkeit zum Sitzen, Plantschen „oder einfach nur das Wasser genießen“ biete und schon jetzt von Menschen jedes Alters gut angenommen werde.

Auch wenn vor dem Umbau bereits Freizeit-, Spiel- und Sportangebote bestanden hätten, habe es gegolten, deren Attraktivität weiter zu steigern. So wurde die Boulebahn deutlich vergrößert (wir berichteten) sowie ein Basketballkorb, eine sogenannte Tarzanschaukel, eine Slackline (Balancierband) und eine Tischtennisplatte errichtet. Außerdem verfügt die Stockbahn jetzt über eine gute Beleuchtung.

Des Weiteren wurden auf dem Spielplatz ein Klettergerüst sowie eine Rutsche und andere Spielgeräte neu installiert. Diese seien bereits von den Kindern getestet und ganz offensichtlich für gut befunden worden, stellte der Bürgermeister fest. Das ebenfalls neue Bodentrampolin habe er selbst ausprobiert.

Im Zuge der Baumaßnahmen war auch die Terrasse am Cafe Schönach deutlich vergrößert und barrierefrei gestaltet worden (wir berichteten).

Ziel erreicht

Andreas Kögl beantwortete in seiner Rede auch die Frage, was die Maßnahme denn bewirken soll: „Hier findet man ein wunderbares Miteinander und eine Belebung des Gemeindelebens“. Bei den Schwabniederhofenern, aber auch in den Nachbargemeinden, finde das großen Anklang. Darüber hinaus verwies er angesichts der vorbeiführenden Radwege Via-Claudia und Romantische Straße auf die gute touristische Lage.

Finanzielle Unterstützung

Was die Gesamtkosten betrifft, ist die Baumaßnahme zwar noch nicht in Gänze abgerechnet, veranschlagt sind aber 380.000 Euro. Kögl musste zugeben, dass die Gemeinde einen so hohen Betrag nicht hätte allein aufbringen können. Das Amt für Ländliche Entwicklung in Oberbayern schoss über 282.000 Euro zu und trug damit gut 75 Prozent der Kosten.

Das Amt war bei der Einweihung durch die Abteilungsleiterin Land- und Dorfentwicklung Monika Hirl vertreten. Sie erinnerte daran, dass Altenstadt seit dem Jahr 2002 im Bayrischen Dorferneuerungsprogramm vertreten ist, das seit 40 Jahren den ländlichen Raum, seine Dörfer und Gemeinden fördert. Das Grundprinzip laute: „Ohne Bürgermitwirkung keine Dorf­erneuerung“. Nur wenn die Menschen vor Ort eingebunden sind, tragen sie auch Veränderungsprozesse mit, so Hirl.

Da bedingt durch Corona die 40 Jahre Dorferneuerung nicht groß gefeiert werden können, werden stattdessen 40 Dorflinden in ganz Bayern gepflanzt. Die großen Bäume stehen in vielen Dörfern meist auf zentralen Plätzen, schon im mittelalterlichen Leben seien sie ein wichtiger Ankerpunkt der dörflichen Gemeinschaft gewesen. „Eine davon soll hier in Schwabniederhofen ihren Platz finden.“ Die Linde gelte schließlich auch als Glücksbringer und sie stehe „für Frieden und Heimat, für Eintracht und Gerechtigkeit“.

Zukunftsorte nach den Ideen der Bevölkerung zu gestalten – so wie das Sport-, Freizeit- und Erholungsgelände in Schwabniederhofen – sei ein wichtiger Gedanke der Dorferneuerung. Überhaupt sei Altenstadt in Sachen Innenentwicklung, Erhalt alter Bausubstanz, dezentralen Hochwasserschutzes und Biotopvernetzung eine „Vorzeigegemeinde in Sachen Ländliche Entwicklung“, das Amt unterstützte schon in der Vergangenheit, erinnerte sie und nannte mit dem Geh- und Radweg 2008 an der Schönach und dem Ortszentrum 2009/2010 Beispiele für Neugestaltungen.

Blick auf den Marienplatz

Auch das knapp zwei Kilometer vom Ort der Feier laufende Bauprojekt „Neugestaltung des Marienplatzes“ sprach Hirl an. Diese Maßnahme wird mit etwa 710.000 Euro vom Amt für ländliche Entwicklung unterstützt. Insgesamt belaufen sich die Zuschüsse des Förderpakets der Dorferneuerung Altenstadt auf etwas mehr als zwei Millionen Euro.

Einige Tage zuvor hatte Andreas Kögl bei der Sitzung des Gemeinderats dessen Mitglieder über die am Marienplatz durchgeführten umfangreichen Baumaßnahmen und die unmittelbar bevorstehenden Pflasterarbeiten informiert. Diese werden sich seinen Worten nach „etwa sechs bis acht Wochen hinziehen“. Neben zahlreichen weiteren Maßnahmen erfährt der Marienbrunnen eine Translozierung. Dabei handelt es sich um einen Begriff aus der Denkmalpflege, womit auch die Versetzung eines Denkmals an eine andere Stelle umschrieben wird.

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