Freiwieß-Orgel

Unterschätztes Juwel in Rottenbuchs Pfarrkirche

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Nicht nur die Freiwieß-Orgel (im Hintergrund) beeindruckte: Pfarrgemeinderatsvorsitzender Albrecht Bögle (mit erhobenem Arm) hatte Staatsministerin Monika Grütters (2. v. li.) und Bundesminister Alexander Dobrindt (mit Krawatte) einiges zu erzählen.

Rottenbuch – Hoher Besuch in der Rottenbucher Pfarrkirche: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt schaute am Mittwoch vergangener Woche gemeinsam mit Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, vorbei. Sie nahmen die alte Freiwieß-Orgel in Augenschein, der seit Ende 2016 nationale Bedeutung beigemessen wird.

„Schon als ich das erste Mal hier war, wusste ich, dass diese Kirche mehr als nur Dorfkirche ist“, sagt Kristina Kuzminskaite über das Rottenbucher Rokoko-Juwel „Mariä Geburt“. Ein wichtiger Schritt zu mehr Geltung wurde im November des vergangenen Jahres vollzogen.

Und die Wirkungsstätte von Organisitin Kuzminskaite spielt dabei eine wichtige Rolle: Das Staatsministerium für Kultur und Medien nahm die alte Freiwieß-Orgel in ihr begehrtes „Programm zur Sanierung und Modernisierung national bedeutsamer Orgeln“ auf. Damit verbunden ist eine Bezuschussung der anstehenden Sanierung in Höhe von 300 000 Euro. „Eine finanzielle und ideelle Grundlage,“ findet Dobrindt. Die Feststellung um die Wichtigkeit der Orgel sei ebenso wegweisend wie die Fördermittel.

„Es geht darum, der Bevölkerung ein Bewusstsein um diese Bedeutung zu vermitteln“, fand Bürgermeister Markus Bader und auch Pfarrer Josef Fegg bezeichnete es als „Geschenk“, dieses „große Erbe“ – damit meinte er die gesamte Pfarrkirche – pflegen zu dürfen. Ein Geschenk, das allerdings ins Geld gehe und Fördergelder notwendig mache.

Sie habe gleich gewusst, dass der Rottenbucher Antrag gut zum von ihrem Ministerium aufgelegten und sehr gefragten Programm passe, sagte Grütters. Die Einstufung des deutschen Orgelbaus als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe habe eine Bezuschussung durch den Bund ermöglicht.

Die im Jahr 1747 erbaute Orgel soll wieder in den Zustand versetzt werden, wie er der schon 1783 abgeschlossenen ersten Überarbeitung entspricht. „Orgeln aus dieser Zeit gibt eigentlich nicht mehr“, wusste Pfarrgemeinderatsvorsitzender Albrecht Bögle, der die Delegation durch das Gotteshaus führte.

Er umriss auch, wie es mit der Orgel weitergehen soll: Derzeit arbeite das Unternehmen Klais aus Bonn noch an den letzten Befunden, dann laufen die Ausschreibungen an. „Auch die Sanierung wird sich Klais sicher nicht entgehen lassen“, war Grütters überzeugt. Das Unternehmen, das unter anderem die Orgel der Elbphilharmonie gebaut hat, „sei die allererste Adresse in Deutschland“ – und damit in der Rottenbucher Pfarrkirche genau richtig.

Rasso Schorer

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