Stadtmauer am Sonnengraben

Stabil oder einsturzgefährdet?

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Burgenforscher Joachim Zeune, Stadtbaumeister Ulrich Knecht und Ingenieur Leo Achmüller warfen am Montag gemeinsam einen ersten Blick auf die Stadtmauer am Sonnengraben.

Schongau – Der Frühling hat in der vergangenen Woche ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Strahlend blauer Himmel, Sonne und Temperaturen im zweistelligen Bereich lockten die Menschen in Scharen nach draußen. Nur der bei schönem Wetter so beliebte Sonnengraben war tabu.

Noch immer ist der Weg entlang der südlichen Stadtmauer aus Sicherheitsgründen gesperrt. Das wird vorerst auch so bleiben.

Wie der KREISBOTE berichtete, hatte die Stadt die sofortiger Sperrung angeordnet, nachdem herausgekommen war, dass es seit mehr als zehn Jahren erhebliche Bedenken hinsichtlich der Standsicherheit der Stadtmauer in diesem Bereich gibt. Der Stadtrat beschloss deshalb, ein Gutachten in Auftrag zu geben, dass Klarheit über den tatsächlichen Zustand des mittelalterlichen Bauwerks schaffen soll. 

Am Montagnachmittag gab es nun einen ersten Ortstermin der Experten. Mit Leo Achmüller vom gleichnamigen Ingenieurbüro in Schongau und Burgenforscher Joachim Zeune beriet Stadtbaumeister Ulrich Knecht über das weitere Vorgehen. Schon gleich nach dem Termin war klar, dass es keine schnelle Entwarnung geben würde. Denn bevor die Experten eine endgültige Aussage treffen können, ob die Stadtmauer tatsächlich vom Einsturz bedroht ist, müssen umfangreiche Untersuchungen durchgeführt werden. Mindestens vier Wochen werde es dauern, bis man ein erstes Ergebnis habe, kündigt Knecht an. 

Geplant ist, die Mauer an zwei Stellen anzubohren, um Kenntnisse über deren Inneres zu gewinnen. Denn was sich hinter der Außenwand des mittelalterlichen Bauwerks verbirgt, darüber gibt es bislang nur Vermutungen. Außerdem planen die Experten, einen Schlitz von der Stadtmauer durch den Fußweg bis zur Stützmauer zu schlagen, um herauszufinden, wie es um den Untergrund bestellt ist. Gleichzeitig sollen Messsonden installiert werden, um künftige Bewegungen der Mauer aufzuzeichnen. 

Sollten die Untersuchungen ergeben, dass die Angst vor einem Einsturz unbegründet ist, könnte die Sperrung wieder aufgehoben werden. Andernfalls müssten die Schongauer dagegen wohl für längere Zeit auf ihren beliebten Sonnengraben verzichten.

chpe

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